Esther Vilar, die Nonkonformistin
Meine Entdeckung der letzten Wochen ist Esther Vilar, von der ich im Zusammenhang mit dem Streit um Eva Herman (gegen Alice Schwarzer & Co.) zum ersten Mal gehört habe und von der ich derzeit die Trilogie "Der dressierte Mann / Das polygame Geschlecht / Das Ende der Dressur" lese.
Wenn es eines Beweises bedurft hätte, dass die Welt, so wie wir sie kennen, weniger durch ihre Existenz ausgezeichnet ist als dadurch, dass wir sie in unseren Köpfen konstruieren, die derzeitige Finanzkrise beweist es nachdrücklich. Gesellschaft und Wirtschaft sind noch nahezu dieselben wie vor vier Wochen, es wird genauso produziert und konsumiert wie vor einem Monat, trotzdem stehen wir am Beginn einer ernsten Wirtschaftskrise – weil eine große Zahl von Menschen das Vertrauen ineinander verloren hat und stattdessen an eine kommende Rezession glaubt.
Den theoretischen Unterbau für diese Weltsicht hat seinerzeit Watzlawick geliefert mit seiner Theorie des radikalen Konstruktivismus. Und ein wunderbares Beispiel für die menschliche Welt im Kleinen, im Bereich der privaten Beziehungen, liefert Esther Vilar mit ihren Ansichten über die Beziehungen von Männern und Frauen. Ihr stehen dieselben Fakten zur Interpretation zur Verfügung wie allen anderen, aber ihre Schlussfolgerungen sind so anders und ungewöhnlich, dass man immer wieder verblüfft von ihr wird. Um einen Eindruck von dieser Frau zu bekommen, zunächst ein Video aus den 70er Jahren, aufgenommen nach der Veröffentlichung ihres Buches "Der dressierte Mann":
Die folgenden Zitate habe ich dem dritten Buch ihrer Trilogie entnommen, also aus "Das Ende der Dressur. Modell für eine neue Männlichkeit":
Kategorie: Frauen
Wenn es eines Beweises bedurft hätte, dass die Welt, so wie wir sie kennen, weniger durch ihre Existenz ausgezeichnet ist als dadurch, dass wir sie in unseren Köpfen konstruieren, die derzeitige Finanzkrise beweist es nachdrücklich. Gesellschaft und Wirtschaft sind noch nahezu dieselben wie vor vier Wochen, es wird genauso produziert und konsumiert wie vor einem Monat, trotzdem stehen wir am Beginn einer ernsten Wirtschaftskrise – weil eine große Zahl von Menschen das Vertrauen ineinander verloren hat und stattdessen an eine kommende Rezession glaubt.
Den theoretischen Unterbau für diese Weltsicht hat seinerzeit Watzlawick geliefert mit seiner Theorie des radikalen Konstruktivismus. Und ein wunderbares Beispiel für die menschliche Welt im Kleinen, im Bereich der privaten Beziehungen, liefert Esther Vilar mit ihren Ansichten über die Beziehungen von Männern und Frauen. Ihr stehen dieselben Fakten zur Interpretation zur Verfügung wie allen anderen, aber ihre Schlussfolgerungen sind so anders und ungewöhnlich, dass man immer wieder verblüfft von ihr wird. Um einen Eindruck von dieser Frau zu bekommen, zunächst ein Video aus den 70er Jahren, aufgenommen nach der Veröffentlichung ihres Buches "Der dressierte Mann":
Die folgenden Zitate habe ich dem dritten Buch ihrer Trilogie entnommen, also aus "Das Ende der Dressur. Modell für eine neue Männlichkeit":
