Beim Mittagessen

Am Abend zuvor hatte Köppnick mit großem Interesse den folgenden Artikel gelesen:
Möglichst lange leben, das wollen viele Menschen. Was man tun kann, um sein Leben zu verlängern, das möchte jeder wissen; darum sind zwei Studien der Universitäten von Harvard und Cambridge sehr nützlich, die Hilfe bieten für den Gewinn an Lebenszeit. Die Cambridge-Forscher beispielsweise haben wichtige Faktoren für den Lebensplaner herausgearbeitet. Ein langes, ausgefülltes Sexualleben bringt zweieinhalb Jahre mehr Lebenszeit, und wenn man religiös ist und viele Freunde hat, gibt es drei Jahre hinzu. Weintrinken wird mit vier Jahren belohnt, Bildung mit bis zu fünf Jahren zusätzlicher Lebenszeit, Nichtrauchen bringt zehn Jahre, relativer Wohlstand und das Wohnen in einer „besseren" Gegend bringen sogar 20 Jahre. Anerkennung ist auch nicht schlecht: Nobelpreisträger werden im Schnitt 1,8 Jahre älter als Kollegen, die zwar nominiert waren, aber nicht ausgezeichnet wurden.
Am nächsten Tag, auf dem Weg zum Mittagessen, erwähnte Köppnick, bei dem es bis auf den heutigen Tag noch nichts mit dem Nobelpreis geworden war, dass er ab jetzt vermutlich regelmäßig in die Kirche zum Beten gehen müsse, um den sonst drohenden katastrophalen Verlust an Lebenserwartung zu kompensieren.

Das weckte die Neugier seiner Kollegen. An alle Details des von ihm zu Hause gelesenen Artikels konnte Köppnick sich zwar nicht mehr erinnern, nur an die lebensverlängernde Wirkung von viel Sex, Beten, der guten Wohngegend und den Nobelpreisen. Später fiel ihm noch der regelmäßige Alkoholgenuss ein. Ein Kollege merkte trocken an, dass somit religiöse Edelhuren („edel“, damit in einer guten Wohngegend lebend) uralt werden müssten.

Beim Essen diskutierten sie dann darüber, dass einerseits die Edelhuren ihren Beruf bis ins hohe Alter fortsetzen müssten, um in den Genuss der vollen lebensverlängernden Wirkung zu kommen aber andererseits an Kunden in fortgeschrittenem Alter kein Mangel sein dürfte, denn alle lebensverlängernden Größen sind sicherlich stark korreliert. Das heißt in guten Wohngegenden sollte man mit dem gehäuften Auftreten wohlhabender, religiöser, Rotwein trinkender Nobelpreisträger in fortgeschrittenem Alter rechnen können.

Köppnicks Lieblingskollegin gefiel die ganze Diskussionsrichtung mit den Edelhuren offenbar gar nicht, sie schlug als Alternative vor, dass die Männer beim zur Lebensverlängerung unbedingt notwendigen vielen Sex doch besser ihre eigenen Frauen anbeten sollten. Begeistert stimmten ihr alle Männer zu, denn das würde auch die lästige Zeitverschwendung beim regelmäßigen Beten in der Kirche und die Notwendigkeit des zeitigen Aufstehens am Sonntag erübrigen.

Kategorie: Köppnicks Welt
rosmarin - 24. Januar, 12:04

:-)..... und das Anbeten der eigenen Frauen würde sich insbesondere dann erleichtern, wenn diese sich auch wie Edelhuren benehmen könnten. oder?

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Kommentare hier ...

Bitte mehr davon? Aus...
Bitte mehr davon? Aus meiner Sicht auf keinen Fall,...
Köppnick - 25. Dezember, 16:53
bitte mehr davon
Nimmersatt (Gast) - 25. Dezember, 15:33
lach.... ich bin im stern...
lach.... ich bin im stern *
rosmarin - 3. Dezember, 18:48
Oje, das mit der Halswirbelsäule...
Oje, das mit der Halswirbelsäule ist an mir vorbeigegangen. Das...
steppenhund - 2. Dezember, 11:07
Denk an meine Halswirbelsäule...
Denk an meine Halswirbelsäule und meinen schmerzenden...
Köppnick - 30. November, 22:22
Nanu, gar ken Kommentar?...
Nanu, gar ken Kommentar? :)))
steppenhund - 30. November, 20:45
Fachwörter und deren...
Die Autorin präferiert eine sehr restringierte...
Count Lecrin - 30. November, 19:53
passend zu diesen erkenntnissen:
mit 3 freust du dich, wenn du keine windeln brauchst. mit...
la-mamma - 30. November, 19:43
Ich möchte Ihnen...
Ich möchte Ihnen gehörig Respekt zollen,...
Count Lecrin - 30. November, 19:34
Mail geschickt.)
Mail geschickt.)
steppenhund - 28. November, 16:28
Nein, wir haben uns noch...
Nein, wir haben uns noch nicht bemailt. Meine Adresse...
Köppnick - 28. November, 15:46
Ich bilde mir ein, dass...
Ich bilde mir ein, dass wir schon Email-Kontakt hatten....
steppenhund - 28. November, 15:02