Die unglaubliche Lösung der Finanzkrise
Es gibt nicht nur Geschichten, die unglaublich sind, sondern einige wenige sind sogar unglaublich lustig und die besten gar unglaublich unglaublich. Was soll man von folgender Geschichte halten?
In den Kommentaren hier wird über die Funktionen des Geldes geschrieben. In der Wikipedia erfährt man es genauer: Geldfunktion. Nützlich sind in jedem Fall die beiden Funktionen Tauschmittel und Wertvergleichsmaßstab. Wegen diesen beiden Funktionen ist es in einer modernen Gesellschaft praktisch unmöglich, Geld abzuschaffen (man kann es lediglich anders nennen).
Problematisch ist die Wertaufbewahrungsfunktion. Hier zeigt sich, dass Geld eine gesellschaftliche Konvention ist, die voraussetzt, dass alle Beteiligten an seine Funktionsfähigkeit glauben. Jemand, der heute Geld als Gegenwert für eine von ihm erbrachte Leistung akzeptiert, muss die Gewissheit haben, dass er morgen für dieses Geld seinerseits eine geldwerte Leistung eintauschen kann.
Geld als Ware ist als eine von ganz wenigen Gütern nicht verderblich, die theoretisch optimale Inflationsrate muss deshalb die durchschnittliche Verderblichkeit aller übrigen Dinge, die für Geld gekauft und gegen Geld verkauft werden können, abbilden. Das motiviert dazu, Geld in Kapital umzuwandeln, das über die Erweiterung der Produktion zum Mehrwert führt. Es gibt zwar immer noch Leute, die glauben, ihr Geld würde verzinst. Tatsächlich ist es aber der in Geld ausgedrückte Zuwachs an Gütern und Dienstleistungen, den sie durch ihren Konsumverzicht ermöglichen.
Mit diesem Konsumverzicht wird also die Verzinsung des Kapitals des Kapitalgebers begründet. Hier zeigt sich die ganze Janusköpfigkeit einer auf Geld aufbauenden Gesellschaft besonders deutlich: Damit einige Vermögende Zinsen erhalten können, müssen viele andere erstens arbeiten und zweitens konsumieren, d.h. ihr eigenes geringes Einkommen gleich wieder ausgeben.
Vielleicht sollte man zum Steingeld zurückkehren? Extrem große Vermögen anzuhäufen, geht nicht, denn man muss die Steine ja auf eigenem Grund lagern. Und Steuerhinterziehung im Ausland ist ebenfalls unmöglich, denn wer würde einem Stein-Reichen seinen für alle deutlich sichtbaren Haufen über die Grenze tragen?
Kategorie: Köppnicks Welt
Rai, auch Steingeld genannt, ist ein auf der Insel Ulithi in Yap, einem Bundesstaat der Föderierten Staaten von Mikronesien, verwendetes Tauschmittel und gilt immer noch als Zahlungsmittel, obwohl die Herstellung 1931 eingestellt wurde. Es besteht aus Steinscheiben, die überall auf den Inseln am Wegesrand oder um die Häuser liegen. Wenn Rai den Besitzer wechselt, lässt der neue Eigentümer den Stein gewöhnlich aufgrund des Gewichts und der damit entstehenden Schwierigkeiten des Transports da liegen, wo er ist. Wem welcher Stein gehört wird einfach gemerkt.Diesen Artikel findet man nicht, wie vielleicht zu vermuten, in der Kamelopedia, sondern in der Wikipedia: Steingeld.
Die Steine können von Handtellergröße bis zu 4 Meter Durchmesser haben und über 5 Tonnen wiegen. Sie bestehen bevorzugt aus den Mineralien Aragonit und Kalzit, welche jedoch nicht auf der Insel vorkommen. Somit mussten die Steine von Palau, das etwa 400 Kilometer südwestlich von Yap liegt, beschafft werden. Diese Entfernung wurde mit Auslegerbooten in einer fünftägigen Reise überwunden. Durch die Steine wurde ein Loch geschlagen, so dass man mit Hilfe von Stäben die Steine zum Meer transportieren kann. Hier wurden sie auf Bambusflöße oder Kanus geladen. Besonders große Steine wurden im Meer aufgestellt und das Floß drumherum gebaut. Auf dem Weg nach Yap gingen auch Steine im Meer unter. Sie gehören trotzdem noch jemandem und zählen als Geld. Es existieren heute noch etwa 300 verschieden große und verschieden schwere Scheiben.
