Prüfungsaufsicht an der Uni
Heute hatte ich Prüfungsaufsicht an der Uni. Ich bin seit 17 Jahren dort kein Angestellter mehr, aber mein Chef hatte mich als seinen Vertreter dorthin geschickt. Die Personalsituation ist schlecht, das wusste ich bereits. Sie ist jedoch inzwischen so katastrophal, dass man Honorarverträge mit Rentnern abgeschlossen hat, damit diese Seminare und Praktika halten.
Der Professor selbst wollte dieses Jahr in Pension gehen. Aber das Berufungsverfahren scheiterte und nun macht er erstmal ein Jahr weiter. Im Verfahren hatte man alle Kandidaten weggemobbt, die den Job haben wollten, übrig blieb der Wunschkandidat des jetzigen Amtsinhabers, der sich, fachlich hervorragend, jedoch alscharakterliche Niete ungeeignet herausstellte. Wenn ich mich bewerben könnte (ich bin zu alt), würden die Verhandlungen an meinen Forderungen scheitern: Die jetzige Personalausstattung reicht nur zur Ausgestaltung von 2/3 der Lehre, also würde ich als Minimum eine Verdopplung der Stellen fordern - damit wenigstens ein bisschen Forschung neben der Lehre möglich ist, man Drittmittelgelder einsammeln kann und die Arbeit für alle Mitarbeiter ein klein wenig motivierender wird.
Es ist schon erstaunlich, wie zielsicher in den vergangenen Jahren der Karren vor den Baum gefahren wurde. Die Mitarbeiterzahl ist um mehr als die Hälfte geschrumpft, zugleich haben sich die Studentenzahlen fast verdreifacht. Und dieser Prozess der Vergrößerung der Studentenzahlen wird anhalten, denn Deutschland hinkt den Nachbarländern hinterher. In der DDR lag die Abiturientenquote bei 11%, nicht viel weniger haben danach studiert. Jetzt bewegen sich die Quoten (in den Nachbarländern) unaufhaltsam auf die 50%-Grenze zu.
Dass das den Charakter eines Studiums grundlegend ändern muss, scheint vielen Verantwortlichen nicht klar zu sein. Viele meiner Exkollegen beklagen den ständigen Niedergang des studentischen Niveaus. Aber das ist durch die gewollte Ausweitung der Menge an Studenten ein völlig normaler Vorgang und die Hochschulen müssen dem Rechnung tragen. Man kann Unis nicht mehr so führen wie zu Humboldts Zeiten, als in ganz Europa ein paar hundert Menschen studiert haben und sich die Geistesgrößen durch gegenseitige Besuche (einmal im Leben) persönlich kennen gelernt haben. Wenn das Gros der Jugendlichen heute an Unis einen normalen Beruf lernt und nicht mehr an Berufsschulen, dann müssen die Unis wenigstens zu einem gewissen Teil auch wie Berufsschulen organisiert werden: Straffe und aufeinander abgestimmte Zeitpläne und Anwesenheitskontrollen, im Gegenzug garantierte Praktikums- und Seminarplätze, ausreichende Stipendien, garantierte Wohnheimplätze, etc.
Vor genau 25 Jahren habe ich die Prüfung in demselben Fach geschrieben, in dem ich sie heute beaufsichtigt habe. Damals ging sie über vier Stunden, heute waren es nur noch zwei. Die Zahl der Aufgaben hat sich mehr als halbiert, der Schwierigkeitsgrad erschien mir weitgehend gleich, jedenfalls erkannte ich auf den Aufgabenzetteln die verschiedenen Aufgabentypen wieder. Nicht weiter verwunderlich für ein Grundlagenfach im ersten Studienjahr.
Dass heute ein Freitag, der Dreizehnte war, hat offenbar keinen gestört, aber ich habe nach der Aufsicht ein klein wenig gerechnet und eine Freitag-der-13.-Statistik aufgestellt:
2001 2 Apr Jul
2002 1 Sep
2003 1 Jun
2004 2 Feb Aug
2005 1 Mai
2006 2 Jan Okt
2007 2 Apr Jul
2008 1 Jun
2009 3 Feb Mär Nov
2010 1 Aug
2011 1 Mai
2012 3 Jan Apr Jul
2013 1 Sep
2014 1 Jun
2015 3 Feb Mär Nov
2016 1 Mai
2017 2 Jan Okt
2018 2 Apr Jul
2019 1 Sep
2020 2 Mär Nov
2021 1 Aug
2022 1 Mai
2023 2 Jan Okt
2024 1 Sep
2025 1 Jun
2026 3 Feb Mär Nov
2027 1 Aug
2028 1 Okt
Diese Liste ist wie folgt zu lesen: "Jahr Anzahl_der_Fd13 Monate". Die Liste ist periodisch mit einer Periodenlänge von 28 Jahren, die sich aus den sieben Wochentagen, dem vierjährigen Schaltjahrzyklus und dem eintägigen Vorrücken der Wochentage je Jahr mit Ausnahme der Schaltjahre ergibt, 365 geteilt durch sieben hat den Rest eins. Wenn man also wissen will, wie es 2029 wird, muss man nach 2001 gucken. Für die Anzahlen der 13. je Jahr ergibt sich in den 28 Jahren:
0: 0
1: 16
2: 8
3: 4
Wir sind heuer also in einem von vier Jahren, in denen es drei solche Freitage gibt: Im Februar, im März und im November.
