Erich von Däniken
Gestern Abend war ich bei einem Vortrag von Erich von Däniken. Da wir rechtzeitig eingetroffen waren und ich mir im Laufe der Vortage ein beträchtliches Schlafdefizit erarbeitet hatte, machten wir uns sogleich auf die Suche nach einem Kaffeeautomaten. Durch den Kaffee wurde ich etwas munterer und musterte die anderen Leute auf der Suche nach Bekannten, fand aber keine, leider oder vielleicht gottseidank. Däniken, der vor dem Saal Bücher signierte, war in dieser Beziehung erfolgreicher, denn zu Beginn seines Vortrages begrüßte er seine vielen treuen Fans. Nach seiner Zählung waren über 50% alte Bekannte unter den Besuchern. Das erinnerte mich ein bisschen an einen Gottesdienst, da sitzen auch jeden Sonntag dieselben Leute in der Kirche und es wird immer dieselbe Geschichte erzählt.
Mein Koffeinpegel fiel leider rasch ab und so nickte ich im Laufe des Abends des Öfteren ein, kann also keine Garantie für einen vollständigen Bericht geben. Meine Bekannte wusste zum Beispiel nach dem Vortrag, dass Däniken ein leuchtend blaues Jackett getragen hatte - wahrscheinlich dasselbe wie auf dem Bild in der Wikipedia. Ich hingegen konnte mir gerade so den Konstruktionsplan des außerirdischen Raumschiffs einprägen. Man weiß ja nie, vielleicht sitze ich irgendwann am Rande der Galaxis fest, habe mein Handtuch vergessen und muss mir selbst ein Vehikel bauen.
Däniken ist bekannt dafür, dass er archäologische Funde nach Beweisen für Außerirdische durchforscht. Wie er selbst zugibt, hat er bisher keine gefunden, nur "Indizien". Er begann seinen Vortrag mit seiner Version der Panspermie. Diesen Begriff kannte ich schon mit anderer Bedeutung und die Wikipedia bestätigte meine Irritation. Als Panspermie wird von der Wissenschaft die Hypothese von der Ausbreitung primitiver Lebensformen im All bezeichnet, die so das Leben auf andere bewohnbare Planeten tragen. Diese Theorie soll unter anderem das Problem lösen, wie DNS und Proteine auf der Erde sich zur Zusammenarbeit gefunden haben - sie mussten das gar nicht, weil bereits fertige Lebewesen auf die Erde kamen. Aber Panspermie beantwortet die Frage eigentlich nicht, sondern verschiebt das Rätsel lediglich an einen anderen Ort und zu einer anderen Zeit im Universum.
Für Dänken hingegen ist Panspermie die Möglichkeit, auch mit primitiven (=uns bekannten) Mitteln die Galaxis zu kolonialisieren. Reist man mit 2% der Lichtgeschwindigkeit, dann benötigt man für die durchschnittlich zehn Lichtjahre von einem Stern zum nächsten etwa fünfhundert Jahre. Wenn man dort in weiteren etwa fünfhundert Jahren ein zweites Raumschiff baut und sich beide danach wieder auf die Reise machen, dann kann man in etwa zehn Millionen Jahren die gesamte Galaxis kolonialisieren. zehn Millionen Jahre sind im Vergleich zu den zehn Milliarden Jahren, die unsere Galaxis bereits existiert, nur ein Promille.
Diese Idee wurde auch von einigen Wissenschaftlern geäußert und wirft die interessante Frage auf, warum wir dann noch keinen Kontakt mit anderen Zivilisationen aufnehmen konnten. Die viereinhalb Standardantwortmöglichkeiten sind:
Ich schrieb aber von "viereinhalb" Antworten, denn hinter der vierten verstecken sich mehrere unterschiedliche Szenarien. Eine Möglichkeit ist zum Beispiel, dass die Außerirdischen, die von unserer Zurückgebliebenheit und Unreife wissen, eine Sphäre um das Sonnensystem errichtet haben und uns so "großes Kino" vorspielen können. Wir sehen gar keine Sterne, sondern die Außerirdischen schieben kleine Lämpchen hin und her, die wir für Sterne halten sollen. Außerdem stellen sie uns Knobelaufgaben, z.B. indem sie uns dunkle Materie und dunkle Energie, eine Expansion des Universums und vieles andere vorgaukeln. Erst weiter draußen im Universum spielt sich das wahre Leben ab und tobt der Bär.
