Studie des DIW zur Linkspartei
Eine Studie des DIW zur Linkspartei wurde heute in allen Medien zitiert:
Für mich enthält die Studie wenig Neues, denn die folgende Erkenntnis ist in meinem Freundes- und Bekanntenkreis seit mindestens einem Jahrzehnt so gültig:

Aber ein rasantes Wachstum im Westen:

Ob sich die Linke längerfristig halten kann, hängt von einer zufriedenstellenden Antwort auf das folgende Problem ab:
Kategorie: Politik
Nachtrag: Lustig fand ich heute den Auftritt der Kanzlerin, die die Verstaatlichung deutscher Banken nicht ausschloss. Wenn man, um die Energieversorgung Deutschlands zu sichern, Ähnliches mit den großen Energieversorgern macht, dazu noch einen Einheitssatz bei den Krankenkassen einführt (ach das passiert ja schon, hatte ich glatt vergessen) und das Bildungssystem etwas gerechter gestaltet - dann hat man eigentlich fast das komplette Programm der Kommunistischen Plattform realisiert, so als ob Sahra Wagenknecht das Kanzleramt beraten hätte.
Die Partei Die Linke hat in einem Jahr geschafft, was ihre Vorgängerparteien vergeblich versucht haben: Eine in Ost- und Westdeutschland erfolgreiche Kraft politisch links neben der SPD zu etablieren. Die Anhängerschaft der „Linken“ setzt sich jedoch nicht überdurchschnittlich aus einkommensschwächeren oder von sozialem Abstieg betroffenen Personen zusammen, so das überraschende Ergebnis einer neuen Studie des DIW Berlin.Die Pressemittelung des DIW findet man hier, das der Studie am nächsten kommende PDF-Dokument hier.
Für mich enthält die Studie wenig Neues, denn die folgende Erkenntnis ist in meinem Freundes- und Bekanntenkreis seit mindestens einem Jahrzehnt so gültig:
Bei der Untersuchung der individuellen Positionierung in der gesamtgesellschaftlichen Einkommensverteilung wird deutlich, dass in Ostdeutschland der Anteil der Linken unter allen Parteianhängern im vierthöchsten Einkommensquintil – also bei der gehobenen Mittelschicht – mit 31 Prozent am stärksten ausgeprägt ist. In Westdeutschland ist das im zweiten Einkommensquintil mit drei Prozent der Fall, also bei der unteren Mittelschicht.Dazu korreliert auch folgende Aussage:
In Ostdeutschland steigt die Zahl der Linken-Anhänger mit dem Bildungsabschluss, im Westen hingegen ist der Anteil der Linken unter denjenigen Personen, die Abitur gemacht haben, am geringsten.Die folgenden Diagramme aber illustrieren, warum sich jetzt auch das DIW für die Linke interessiert. Wenig Neues im Osten:

Aber ein rasantes Wachstum im Westen:

