Selbstdiagnose: Asperger-Syndrom
Der Sprachgebrauch von Ranga Yogeshwar zu Beginn des folgenden Videos ist etwas ärgerlich:
Ich habe versucht, die der jungen Frau im Video gestellten Aufgaben auch zu lösen, so gut das eben ging, und habe dann die Internetseite zu dieser Quarks&Co.-Sendung gesucht. Dort findet sich ein Autismus-Selbsttest. Mein Testergebnis nach ehrlich beantworteten 50 Fragen:

Jeder, der sich schon mal mit dem Thema beschäftigt hat, weiß, wie sich Autisten und insbesondere Aspis verhalten. Um das zu verifizieren, habe ich den Test weitere zwei Mal absolviert, mit folgenden Ergebnissen:


Dass ich nicht einmal 0 und einmal 100 Punkte erzielt habe, liegt daran, dass ich z.B. nicht weiß, ob sich ein Autist gut Telefonnummern merken kann oder nicht. Einerseits sind es ja Zahlen, andererseits erhalten sie ihre Bedeutung nur durch ihre Kopplung an mindestens einen anzurufenden Menschen. Ich merke mir überhaupt keine Telefonnummern, erstens rufe ich kaum an, zweitens kann man Nummern im Telefon speichern und muss dafür keine wertvollen Neuronen verschwenden.
Der Test ist nicht ernstzunehmen, weil er so leicht zu durchschauen und zu manipulieren ist. Die Testaufgaben im obigen Video sind dagegen von einer ganz anderen Qualität. In der Aufgabe mit dem Ankreuzen der Buchstaben versagen "Normalos", sie können hier nicht tricksen, in der Aufgabe mit dem Entschlüsseln der Gesichtsausdrücke versagen die Aspis. Ist man bei beiden Aufgabentypen schlecht, hat man sich selbst als "Schummler" entlarvt. Ist man bei beiden gut, ist man ein Genie.
Im Video wäre es mir genauso gegangen wie "Katrin". Beim Ankreuzen der Buchstaben hat sie übrigens Fehler gemacht, und bei den Gesichtsausdrücken war ich genauso ratlos wie sie. Nur die Augenpartie reicht mir offensichtlich nicht, das hatte ich von mir noch gar nicht gewusst. Naja. Jedenfalls fühle ich mich nicht behindert und leiden tue ich auch nicht. - Im Übrigen kann die junge Frau im Film auch kein übermäßiger Aspi sein, sonst wäre sie erstens nicht aus Kummer zu einem Diagnostiker gegangen und hätte zweitens keine Probleme sich zu outen – denn einem echten Aspi sind die Reaktionen anderer Menschen ziemlich egal.
Kategorie: Gehirn & Geist
Anderen Autisten merkt man ihre Behinderung manchmal gar nicht an. Manche sind nämlich so intelligent, dass bei ihnen der Autismus kaum auffällt.Waren Newton oder Einstein behindert, weil sie zweifellos "Aspis" waren, oder waren es Genies, denen die Menschheit wesentliche und sehr tiefgehende Einsichten über die Natur verdankt, und/oder waren es einfach nur Menschen, deren Spektrum an Persönlichkeitseigenschaften erheblich vom Durchschnitt abwich, von ihnen selbst aber niemals als "Behinderung" empfunden wurde? Aber im Weiteren ist das Video trotzdem interessant, weil es nämlich deutlich macht, dass es keinen Grenzwert gibt, ab dem man Autist ist und vorher nicht, sondern dass es ein breites autistisches Spektrum gibt.
Ich habe versucht, die der jungen Frau im Video gestellten Aufgaben auch zu lösen, so gut das eben ging, und habe dann die Internetseite zu dieser Quarks&Co.-Sendung gesucht. Dort findet sich ein Autismus-Selbsttest. Mein Testergebnis nach ehrlich beantworteten 50 Fragen:

Jeder, der sich schon mal mit dem Thema beschäftigt hat, weiß, wie sich Autisten und insbesondere Aspis verhalten. Um das zu verifizieren, habe ich den Test weitere zwei Mal absolviert, mit folgenden Ergebnissen:


Dass ich nicht einmal 0 und einmal 100 Punkte erzielt habe, liegt daran, dass ich z.B. nicht weiß, ob sich ein Autist gut Telefonnummern merken kann oder nicht. Einerseits sind es ja Zahlen, andererseits erhalten sie ihre Bedeutung nur durch ihre Kopplung an mindestens einen anzurufenden Menschen. Ich merke mir überhaupt keine Telefonnummern, erstens rufe ich kaum an, zweitens kann man Nummern im Telefon speichern und muss dafür keine wertvollen Neuronen verschwenden.