Däniken bevorzugt hingegen die zweite Halbantwort dieser vierten Möglichkeit: Die Außerirdischen waren schon mal hier und haben uns so schöne Beweise hinterlassen wie von Menschen unter ihrer Anleitung gebaute Tempel, Felszeichnungen, geometrische interessante Abstände menschlicher Ansiedlungen, merkwürdige Kalenderrechnungen und in den heiligen Schriften versteckte Beschreibungen ihrer Raumschiffe. Nach Vollbringung einiger Wunder sind sie weiter geflogen.
So wie Däniken nach Indizien sucht, die den Besuch Außerirdischer auf der Erde wahrscheinlicher erscheinen lassen, lohnt es sich, die Indizien zur Kenntnis zu nehmen, die das äußerst unwahrscheinlich erscheinen lassen. Bereits die Reisemethode finde ich unplausibel. Wenn sich Wesen einer fortgeschrittenen Zivilisation auf die Reise begeben, dann könnten sie durchaus so starten, wie eingangs zitiert. Aber sollte es in den folgenden zehn Millionen Jahren keinerlei technologische Fortschritte mehr geben? Wir haben es immerhin in den letzten tausend Jahren, das ist der zehntausendste Teil von zehn Millionen, geschafft, von Segel- auf Raumschiffe umzusteigen. Meine Prognose deshalb: Wenn sich eine Zivilisation dazu entschließt, die Galaxis zu kolonialisieren, dann kann sie dies in schätzungsweise 100.000-150.000 Jahren schaffen (unsere Galaxis hat einen Durchmesser von 70.000 Lichtjahren).
Und warum sollten die Außerirdischen, nachdem sie hier so nett mit den Eingeborenen geplauscht haben, einfach weiter ziehen, ohne einen eindeutigeren Beweis ihres "Boxenstopps" zu hinterlassen als nur ein paar eingefallene Bauten und den Bericht des Propheten Hesekiel in einer der apokryphen Schriften? - Aber immerhin konnte laut Däniken ein Nasaingenieur aus dem Bericht dieses Propheten eindeutig den Konstruktionsplan eines Landungsraumschiffs der Außerirdischen rekonstruieren, das interstellare Mutterschiff kreiste derweil natürlich weiterhin im Orbit. Um Hesekiel richtig zu verstehen, müsse man nur etwa zehn Wörter durch andere ersetzen, z.B. "Gott" durch "Raumschiffkommandant". Denn laut Hesekiel erhob sich Gott, um Hesekiel mit Handschlag zu begrüßen. Das tue Gott nicht, sich aus seinem Thron erheben und einem Menschen die Hand reichen.

Wie eingangs erwähnt, war ich gestern Abend wirklich sehr schläfrig. Erst gegen Ende wurde ich wieder etwas munter, als Däniken vom Kalender der Maya sprach. Der ist mit seiner Periode ja wirklich sehr merkwürdig. Die Maya, die möglicherweise von den Außerirdischen mit diesem Kalender beschenkt worden waren, hätten in ihm geheimes Wissen bewahrt. Der Majakalender erreicht am 21.12.2012 einen besonderen Punkt und Däniken sprach davon, dass zu diesem Zeitpunkt vielleicht die Außerirdischen zurückkehren könnten. Ich wurde deshalb aufmerksam, weil ich hier eine Falsifikationsmöglichkeit für Dänikens Theorie sah: Tauchen die Außerirdischen an diesem Tag auf (oder eine Woche oder einen Monat später, bei einer solch langen Anreise, wer wollte da so kritisch sein?), dann hätte Däniken Recht, ansonsten wäre seine Theorie falsch. Aber leider relativierte er mit seinen nächsten Sätzen seine Aussagen wieder. Es wäre ja auch möglich, dass sich die Maya um ein oder zwei Jahrhunderte verrechnet hätten. Tja, das kann ja wirklich mal passieren, irgendwann werden die Außerirdischen schon kommen, wenn nicht heute, dann eben ein bisschen später.