Jede Eheschließung ist eine öffentliche Verzichterklärung und somit ein wichtiges Moment der Liebe. Die Welt ist ja voll von Menschen, in die man sich verlieben könnte – die Tatsache, dass man sich nach einer unglücklichen Liebe fast immer mit einem anderen Partner tröstet, ist dafür Beweis genug. Dass man unter allen seinen potentiellen Liebhabern einen ganz bestimmten wählt und durch diese Entscheidung auf alle anderen verzichtet, ist daher für den, den es betrifft, eine echte Sensation. Und weil man Sensationelles nicht für sich behalten kann, haben Liebespaare, die sich einig sind, immer ein enormes Mitteilungsbedürnis. ... Sie geben Zeitungsinserate auf, in denen sie ihren Verzicht auf alle anderen Partner proklamieren, verschicken vorgedruckte Informationen über ihre Intimsphäre an Leute, die sie kaum kennen, schwören sich in der Gegenwart von Zeugen Loyalität, Einigkeit und Treue, organisieren kleinere und größere öffentliche Versammlungen, zu denen alle in aufwändiger Kostümierung erscheinen müssen, usw.Man muss hier im Hinterkopf behalten, dass Esther Vilar dies in den 70er Jahren geschrieben hat. Sie wurde wegen ihrer Meinung (von anderen Frauen) verprügelt und musste später wegen Morddrohungen Deutschland verlassen. Aber was wäre wohl passiert, wenn das ein Mann geschrieben hätte? Zum Abschluss deshalb ein kurzer Ausschnitt aus einer Diskussion von Alice Schwarzer mit Esther Vilar, Alice Schwarzer schrammt haarscharf an Godwins Law vorbei:
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Eine Liebe braucht aber nicht nur Zeremonien, sondern auch Symbole. Die Welt muss nicht nur erfahren, dass man ein Paar geworden ist, sie muss auch immer wieder daran erinnert werden. Deshalb schmücken sich Liebespaare mit "Zusammengehörigkeits-Abzeichen", schreiben ihren gemeinsamen Namen an die gemeinsame Wohnungstür, zeugen gemeinsam Kinder. Der Entschluss muss so unwiderruflich wie nur möglich wirken, denn da es zu jeder Liebe Alternativen gibt, fürchtet der Liebende nicht die Bindung, die seine Liebe mit sich bringt, sondern die Freiheit, die sie ihm noch immer lässt. Um diese Angst zu überwinden, gibt es kein geeigneteres Mittel als ein Kind. Erst ein Kind macht die Gemeinschaft von zwei beliebigen Personen wirklich einmalig.
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Das Makabere an der Liebe sind daher nicht ihre Symbole, sondern der Missbrauch, der damit getrieben wird. Man kann anstelle des Gefühls, für das ein Symbol steht, gleich das Symbol selbst nehmen und einen anderen zum Beispiel durch ein Kind in eine schwer lösbare Gemeinschaft locken.
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Da eine Heirat im Normalfall zur Folge hat, dass der Mann die Frau versorgt, ist es verständlich, dass vor allem Frauen in die Versuchung geraten, die Liebessymbole zu missbrauchen, und dass vor allem Männer sich vor der Ehe fürchten müssen. Frauen, die materieller Vorteile wegen Ehen eingehen und dann zur Absicherung dieser Vorteile auch noch Kinder gebären, sind wie Kriegsschiffe, die sich als Lazarette tarnen, oder wie Soldaten, die die weiße Flagge hissen, bevor sie ihrem Gegner in den Rücken schießen.
Kategorie: Frauen
Freitag, 10.Oktober 2008
Prophetisch
Was jetzt notwendig wäre, ist eine Emanzipation des Menschen - Mann und Frau, so dass niemand niemand ausbeutet. Das damals und heutige dumme Geschwätz einer Alice Schwarzer behindert nur die Emanzipation. Wer sich als Opfer darstellt um Macht zu gewinnen, wird letztendlich Opfer sein, Opfer seiner eigenen Annahmen. Und Alice Schwarzer hat Godwin's Law erfüllt: Sie erwähnte die Juden und das kann ja nur im Zusammenhang mit dem 3. Reich gemeint sein. Übrigens wiederholte sie das bei der Verleihung des Börne-Preises dieses Jahr - über 30 Jahre später: "Beide seien entrechtet und erniedrigt; Parias, die vom Rand der Gesellschaft in ihre Mitte drängten" (spiegel online).