Der Test ist nicht ernstzunehmen, weil er so leicht zu durchschauen und zu manipulieren ist. Die Testaufgaben im obigen Video sind dagegen von einer ganz anderen Qualität. In der Aufgabe mit dem Ankreuzen der Buchstaben versagen "Normalos", sie können hier nicht tricksen, in der Aufgabe mit dem Entschlüsseln der Gesichtsausdrücke versagen die Aspis. Ist man bei beiden Aufgabentypen schlecht, hat man sich selbst als "Schummler" entlarvt. Ist man bei beiden gut, ist man ein Genie.
Im Video wäre es mir genauso gegangen wie "Katrin". Beim Ankreuzen der Buchstaben hat sie übrigens Fehler gemacht, und bei den Gesichtsausdrücken war ich genauso ratlos wie sie. Nur die Augenpartie reicht mir offensichtlich nicht, das hatte ich von mir noch gar nicht gewusst. Naja. Jedenfalls fühle ich mich nicht behindert und leiden tue ich auch nicht. - Im Übrigen kann die junge Frau im Film auch kein übermäßiger Aspi sein, sonst wäre sie erstens nicht aus Kummer zu einem Diagnostiker gegangen und hätte zweitens keine Probleme sich zu outen – denn einem echten Aspi sind die Reaktionen anderer Menschen ziemlich egal.
Kategorie: Gehirn & Geist
Donnerstag, 23.Oktober 2008
21
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Aber in unserem Alter und unserem Beruf kann man schwer Autist, wenn man einigermaßen erfolgreich ist, außer man ist in einer ausgeprägten Spezialdisziplin verbuddelt. Vielleicht finden sich unter den Chiffrier-Spezialisten einige Autisten:)
Autisten und Blogger stelle ich mir aber eher als Antagonisten dar. (Ohne Wertung:)
Was die Wahrscheinlichkeit von Autismus bei bestimmten Berufsgruppen betrifft, da sprechen wir ja eh nur über Asperger. Und dieses ist mit Hochbegabung (oder genauer Intelligenz) stark korreliert. Ich erinnere mich an eine Statistik, dass in Mathematikerfamilien die Wahrscheinlichkeit autistischer Kinder doppelt so hoch wie im Bevölkerungsdurchschnitt ist. Informatiker sind per se Autisten, denn sie kommunizieren überwiegend mit technischen Geräten, weniger mit anderen Menschen. Am anderen Ende der Skala stehen die Beschäftigten im Pflegebereich und vielleicht noch so etwas wie Lehrer. Die haben fast ausschließlich mit anderen Menschen zu tun. Mir fällt so etwas auf, wenn ich mal wieder zur Physiotherapeutin oder zum Frisör muss. Diese Personen haben ein fast zwanghaftes Bedürfnis zum Schwatzen, ich bin immer heilfroh, wenn ich dort wieder gehen kann.
51 bei spontaner Beantwortung
Oder anders ausgedrückt: soziale Kompetenz ist, in gewissen Rahmen, lernbar. Sicher hätte ich mich auch als junger Mensch "in andere Menschen einfühlen" können, wenn ich es gewollt hätte - aber es *interessierte* mich einfach nicht. Heute kann ich es - wenn auch eher "über den Verstand" als "rein gefühlsmäßig". Ich bin ich angeblich sogar gut darin, die Gefühle und Motivationen anderer Menschen erkennen zu können - weil ich es systematisch gelernt habe. ;-) Genau so ist es mit den Smalltalk - reine Übungssache. Geht auf "Autopilot" - normalerweise merkt das mein Gesprächspartner nur daran, dass ich ihn nicht direkt ansehe, dass ich "innen" - "ganz woanders" bin.
Das Spektrum Aspi - "Normal" ist es sowieso fließend - ein "harter Fall" war weder ich noch die junge Frau.
Und als "Krankheit" habe ich meine Eigenart noch nie eingeschätzt.
@MMarheinecke
Mir geht es wie Köppnick.
Zweierlei Maß
Schwätzer?
Sie wollen doch gelesen werden? Oder schreiben Sie nur für sich selbst?