Kategorie: Alltag
Mein Koffeinpegel fiel leider rasch ab und so nickte ich im Laufe des Abends des Öfteren ein, kann also keine Garantie für einen vollständigen Bericht geben. Meine Bekannte wusste zum Beispiel nach dem Vortrag, dass Däniken ein leuchtend blaues Jackett getragen hatte - wahrscheinlich dasselbe wie auf dem Bild in der Wikipedia. Ich hingegen konnte mir gerade so den Konstruktionsplan des außerirdischen Raumschiffs einprägen. Man weiß ja nie, vielleicht sitze ich irgendwann am Rande der Galaxis fest, habe mein Handtuch vergessen und muss mir selbst ein Vehikel bauen. Däniken ist bekannt dafür, dass er archäologische Funde nach Beweisen für Außerirdische durchforscht. Wie er selbst zugibt, hat er bisher keine gefunden, nur "Indizien". Er begann seinen Vortrag mit seiner Version der Panspermie. Diesen Begriff kannte ich schon mit anderer Bedeutung und die Wikipedia bestätigte meine Irritation. Als Panspermie wird von der Wissenschaft die Hypothese von der Ausbreitung primitiver Lebensformen im All bezeichnet, die so das Leben auf andere bewohnbare Planeten tragen. Diese Theorie soll unter anderem das Problem lösen, wie DNS und Proteine auf der Erde sich zur Zusammenarbeit gefunden haben - sie mussten das gar nicht, weil bereits fertige Lebewesen auf die Erde kamen. Aber Panspermie beantwortet die Frage eigentlich nicht, sondern verschiebt das Rätsel lediglich an einen anderen Ort und zu einer anderen Zeit im Universum.
Für Dänken hingegen ist Panspermie die Möglichkeit, auch mit primitiven (=uns bekannten) Mitteln die Galaxis zu kolonialisieren. Reist man mit 2% der Lichtgeschwindigkeit, dann benötigt man für die durchschnittlich zehn Lichtjahre von einem Stern zum nächsten etwa fünfhundert Jahre. Wenn man dort in weiteren etwa fünfhundert Jahren ein zweites Raumschiff baut und sich beide danach wieder auf die Reise machen, dann kann man in etwa zehn Millionen Jahren die gesamte Galaxis kolonialisieren. zehn Millionen Jahre sind im Vergleich zu den zehn Milliarden Jahren, die unsere Galaxis bereits existiert, nur ein Promille.
Diese Idee wurde auch von einigen Wissenschaftlern geäußert und wirft die interessante Frage auf, warum wir dann noch keinen Kontakt mit anderen Zivilisationen aufnehmen konnten. Die viereinhalb Standardantwortmöglichkeiten sind:
- Wir sind die ersten intelligenten Lebensformen in der Galaxis.
- Eine fortgeschrittene Zivilisation existiert nicht lange genug, um mit anderen zu kommunizieren.
- Fortgeschrittene Zivilisationen haben kein Interesse an anderen Lebensformen bzw. die Kommunikations- und Reisemöglichkeiten sind begrenzt.
- Es wimmelt von Außerirdischen "da draußen", die ihre Existenz vor uns verbergen.
Ich schrieb aber von "viereinhalb" Antworten, denn hinter der vierten verstecken sich mehrere unterschiedliche Szenarien. Eine Möglichkeit ist zum Beispiel, dass die Außerirdischen, die von unserer Zurückgebliebenheit und Unreife wissen, eine Sphäre um das Sonnensystem errichtet haben und uns so "großes Kino" vorspielen können. Wir sehen gar keine Sterne, sondern die Außerirdischen schieben kleine Lämpchen hin und her, die wir für Sterne halten sollen. Außerdem stellen sie uns Knobelaufgaben, z.B. indem sie uns dunkle Materie und dunkle Energie, eine Expansion des Universums und vieles andere vorgaukeln. Erst weiter draußen im Universum spielt sich das wahre Leben ab und tobt der Bär.
Däniken bevorzugt hingegen die zweite Halbantwort dieser vierten Möglichkeit: Die Außerirdischen waren schon mal hier und haben uns so schöne Beweise hinterlassen wie von Menschen unter ihrer Anleitung gebaute Tempel, Felszeichnungen, geometrische interessante Abstände menschlicher Ansiedlungen, merkwürdige Kalenderrechnungen und in den heiligen Schriften versteckte Beschreibungen ihrer Raumschiffe. Nach Vollbringung einiger Wunder sind sie weiter geflogen.
