Harry Potter sitzt ab heute auf dem Flur
Gestern habe ich zwei neue Bücherregale aufgestellt, 10 zusätzliche Regalmeter auf dem Flur. Eigentlich hatte ich mir fest vorgenommen, die meisten Bücher endlich zu katalogisieren, aber beim Gedanke an die viele Arbeit verging mir doch die Lust und ich habe erstmal nur von dort, wo die Bücher in zwei Reihen standen, alles in die beiden neuen Regale transportiert. Sie sind jetzt fast schon wieder voll. Auch der bibliophile Harry-Potter-Gartenzwerg ist umgezogen.

Jetzt habe ich ein schlechtes Gewissen, natürlich nicht, weil Harry Potter jetzt auf dem Flur sitzt, aber ich habe ungefähr 50 Bücher gefunden, die ich in den letzten ein, zwei Jahren gekauft und noch nicht gelesen habe – dabei wollte ich mir zu Weihnachten neue schenken lassen. Und dann ist mir noch etwas Interessantes aufgefallen: Deutsche Bücher haben auf den Buchrücken ihre Beschriftung so, dass man den Kopf nach links neigen muss, wenn man sie lesen will. Bei englischen Büchern ist es genau umgekehrt. Wie lästig das sein kann, wenn die Bücher immer abwechselnd stehen, bemerkt man in manchen Bibliotheken, wenn man die Reihen abläuft und ständig den Kopf drehen muss.

Die englische Variante erscheint mir logischer. Lagert man die Bücher liegend, dann sollte ja die Vorderseite nach oben zeigen, damit man Autor und Titel erkennen kann. Die Schrift auf dem Buchrücken steht dann auf dem Kopf. Allerdings gibt es auch ein paar deutsche Bücher, bei denen die Beschriftung "englisch" angebracht ist. Der Spektrum-Verlag macht es zum Beispiel so. Vielleicht liegt bei diesem Verlag der Schwerpunkt auf englischsprachigen Büchern und man brät für die deutschen Ausgaben keine Extrawurst.
Bei Zeitschriften geht es noch mehr durcheinander, meistens ist es genau entgegengesetzt zu den Büchern. Für "Spektrum der Wissenschaften" und "Gehirn und Geist" vom Spektrum-Verlag muss man den Kopf nach links neigen, für alle GEOs (die GEO selbst, aber auch ~Epoche, ~Kompakt und ~Wissen) nach rechts.

Aus den beiden letzten Bildern kann man auch etwas über die Arbeitsweise moderner Digitalkameras lernen: In beiden Fächern ist derselbe Hintergrund (Birkenfurnier). Im oberen Bild erscheint dieser Hintergrund rot, im unteren Bild blau. Ursache ist der sogenannte "Weißabgleich". Die Software in der Kamera versucht immer, die durchschnittliche Farbe in einem Bild in Richtung "unbunt" zu ziehen, in Richtung Schwarz/Grau/Weiß, weil unser Auge das auch so macht. Darum haben wir keine Probleme, eine Farbe eindeutig wiederzuerkennen, egal ob wir sie im röteren Morgen- oder Abendlicht oder im blaueren Mittagslicht sehen. Nur bei den Fotos der Kameras besteht das Problem, dass sie erstens nur einen kleinen Ausschnitt abbilden, während wir Menschen stets die gesamte Szene sehen, und dass wir die Bilder später unter ganz anderen Lichtverhältnissen betrachten, als sie entstanden sind. Dieses zweite Problem kennen unsere Augen überhaupt nicht, denn wenn wir uns aus dem Gedächtnis an ein Erlebnis erinnern, dann kommen die Farben aus dem Kopf und werden automatisch richtiggestellt.
Kategorie: Alltag

Jetzt habe ich ein schlechtes Gewissen, natürlich nicht, weil Harry Potter jetzt auf dem Flur sitzt, aber ich habe ungefähr 50 Bücher gefunden, die ich in den letzten ein, zwei Jahren gekauft und noch nicht gelesen habe – dabei wollte ich mir zu Weihnachten neue schenken lassen. Und dann ist mir noch etwas Interessantes aufgefallen: Deutsche Bücher haben auf den Buchrücken ihre Beschriftung so, dass man den Kopf nach links neigen muss, wenn man sie lesen will. Bei englischen Büchern ist es genau umgekehrt. Wie lästig das sein kann, wenn die Bücher immer abwechselnd stehen, bemerkt man in manchen Bibliotheken, wenn man die Reihen abläuft und ständig den Kopf drehen muss.

Die englische Variante erscheint mir logischer. Lagert man die Bücher liegend, dann sollte ja die Vorderseite nach oben zeigen, damit man Autor und Titel erkennen kann. Die Schrift auf dem Buchrücken steht dann auf dem Kopf. Allerdings gibt es auch ein paar deutsche Bücher, bei denen die Beschriftung "englisch" angebracht ist. Der Spektrum-Verlag macht es zum Beispiel so. Vielleicht liegt bei diesem Verlag der Schwerpunkt auf englischsprachigen Büchern und man brät für die deutschen Ausgaben keine Extrawurst.
Bei Zeitschriften geht es noch mehr durcheinander, meistens ist es genau entgegengesetzt zu den Büchern. Für "Spektrum der Wissenschaften" und "Gehirn und Geist" vom Spektrum-Verlag muss man den Kopf nach links neigen, für alle GEOs (die GEO selbst, aber auch ~Epoche, ~Kompakt und ~Wissen) nach rechts.

Aus den beiden letzten Bildern kann man auch etwas über die Arbeitsweise moderner Digitalkameras lernen: In beiden Fächern ist derselbe Hintergrund (Birkenfurnier). Im oberen Bild erscheint dieser Hintergrund rot, im unteren Bild blau. Ursache ist der sogenannte "Weißabgleich". Die Software in der Kamera versucht immer, die durchschnittliche Farbe in einem Bild in Richtung "unbunt" zu ziehen, in Richtung Schwarz/Grau/Weiß, weil unser Auge das auch so macht. Darum haben wir keine Probleme, eine Farbe eindeutig wiederzuerkennen, egal ob wir sie im röteren Morgen- oder Abendlicht oder im blaueren Mittagslicht sehen. Nur bei den Fotos der Kameras besteht das Problem, dass sie erstens nur einen kleinen Ausschnitt abbilden, während wir Menschen stets die gesamte Szene sehen, und dass wir die Bilder später unter ganz anderen Lichtverhältnissen betrachten, als sie entstanden sind. Dieses zweite Problem kennen unsere Augen überhaupt nicht, denn wenn wir uns aus dem Gedächtnis an ein Erlebnis erinnern, dann kommen die Farben aus dem Kopf und werden automatisch richtiggestellt.
Kategorie: Alltag
Samstag, 06.Dezember 2008
Die Probleme kenne ich auch
Katalogisieren? Das habe ich früher mal gemacht - damals als Übung in Datenbankdesign. Ansonsten stehen Aufwand und Nutzen in so krassem Missverhältnis, das ich es lasse.