Das Steingeld wurde ausschließlich von Männern benutzt. Heute wird das Geld nur noch selten verwendet, hauptsächlich bei symbolischen Geschäften. Etwa wenn Land "verkauft" wird; nur die Nutzungsrechte, da Land auf Yap keinen Eigentümer hat. Dabei bleibt in der Regel der Stein unbewegt vor Ort, nur der Eigentümer wechselt. Die Eigentumsrechte an den Scheiben sind in den jeweiligen Dörfern allen Dorfältesten bekannt, sodass ein Diebstahl nicht in Frage kommt.
Sie müssen − nach der Tradition − immer auf dem Rand stehend (das heißt angelehnt an Bäume, Häuser etc.) aufbewahrt werden. Es gilt als schwere Beleidigung und ist auf Yap gesetzlich verboten, sich auf die Steinscheiben zu setzen, zu stellen oder diese sonst wie (z. B. als Picknicktisch) zu zweckentfremden. Auch Touristen können deswegen zu Geldstrafen verurteilt werden (die allerdings in Dollarscheinen an die Staatskasse zu zahlen sind), hinzu kommen die bösen Blicke der Einheimischen.
Der Wert ergibt sich aus vielen Faktoren wie:
- Größe
- Natürliche Schönheit
- Form
- Geschichte der Münze
- Wie alt sie ist
- Wie schwierig es war, sie herzustellen
- Kam jemand beim Transport in Gefahr oder ums Leben
- Soziale Stellung der Beteiligten
In den Kommentaren hier wird über die Funktionen des Geldes geschrieben. In der Wikipedia erfährt man es genauer: Geldfunktion. Nützlich sind in jedem Fall die beiden Funktionen Tauschmittel und Wertvergleichsmaßstab. Wegen diesen beiden Funktionen ist es in einer modernen Gesellschaft praktisch unmöglich, Geld abzuschaffen (man kann es lediglich anders nennen).
Problematisch ist die Wertaufbewahrungsfunktion. Hier zeigt sich, dass Geld eine gesellschaftliche Konvention ist, die voraussetzt, dass alle Beteiligten an seine Funktionsfähigkeit glauben. Jemand, der heute Geld als Gegenwert für eine von ihm erbrachte Leistung akzeptiert, muss die Gewissheit haben, dass er morgen für dieses Geld seinerseits eine geldwerte Leistung eintauschen kann.
Geld als Ware ist als eine von ganz wenigen Gütern nicht verderblich, die theoretisch optimale Inflationsrate muss deshalb die durchschnittliche Verderblichkeit aller übrigen Dinge, die für Geld gekauft und gegen Geld verkauft werden können, abbilden. Das motiviert dazu, Geld in Kapital umzuwandeln, das über die Erweiterung der Produktion zum Mehrwert führt. Es gibt zwar immer noch Leute, die glauben, ihr Geld würde verzinst. Tatsächlich ist es aber der in Geld ausgedrückte Zuwachs an Gütern und Dienstleistungen, den sie durch ihren Konsumverzicht ermöglichen.
Mit diesem Konsumverzicht wird also die Verzinsung des Kapitals des Kapitalgebers begründet. Hier zeigt sich die ganze Janusköpfigkeit einer auf Geld aufbauenden Gesellschaft besonders deutlich: Damit einige Vermögende Zinsen erhalten können, müssen viele andere erstens arbeiten und zweitens konsumieren, d.h. ihr eigenes geringes Einkommen gleich wieder ausgeben.
Vielleicht sollte man zum Steingeld zurückkehren? Extrem große Vermögen anzuhäufen, geht nicht, denn man muss die Steine ja auf eigenem Grund lagern. Und Steuerhinterziehung im Ausland ist ebenfalls unmöglich, denn wer würde einem Stein-Reichen seinen für alle deutlich sichtbaren Haufen über die Grenze tragen?
Kategorie: Köppnicks Welt
Mittwoch, 04.Februar 2009