So wie Däniken nach Indizien sucht, die den Besuch Außerirdischer auf der Erde wahrscheinlicher erscheinen lassen, lohnt es sich, die Indizien zur Kenntnis zu nehmen, die das äußerst unwahrscheinlich erscheinen lassen. Bereits die Reisemethode finde ich unplausibel. Wenn sich Wesen einer fortgeschrittenen Zivilisation auf die Reise begeben, dann könnten sie durchaus so starten, wie eingangs zitiert. Aber sollte es in den folgenden zehn Millionen Jahren keinerlei technologische Fortschritte mehr geben? Wir haben es immerhin in den letzten tausend Jahren, das ist der zehntausendste Teil von zehn Millionen, geschafft, von Segel- auf Raumschiffe umzusteigen. Meine Prognose deshalb: Wenn sich eine Zivilisation dazu entschließt, die Galaxis zu kolonialisieren, dann kann sie dies in schätzungsweise 100.000-150.000 Jahren schaffen (unsere Galaxis hat einen Durchmesser von 70.000 Lichtjahren).
Und warum sollten die Außerirdischen, nachdem sie hier so nett mit den Eingeborenen geplauscht haben, einfach weiter ziehen, ohne einen eindeutigeren Beweis ihres "Boxenstopps" zu hinterlassen als nur ein paar eingefallene Bauten und den Bericht des Propheten Hesekiel in einer der apokryphen Schriften? - Aber immerhin konnte laut Däniken ein Nasaingenieur aus dem Bericht dieses Propheten eindeutig den Konstruktionsplan eines Landungsraumschiffs der Außerirdischen rekonstruieren, das interstellare Mutterschiff kreiste derweil natürlich weiterhin im Orbit. Um Hesekiel richtig zu verstehen, müsse man nur etwa zehn Wörter durch andere ersetzen, z.B. "Gott" durch "Raumschiffkommandant". Denn laut Hesekiel erhob sich Gott, um Hesekiel mit Handschlag zu begrüßen. Das tue Gott nicht, sich aus seinem Thron erheben und einem Menschen die Hand reichen.

Wie eingangs erwähnt, war ich gestern Abend wirklich sehr schläfrig. Erst gegen Ende wurde ich wieder etwas munter, als Däniken vom Kalender der Maya sprach. Der ist mit seiner Periode ja wirklich sehr merkwürdig. Die Maya, die möglicherweise von den Außerirdischen mit diesem Kalender beschenkt worden waren, hätten in ihm geheimes Wissen bewahrt. Der Majakalender erreicht am 21.12.2012 einen besonderen Punkt und Däniken sprach davon, dass zu diesem Zeitpunkt vielleicht die Außerirdischen zurückkehren könnten. Ich wurde deshalb aufmerksam, weil ich hier eine Falsifikationsmöglichkeit für Dänikens Theorie sah: Tauchen die Außerirdischen an diesem Tag auf (oder eine Woche oder einen Monat später, bei einer solch langen Anreise, wer wollte da so kritisch sein?), dann hätte Däniken Recht, ansonsten wäre seine Theorie falsch. Aber leider relativierte er mit seinen nächsten Sätzen seine Aussagen wieder. Es wäre ja auch möglich, dass sich die Maya um ein oder zwei Jahrhunderte verrechnet hätten. Tja, das kann ja wirklich mal passieren, irgendwann werden die Außerirdischen schon kommen, wenn nicht heute, dann eben ein bisschen später.
Kategorie: Alltag
Mittwoch, 11.März 2009
Das mit den Außerirdischen die hier angeblich zu besuch waren, hat ja einen gewissen Charme, sonderlich wahrscheinlich ist es aber nicht.
Aber in dieser verrückten Welt, da wünscht sich eben mancher Außerirdische die schlauer sind als wir... und uns vielleicht auch noch irgendwann helfen unsere Probleme zu lösen...
Viele Grüße
Aurisa
Und ich würde es nicht an einem bestimmten Datum festnageln....