Ich weiß schon, dass Sie mit dem Ausdruck "Schwätzer" eher die Befindlichkeits-Blogs ansprechen. Aber ich sehe doch eher das Hauptmerkmal im Umstand, dass es Publishing und das Zulassen von Kommentaren ausmacht, welche die Blog-Software ermöglicht.
Sonst könnte man sich sein privates Wiki unterhalten oder eine Webseite mit Typolight aufbauen, das ist genauso einfach.
Ich glaube nicht, dass der Autist wirklich Interesse hat, dass der andere ihm zuhört, oder?
@Steppenhund
Ich hatte geschrieben: Das ist in allem so ziemlich das Gegenteil von deinen Vermutungen. Ein typischer Blog ist das. Das ist immer noch kein Befindlichkeits-Blog, aber für mich vollkommen uninteressant.
Ein durchschnittlicher Internetbenutzer liest meine Texte nicht (oder nicht bis zu Ende). Im Schnitt sind es ja immer 1000 bis 1200 Wörter, also 3-4 A4-Seiten, für die ich im Schnitt 2-3 Stunden Schreibzeit benötige, wobei dann die Konzeption meist ein oder zwei Tage schon in meinem Kopf geköchelt hat. Ich schätze, dass die meisten Texte so etwa von 5 Leuten wirklich gründlich und bis zu Ende gelesen werden. Von diesen geschätzt 5 Leuten kenne ich 4 persönlich. Das Internet dient dazu, den Kontakt zu ihnen nicht zu verlieren. Einen von ihnen sehe ich alle 14 Tage, die anderen das letzte Mal etwa vor 3 Jahren. Viele weitere werden den einen oder anderen Artikel lesen, aber nicht alle und nicht zu allen Themen. Das ist auch in Ordnung, aber ich schreibe wirklich nicht dafür, von möglichst vielen gelesen oder bekommentiert zu werden. Ich stehe mit niemandem im Wettbewerb um Klicks.
Bin ich jetzt der 5. oder der unbekannte 6.? :)
Ich kenne, von den Leuten, die bei mir kommentieren, mittlerweile 85% persönlich. Das bedeutet, dass ich auch versuche, sie persönlich zu treffen, wenn ich in Deutschland bin. Nicht mit allen gelingt das, aber in den Umkreisen von Köln, Berlin und Leipzig funktioniert das ganz gut.
Das als Beispiel herangezogene Blog sehe ich nicht aus besonders typisch an. Soweit ich weiß, wird das ja von mehreren Personen geschrieben, oder?
Als typische Blogger sehe ich Begleitschreiben oder Praxis Dr. Schein an, sowie einige aus der Wiener Gegend.
Ich selber schreibe bei manchen Einträgen mehr für mich selbst, bei anderen gibt es einen gewissen missionarischen Einschlag wie z. B. bei den Musikeinträgen. Ab und zu schreibe ich mir die Frustration von der Seele. Diese Einträge versuche ich allerdings zu minimieren.
Und manchmal gehe ich auch auf Kommentar-Jagd. Dan möchte ich wissen, ob ich noch demagogisch agieren kann.
Und aus der Mischung dieser Verhaltensweisen setzt sich dann auch die Art meiner Vorträge zusammen, wenn ich vor realen Personen stehe. Diesbezüglich sehe ich das Blog als eine sehr gute Übungsplattform an.
Die Personen, die ich in realiter getroffen habe, waren aber ebenso wenig an Smalltalk interessiert wie Sie und ich.
Introvertiertheit akzeptiere ich einfach.
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Danke für die Nensch-Links. Wenn ich da alles lesen würde, was mich interessiert, käme ich vermutlich zu sonst nichts mehr. Das Angenehme an twoday ist die zahlenmäßige Beschränktheit.
Nenschvergangenheit
@Steppenhund: Das
"Wenn ich da alles lesen würde, was mich interessiert, käme ich vermutlich zu sonst nichts mehr. Das Angenehme an twoday ist die zahlenmäßige Beschränktheit."
ist ja die bewusst getätigte Aussage "Ich bin froh, dass mir hier nicht alles angeboten wird, was ich haben möchte." Ist das Kokettieren mit der Unfähigkeit zur Selbstbeschränkung und Selektion?
@DHK
vermutlich:)
Ich kann mich erst selbst beschränken, wenn ich weiss, was ich durch die Beschränkung versäumen würde.
Und für das laterale Denken sind die unmöglichsten Eindrücke von außen zielführend.