Kategorie: Alltag
Der Professor selbst wollte dieses Jahr in Pension gehen. Aber das Berufungsverfahren scheiterte und nun macht er erstmal ein Jahr weiter. Im Verfahren hatte man alle Kandidaten weggemobbt, die den Job haben wollten, übrig blieb der Wunschkandidat des jetzigen Amtsinhabers, der sich, fachlich hervorragend, jedoch als
Es ist schon erstaunlich, wie zielsicher in den vergangenen Jahren der Karren vor den Baum gefahren wurde. Die Mitarbeiterzahl ist um mehr als die Hälfte geschrumpft, zugleich haben sich die Studentenzahlen fast verdreifacht. Und dieser Prozess der Vergrößerung der Studentenzahlen wird anhalten, denn Deutschland hinkt den Nachbarländern hinterher. In der DDR lag die Abiturientenquote bei 11%, nicht viel weniger haben danach studiert. Jetzt bewegen sich die Quoten (in den Nachbarländern) unaufhaltsam auf die 50%-Grenze zu.
Dass das den Charakter eines Studiums grundlegend ändern muss, scheint vielen Verantwortlichen nicht klar zu sein. Viele meiner Exkollegen beklagen den ständigen Niedergang des studentischen Niveaus. Aber das ist durch die gewollte Ausweitung der Menge an Studenten ein völlig normaler Vorgang und die Hochschulen müssen dem Rechnung tragen. Man kann Unis nicht mehr so führen wie zu Humboldts Zeiten, als in ganz Europa ein paar hundert Menschen studiert haben und sich die Geistesgrößen durch gegenseitige Besuche (einmal im Leben) persönlich kennen gelernt haben. Wenn das Gros der Jugendlichen heute an Unis einen normalen Beruf lernt und nicht mehr an Berufsschulen, dann müssen die Unis wenigstens zu einem gewissen Teil auch wie Berufsschulen organisiert werden: Straffe und aufeinander abgestimmte Zeitpläne und Anwesenheitskontrollen, im Gegenzug garantierte Praktikums- und Seminarplätze, ausreichende Stipendien, garantierte Wohnheimplätze, etc.
Vor genau 25 Jahren habe ich die Prüfung in demselben Fach geschrieben, in dem ich sie heute beaufsichtigt habe. Damals ging sie über vier Stunden, heute waren es nur noch zwei. Die Zahl der Aufgaben hat sich mehr als halbiert, der Schwierigkeitsgrad erschien mir weitgehend gleich, jedenfalls erkannte ich auf den Aufgabenzetteln die verschiedenen Aufgabentypen wieder. Nicht weiter verwunderlich für ein Grundlagenfach im ersten Studienjahr.
Dass heute ein Freitag, der Dreizehnte war, hat offenbar keinen gestört, aber ich habe nach der Aufsicht ein klein wenig gerechnet und eine Freitag-der-13.-Statistik aufgestellt:
2001 2 Apr Jul
2002 1 Sep
2003 1 Jun
2004 2 Feb Aug
2005 1 Mai
2006 2 Jan Okt
2007 2 Apr Jul
2008 1 Jun
2009 3 Feb Mär Nov
2010 1 Aug
2011 1 Mai
2012 3 Jan Apr Jul
2013 1 Sep
2014 1 Jun
2015 3 Feb Mär Nov
2016 1 Mai
2017 2 Jan Okt
2018 2 Apr Jul
2019 1 Sep
2020 2 Mär Nov
2021 1 Aug
2022 1 Mai
2023 2 Jan Okt
2024 1 Sep
2025 1 Jun
2026 3 Feb Mär Nov
2027 1 Aug
2028 1 Okt
Diese Liste ist wie folgt zu lesen: "Jahr Anzahl_der_Fd13 Monate". Die Liste ist periodisch mit einer Periodenlänge von 28 Jahren, die sich aus den sieben Wochentagen, dem vierjährigen Schaltjahrzyklus und dem eintägigen Vorrücken der Wochentage je Jahr mit Ausnahme der Schaltjahre ergibt, 365 geteilt durch sieben hat den Rest eins. Wenn man also wissen will, wie es 2029 wird, muss man nach 2001 gucken. Für die Anzahlen der 13. je Jahr ergibt sich in den 28 Jahren:
0: 0
1: 16
2: 8
3: 4
Wir sind heuer also in einem von vier Jahren, in denen es drei solche Freitage gibt: Im Februar, im März und im November.
Kategorie: Alltag
Freitag, 13.Februar 2009

Edit: Möglicherweise gibt es eine Organisation die sich Fünfter Freitag im Februar (FFF) nennt - und feiert. Du hast ja die "F"s so schön fett geschrieben in deinem Kommentar, das sollte doch sicher etwas bedeuten.