Die drei Stillen
Vor einer Stunde sind Urs und Traudel in den Kühlschrank umgezogen. Es ist ihre dritte Winterruhe in ihrem eigenen Kühlschrank, Anfang bis Mitte April werden sie wieder geweckt. Aus diesem Anlass habe ich mal eine kleine Grafik angefertigt, die ihre Gewichtszunahme seit Oktober 2006 zeigt, als die beiden bei mir eingezogen sind.

Die blauen Streifen im Diagramm geben die Zeiten der beiden vorigen Winterruhen an. Das Gewicht fällt in den Wochen kurz vorher ab, weil die Schildkröten zwar schon das Fressen eingestellt haben, aber noch aktiv sind. Im Kühlschrank verlieren sie fast kein Gewicht, was sie an Fett verbrennen in dieser Zeit, nehmen sie offenbar an Feuchtigkeit aus dem Substrat wieder auf. In die ersten Monaten nach der Winterruhe fällt dann die größte Gewichtszunahme, während es im Hochsommer eher konstant bleibt.
In diesem Jahr hat Traudel Urs im Gewicht überflügelt, Voriges Jahr hieß Urs noch Ursel, doch in diesem Frühjahr hat er sein wahres Wesen offenbart – kein Wunder, dass er jetzt weniger wiegt, hatte er doch zu Jahresbeginn nur noch Sex im Kopf.
Zweites wichtiges Ereignis an diesem Wochenende: Am Freitag Abend ist meine stille Violine gekommen, eine Yamaha Silent Violin 150. Zuerst wollte ich mir eins der billigeren Teile bei Ebay kaufen, aber die Kommentare über diese Dinger haben mich dann doch dazu gebracht, mehr Geld auszugeben, als ich eigentlich wollte. Zwar kann ich die Qualität jetzt noch nicht ausnützen, doch später hätte ich mich bestimmt über eine Billiggurke geärgert. So sieht sie aus:

Man kann eine normale Schulterstütze befestigen und auch das Gewicht ist nur minimal höher als das der akustischen Geige. Mit der Elektronik kann man den Klang etwas aufbrezeln und außer dem Kopfhörerträger wird niemand anderes belästigt.
Nun kann ich sowohl auf einer akustischen als auch auf einer e-Violine üben. Erster Eindruck: Die Saiten sind etwas länger als auf der akustischen. Das führt dazu, dass die Griffabstände etwas weiter auseinander liegen. Und die Krümmung des Stegs ist auch leicht anders, was sich auf die Bogenführung auswirkt. Nachdem ich gestern ein paar Mal das Instrument gewechselt habe, konnte ich auf keinem von beiden mehr ordentlich spielen (jedenfalls das, was bei mir als ordentlich gilt). Ich frage mich, wie die Profis das hin bekommen, zwischen verschiedenen Instrumenten zu wechseln. Bei ihnen kommt es ja nicht wie bei mir bloß darauf an, den Ton ungefähr auf ein Drittel genau zu treffen, sondern eher auf den Bruchteil eines Hertz.
Also werde ich es wohl so handhaben, dass ich zu Hause immer mit der akustischen Violine spiele und die elektronische nur auf längeren Reisen mitnehme. Ich habe in den letzten Wochen schon drei Nachbarparteien im Haus gefragt, die unter mir hätten leiden können. Alle haben behauptet, noch nichts von meinem Gekrächze, Geschabe und Gejaule gehört zu haben. In ihrem eigenen Interesse hoffe ich, dass sie die Wahrheit gesagt haben. Aber vielleicht wollten sie auch nur höflich sein. Mal sehen, wann mich keiner mehr grüßt im Hausflur.
Kategorien: Alltag, Violine

Die blauen Streifen im Diagramm geben die Zeiten der beiden vorigen Winterruhen an. Das Gewicht fällt in den Wochen kurz vorher ab, weil die Schildkröten zwar schon das Fressen eingestellt haben, aber noch aktiv sind. Im Kühlschrank verlieren sie fast kein Gewicht, was sie an Fett verbrennen in dieser Zeit, nehmen sie offenbar an Feuchtigkeit aus dem Substrat wieder auf. In die ersten Monaten nach der Winterruhe fällt dann die größte Gewichtszunahme, während es im Hochsommer eher konstant bleibt.
In diesem Jahr hat Traudel Urs im Gewicht überflügelt, Voriges Jahr hieß Urs noch Ursel, doch in diesem Frühjahr hat er sein wahres Wesen offenbart – kein Wunder, dass er jetzt weniger wiegt, hatte er doch zu Jahresbeginn nur noch Sex im Kopf.
Zweites wichtiges Ereignis an diesem Wochenende: Am Freitag Abend ist meine stille Violine gekommen, eine Yamaha Silent Violin 150. Zuerst wollte ich mir eins der billigeren Teile bei Ebay kaufen, aber die Kommentare über diese Dinger haben mich dann doch dazu gebracht, mehr Geld auszugeben, als ich eigentlich wollte. Zwar kann ich die Qualität jetzt noch nicht ausnützen, doch später hätte ich mich bestimmt über eine Billiggurke geärgert. So sieht sie aus:

Man kann eine normale Schulterstütze befestigen und auch das Gewicht ist nur minimal höher als das der akustischen Geige. Mit der Elektronik kann man den Klang etwas aufbrezeln und außer dem Kopfhörerträger wird niemand anderes belästigt.
Nun kann ich sowohl auf einer akustischen als auch auf einer e-Violine üben. Erster Eindruck: Die Saiten sind etwas länger als auf der akustischen. Das führt dazu, dass die Griffabstände etwas weiter auseinander liegen. Und die Krümmung des Stegs ist auch leicht anders, was sich auf die Bogenführung auswirkt. Nachdem ich gestern ein paar Mal das Instrument gewechselt habe, konnte ich auf keinem von beiden mehr ordentlich spielen (jedenfalls das, was bei mir als ordentlich gilt). Ich frage mich, wie die Profis das hin bekommen, zwischen verschiedenen Instrumenten zu wechseln. Bei ihnen kommt es ja nicht wie bei mir bloß darauf an, den Ton ungefähr auf ein Drittel genau zu treffen, sondern eher auf den Bruchteil eines Hertz.
Also werde ich es wohl so handhaben, dass ich zu Hause immer mit der akustischen Violine spiele und die elektronische nur auf längeren Reisen mitnehme. Ich habe in den letzten Wochen schon drei Nachbarparteien im Haus gefragt, die unter mir hätten leiden können. Alle haben behauptet, noch nichts von meinem Gekrächze, Geschabe und Gejaule gehört zu haben. In ihrem eigenen Interesse hoffe ich, dass sie die Wahrheit gesagt haben. Aber vielleicht wollten sie auch nur höflich sein. Mal sehen, wann mich keiner mehr grüßt im Hausflur.
Kategorien: Alltag, Violine
Sonntag, 30.November 2008
bedauerlich hingegen, dass auch bei den schildkröten die damen eher an gewicht zulegen als die herren. aber solang es nicht zuviel ist und sie im frühjahr wieder nur eins (leben.... :-)) im kopf haben, ist doch diese welt noch am drehen und also soweit in ordnung.