Und täglich grüßt das Murmeltier
Vor etwa drei Wochen habe ich mir online ein Abo von "Spektrum der Wissenschaft" bestellt. Ich lese zwar nicht jede Ausgabe, aber bei der mir offerierten Möglichkeit einer Preisermäßigung habe ich zugeschlagen. Da kam der in jedem von uns wohnende Schnäppchenjäger und Sammler durch. Die Ermäßigungsbescheinigung habe ich per Post hingeschickt.
Vor zwei Wochen kam die erste Ausgabe, zusammen mit einer Rechnung über die volle Summe. Doppelt doof, denn erstens hatte ich mir diese Ausgabe schon im Laden gekauft, und zweitens war ja die Summe falsch. Deshalb schrieb ich an die zuständige Adresse eine Mail, in der ich auf das Problem hinwies. Nach einer Minute kam die automatische Antwort: "Herzlichen Dank fuer Ihre Nachricht. Wir werden Ihre E-Mail umgehend bearbeiten und uns, falls erforderlich, bei Ihnen melden." Dann ist es ja gut, dachte ich, der es für erforderlich hielt. Dann passierte ein paar Tage nichts. Dann schickte ich dieselbe Mail nochmals an dieselbe Adresse, dieses Mal kam nicht mal mehr eine Antwort vom freundlichen Automaten von nebenan. Schade eigentlich.
Heute war wieder eine Rechnung im Briefkasten, mit der aktuellen Ausgabe, und dieses Mal mit der richtigen Summe. Die Zeitschrift besitze ich jetzt dreimal, eine Rechnung mit fast identischem Anschreiben zweimal. "Fast" bedeutet, alles ist identisch (Adressat, Adresse, Text), nur die Abonnentennummer hat sich geändert. Jetzt habe ich ein ernstes Problem, ich denke zu viel nach. Eigentlich habe ich dieses Problem nicht nur jetzt, sondern fast immer. Wenn ich meinen speziellen Humor, der vielen Ermäßigungsberechtigten eigen ist, und von anderen gern als Arroganz ausgelegt wird, ausleben und eine weitere Mail an die Versandabteilung schreiben würde, dann hätte diese etwa folgenden Wortlaut:
Kategorien: Köppnicks Welt, Alltag
Vor zwei Wochen kam die erste Ausgabe, zusammen mit einer Rechnung über die volle Summe. Doppelt doof, denn erstens hatte ich mir diese Ausgabe schon im Laden gekauft, und zweitens war ja die Summe falsch. Deshalb schrieb ich an die zuständige Adresse eine Mail, in der ich auf das Problem hinwies. Nach einer Minute kam die automatische Antwort: "Herzlichen Dank fuer Ihre Nachricht. Wir werden Ihre E-Mail umgehend bearbeiten und uns, falls erforderlich, bei Ihnen melden." Dann ist es ja gut, dachte ich, der es für erforderlich hielt. Dann passierte ein paar Tage nichts. Dann schickte ich dieselbe Mail nochmals an dieselbe Adresse, dieses Mal kam nicht mal mehr eine Antwort vom freundlichen Automaten von nebenan. Schade eigentlich.
Heute war wieder eine Rechnung im Briefkasten, mit der aktuellen Ausgabe, und dieses Mal mit der richtigen Summe. Die Zeitschrift besitze ich jetzt dreimal, eine Rechnung mit fast identischem Anschreiben zweimal. "Fast" bedeutet, alles ist identisch (Adressat, Adresse, Text), nur die Abonnentennummer hat sich geändert. Jetzt habe ich ein ernstes Problem, ich denke zu viel nach. Eigentlich habe ich dieses Problem nicht nur jetzt, sondern fast immer. Wenn ich meinen speziellen Humor, der vielen Ermäßigungsberechtigten eigen ist, und von anderen gern als Arroganz ausgelegt wird, ausleben und eine weitere Mail an die Versandabteilung schreiben würde, dann hätte diese etwa folgenden Wortlaut:
Lieber Mitarbeiter der Versandabteilung,Und jetzt, lieber Sachbearbeiter, klicken Sie bitte zweimal: Das erste Mal auf den Antworten-, das zweite Mal auf den Absenden-Knopf. Mehr verlange ich gar nicht von Ihnen.
ich habe ein Problem. Mir liegen zwei verschiedene Rechnung mit verschiedenen Zahlungsaufforderungen für dieselbe Zeitschrift und dieselbe Person vor, was bei mir interessante Assoziationen an einen Quiz ausgelöst hat, bei der eine Teilnehmerin auf die Frage "Wer wohnte 20 Jahre lang mit Rembrandts Frau zusammen in Rembrandts Haus?" zweifelnd antwortete: "Ägypten?"
"Dieselbe Person" ist aber nicht ganz korrekt, da die betreffende und gleich benannte Person von ihnen aber unterschiedlich abonnentennummeriert wurde. Ich kann ihnen, gern auch eidesstattlich, versichern, dass erstens in meinem Haushalt nur eine Person mit meinem Namen lebt, die ich zwar als chronisch neugierig kennengelernt habe, die aber zweitens noch nicht so vergesslich ist, dass sie nicht bemerken würde, wenn sie in kurzem zeitlichen Abstand ein und dieselbe Zeitschrift nochmals lesen würde.
Ich schlage deshalb dringend vor, auf meine Mail zu antworten, aber nicht mit einer weiteren Rechnung, die erneut ein Exemplar derselben Ausgabe ihrer wundervollen Zeitschrift enthält. Das ruft nämlich in mir eine weitere, dieses Mal sehr beängstigende und keinesfalls mehr lustige Assoziation hervor. "Und täglich grüßt das Murmeltier" war zwar ein sehr schöner Film und ich verfüge auch über genügend Geld, jedoch nicht über ausreichend Platz, um mir so viele Bücherregale aufzustellen, dass ich jede von mir bezogene Zeitschrift in nfacher Ausfertigung archivieren könnte.
Im Mittelalter gab es Personen, die nicht lesen und nicht schreiben, und solche, die lesen und schreiben konnten. Aber es gab auch welche, die nur lesen, aber nicht schreiben, und solche, die nur schreiben, aber nicht lesen konnten. Letztgenannte wurden häufig als Kopisten in Klostern eingesetzt. Ihnen verdanken wir die wundervollen Abschriften alter Texte, von denen viele bis in die heutige Zeit überdauert haben. Bei Ihnen, lieber Versandmitarbeiter, nehme ich zumindest an, dass sie sowohl lesen als auch klicken können. Ersteres ergibt sich für mich aus der Tatsache, dass sie meinem Text bis hierher gefolgt sind. Letzteres, weil es Ihnen gelungen ist, den Text vorher zu öffnen. Um Ihnen die Arbeit zu erleichtern, habe ich extra für Sie das folgende Schreiben vorbereitet:
Lieber Abonnent,
ich habe Ihre Mail gelesen. Es ist alles in Ordnung, sie existieren nicht doppelt, werden unsere Zeitschrift nur einmal je Ausgabe erhalten und müssen auch nur die zweite Rechnung bezahlen.
Mit freundlichen Grüßen,
der für Sie zuständige Sachbearbeiter.
Kategorien: Köppnicks Welt, Alltag
Mittwoch, 20.August 2008
Befürchten würde ich beim tatsächlichen Senden dieser Mail den Erhalt eines weiteren Heftes.
Wie nennt man eigentlich die erste Person, wenn die zweite "Doppelgänger" heißt? Der "Einzelgänger" ist es nicht.