Ob sich die Linke längerfristig halten kann, hängt von einer zufriedenstellenden Antwort auf das folgende Problem ab:
Grundsätzlich scheint bei Personen, die sich große Sorgen um soziale Belange machen, eine hohe Neigung zur Linkspartei zu bestehen. In Ostdeutschland tendieren dabei besonders Menschen, die sich um die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung sorgen, zu den „Linken“. Im Westen sind es vor allem diejenigen, die die eigene wirtschaftliche Situation kritisch einschätzen. Dieser Befund harmoniert mit der Einkommensverteilung der Anhänger in Ost und West: Während sich die ökonomisch relativ gesicherten „Linken“-Anhänger in den neuen Bundesländern eher um gesamtgesellschaftliche Probleme sorgen, sind die ökonomisch etwas schlechter gestellten Anhänger im Westen eher um die eigene Lage bekümmert.Es sind also immer noch praktisch zwei verschiedene Parteien, was auch die unterschiedliche Wahrnehmung in der Ost- und West-Öffentlichkeit erklärt.
Kategorie: Politik
Nachtrag: Lustig fand ich heute den Auftritt der Kanzlerin, die die Verstaatlichung deutscher Banken nicht ausschloss. Wenn man, um die Energieversorgung Deutschlands zu sichern, Ähnliches mit den großen Energieversorgern macht, dazu noch einen Einheitssatz bei den Krankenkassen einführt (ach das passiert ja schon, hatte ich glatt vergessen) und das Bildungssystem etwas gerechter gestaltet - dann hat man eigentlich fast das komplette Programm der Kommunistischen Plattform realisiert, so als ob Sahra Wagenknecht das Kanzleramt beraten hätte.
Donnerstag, 09.Oktober 2008
Staatliche Banken funktionieren im übrigen keinen Deut besser als Privatbanken - wie man ja an der IKB und den Landesbanken sehen kann. (Über die ökonomische Kompetenz planwirtschaftlicher Staatswirtschaft braucht man ja wohl keine Worte mehr zu verlieren.) Merkel betreibt aber lieber Politikentwürfe der "Bild"-Zeitung, statt grundsätzlich zum Beispiel das deutsche Aktiengesetz zu reformieren und auf eine Vereinheitlichung auf internationaler, wenigstens jedoch auf EU-Ebene zu drängen. Wie unsinnig die rechtlich vollkommen unwirksame Garantie des Staates für die "Sparerinnen und Sparer" ist, hätte man sehr leicht dokumentieren können, wenn am Montag alle ihr Geld nur einmal hätten sehen wollen!
In Anbetracht der Meldung, dass man bei SAP auf die aktuelle Situation mit Einstellungsstopps, weniger Dienstreisen und Appellen zum Urlaubsverzicht reagiert, habe ich mir einmal den Aufsichtsrat von SAP angeschaut. Einige Herrschaften sind in sechs oder sieben anderen Aufsichtsräten und "nebenbei" noch Vorstandsvorsitzende. Wie die ihre Kontrollaufgaben nur halbwegs wahrnehmen wollen, bleibt mir ein Rätsel. Hier wäre dringend Reformbedarf (ungefähr schon seit dreissig Jahren).
Dass es tatsächlich zu echten Reformen kommt, glaube ich nicht. Das Grundprinzip "Aktie" will niemand abschaffen - obwohl es diese Trennung zwischen Geld und Produktion ist, die letztlich die zyklischen Krisen hervorruft. Die meisten Aktionäre kennen kaum den Namen "ihrer" Unternehmen und interessieren sich nur für den Wertzuwachs "ihrer" Aktien. Kaum Interesse für die Produkte, für die Menschen, für die gesellschaftlichen und globalen Auswirkungen ihrer Gier. Solange man an die Kräfte des freien Marktes glaubt, ändert sich nichts. "Solange jeder an sich selbst denkt, ist an jeden gedacht." - Das ist doch die Kurzformel der Funktionsweise der Marktwirtschaft.
INSM Propaganda
Gehabe der Privaten nachzuäffen. Wären die Landesbanken ihrer originären Aufgabe gefolgt, nämlich die Finanzierung des Mittelstandes und der Industrie,
stünden sie heute mit weißer Weste da. Was wir brauchen ist nicht mehr privat sondern mehr "checks and balance". Und zwar für die gesamte
Daseinsfürsorge.
Wenn sich ein Herr Rürup heute noch traut der Regierung eine Empfehlung zur Privatisierung der Sparkassen zu geben, zeigt sich der tiefe Abgrund
des Lobbyismus und der Korruption im System schonungslos. Und, wer heute noch glaubt die SPD wäre ein Korrektiv, der lasse einmal die Luft aus
Steinbrücks dicken Hosen und schaue was übrig bleibt.
Wie Köppnick schon sagt, stellt niemand das Prinzip des Aktienmarktes in Frage, das sich in den letzten Jahren selbst pervertiert hat.
Wurde früher auf die zeitliche Ableitung des Kurses gewettet, ist es heute die irrwitzig beschleunigende Ableitung der Ableitung, wodurch
das Zeitverhalten mit der Realwirtschaft in keinem praktischen Zusammenhang mehr steht.