Wo leben wir?

Zwei Ereignisse beherrschten die Nachrichten der vergangenen Tage: Die Geburtstagsfeier des Deutsche-Bank-Chefs Ackermann auf Einladung von Frau Merkel im Kanzleramt /1/ und die Bitte der Bundesregierung an die großen Konzerne, Massenentlassungen wegen der Wirtschaftskrise erst nach der Bundestagswahl anzukündigen und durchzuführen /2/. Bis dahin sollen Kurzarbeitergeld (für Arbeitnehmer) und Abwrackprämie (nicht für Arbeitnehmer) den CDU-SPD-Wähler bei Laune halten.

Das veranlasst mich zu einer Umfrage: Wo leben wir?
a) In einer Demokratie.
b) In einer Bananenrepublik.

Natürlich leben wir in einer Demokratie, und deshalb wird Frau Merkel auch nach der Bundestagswahl unsere geliebte Kanzlerin bleiben. Ich lade doch zum Geburtstag auch die Leute ein, die mir am liebsten sind, zum Beispiel meine Oma. Und ich bitte häufig die Leute, die mir am nächsten stehen, um einen Gefallen, zum Beispiel meinen Opa. Das ist doch ganz natürlich, also warum sollten sich Frau Merkel und die Bundesregierung anders verhalten?

/1/ Spiegel Online: Merkel verteidigt Geburtstagsdinner für Ackermann
Angela Merkel sieht die Distanz zu Ackermann gewahrt: Die Bundeskanzlerin hat die Vorwürfe wegen eines Abendessens für den Chef der Deutschen Bank zurückgewiesen. Die exklusive Runde zum 60. Geburtstag Ackermanns sei keine Geburtstagsfeier gewesen.

Ackermann hatte in einem Porträt des ZDF über die Kanzlerin kürzlich berichtet, dass Merkel eine Geburtstagsfeier für ihn im Kanzleramt ausgerichtet habe. Merkel habe ihm gesagt, sie würde gern etwas für ihn tun. Er solle 30 Freunde und Freundinnen einladen, mit denen er einen Abend zusammen im Kanzleramt feiern würde. "Es war ein wunderschöner Abend", sagte der Chef der Deutschen Bank.
/2/ Financial Times Deutschland: Kahlschlag kommt nach der Wahl
Eine Art Stillhalteabkommen zwischen Industrie und Regierung verhindert derzeit einen größeren Arbeitsplatzabbau in Deutschland. Der Pakt gelte bis zur Bundestagswahl am 27. September, erfuhr die Financial Times von mehreren Spitzenmanagern. "Deutschland ist momentan vor Veränderungen sicher. Aber nach der Wahl wird sich die Botschaft ändern. Das ist ganz normal", sagte Hakan Samuelsson, Vorstandschef des Münchner Dax-Konzerns MAN.
Genau, das ist ganz normal, und wem das nicht passt, der kann doch rüber machen!

Kategorie: Politik
Aurisa - 26. August, 19:03

In einer demokratischen Bananenrepublik...

Aurisa - 26. August, 19:04

P.S: das mit dem "rübermachen" könnte aber schwierig werden... die DDR IST schon pleite... das hat sie uns voraus...
Aber wir arbeiten daran sie in dem Punkt einzuholen ;)...
Köppnick - 26. August, 19:35

Hm, daran hatte ich ja noch gar nicht gedacht... ;-)

Zur Zeit knoble ich an einer Umfrage, bei der der den ersten Preis erhält, der den Politiker richtig vorhersagt, der nach der Wahl die erste Steuererhöhung ankündigt oder den neuen Mehrwertsteuersatz. Steinbrück steht als Politiker sicher nicht zur Auswahl, das wäre zu leicht. Und der pluripotente Westerwelle kann ja nicht alles allein machen: Sich als Außenminister an Kriegen beteiligen, als Umweltminister die Atomkraft fördern, als Wirtschaftsminister den Kündigungsschutz und als Gesundheitsminister die gesetzliche Krankenversicherung abschaffen. Er braucht dazu Helfer.
ostfriese - 27. August, 09:05

Super-Guido schafft alles!

Köppnick, Du hast die beiden Grundgesetze westlicher Demokratien sehr schön beispielhaft veranschaulicht.

Politik war nie einfacher berechenbar, das macht sie derzeit so beliebt...
Metepsilonema - 27. August, 12:43

[...] das macht sie derzeit so beliebt...

Das wäre immerhin etwas, und gar nicht so wenig.
Köppnick - 27. August, 21:06

@Ostfriese
Ich kenne aus eigener Erfahrung die (DDR-)Alternative: Das jetzige System funktioniert besser. Zumindestens in Deutschland gilt das, über den Rest der Welt (z.B. Vereinigte Staaten, Lateinamerika, Afrika) kann ich mir kein Urteil erlauben.
ostfriese - 27. August, 23:42

@Köppnick

Ich möchte das 'jetzige System' natürlich nicht gegen einen DDR-Abguss tauschen, aber dass es derzeit 'suboptimal' läuft, darin waren sich selten so viele Menschen einig...

Und sag bitte nicht, dies läge nur daran, dass es heute mehr Menschen gibt als früher ;-)
blackconti - 27. August, 02:15

Wie schön! Jetzt fühle ich mich nicht mehr so einsam.

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Kommentare hier ...

Bitte mehr davon? Aus...
Bitte mehr davon? Aus meiner Sicht auf keinen Fall,...
Köppnick - 25. Dezember, 16:53
bitte mehr davon
Nimmersatt (Gast) - 25. Dezember, 15:33
lach.... ich bin im stern...
lach.... ich bin im stern *
rosmarin - 3. Dezember, 18:48
Oje, das mit der Halswirbelsäule...
Oje, das mit der Halswirbelsäule ist an mir vorbeigegangen. Das...
steppenhund - 2. Dezember, 11:07
Denk an meine Halswirbelsäule...
Denk an meine Halswirbelsäule und meinen schmerzenden...
Köppnick - 30. November, 22:22
Nanu, gar ken Kommentar?...
Nanu, gar ken Kommentar? :)))
steppenhund - 30. November, 20:45
Fachwörter und deren...
Die Autorin präferiert eine sehr restringierte...
Count Lecrin - 30. November, 19:53
passend zu diesen erkenntnissen:
mit 3 freust du dich, wenn du keine windeln brauchst. mit...
la-mamma - 30. November, 19:43
Ich möchte Ihnen...
Ich möchte Ihnen gehörig Respekt zollen,...
Count Lecrin - 30. November, 19:34
Mail geschickt.)
Mail geschickt.)
steppenhund - 28. November, 16:28
Nein, wir haben uns noch...
Nein, wir haben uns noch nicht bemailt. Meine Adresse...
Köppnick - 28. November, 15:46
Ich bilde mir ein, dass...
Ich bilde mir ein, dass wir schon Email-Kontakt hatten....
steppenhund - 28. November, 15:02