Schräger als Fiktion

Tag. Hallo. Ich möchte zu Karen Eiffel, eine ihrer Autorinnen, ich muss dringend zu ihr. Ich will sie finden. Ich muss wissen, wo sie wohnt. Ich kann ihr nicht schreiben, es ist dringend. ... Hören Sie! Ich bin eine ihrer Figuren. Ich bin neu. In ihrem Buch. Und sie will mich umbringen. Nicht in echt, aber im Buch. Doch es könnte trotzdem meinen Tod bedeuten. Also muss ich sie bitten, sofort damit aufzuhören.
Das war die Inhaltsangabe des Films "Schräger als Fiktion", fast jedenfalls, alles klar?

Ich mag Zeitparadoxa, also Geschichten, bei denen die handelnden Personen irgendwie ihre Zukunft erfahren. Können Sie diese noch ändern und was passiert dann mit der Zukunft, von der sie zuvor Kenntnis erlangt haben? Eigentlich gibt es ja hier nur zwei unlogische Möglichkeiten, aber es ist immer wieder spannend, wie die Autoren mit diesem Thema umgehen und welche Geschichte sie um dieses Problem herum erfinden.

Passend dazu habe ich zuerst die letzte Viertel- oder Halbstunde des Films gesehen, weil ich zu spät kam, und erst am nächsten Tag dann den Anfang nachgeholt. Die Geschichte spielt nicht in der Zukunft, es gibt auch keine Raumschiffe oder sonstige Technik. Ein korrekter Steuerbeamter hört plötzlich eine Stimme, eine Frau erzählt immer genau das, was er gerade tut oder erlebt. Die deswegen aufgesuchte Psychiaterin hat natürlich den richtigen Rat für eine solche Situation: "Suchen Sie sich geeignete Tabletten!" Aber nachdem die Stimme ihm beiläufig von seinem Tod erzählt hat, wird das Finden der Ursache für Harold Crick existentiell.

Von den Schauspielern kannte ich den Namen nach nur Dustin Hoffman, der einen Literaturprofessor spielt und dem Helden bei der Suche nach der Autorin hilft, in deren neuem Buch er die Hauptrolle spielt und die seinen Tod am Ende der Handlung schon fest eingeplant hatte. Und natürlich Maggie Gyllenhaal, deren Spiel im Sadomaso-Film "Die Sekretärin" ich einfach überwältigend fand. Der Literaturprofessor Jules Hilbert lässt Harold Crick eine Strichliste führen, damit dieser herausfindet, ob das Buch eine Kömodie oder eine Tragödie wird. Dasselbe fragt man sich auch im Film bis zuletzt, obwohl: Er ist ja in den USA gedreht und FSK6.

Meine Bekannte, die mir den Film geborgt hat, damit ich mir auch den Anfang ansehen kann, fand ihn zu langatmig. Meiner Meinung nach ist das Erzähltempo genau richtig, nicht zu langsam und nicht zu schnell. Man kann nichts weglassen und nichts hinzufügen. Es passt perfekt. Und das Zeitparadoxon wird auch zufriedenstellend gelöst.

Kategorie: Filme

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Kommentare hier ...

Bitte mehr davon? Aus...
Bitte mehr davon? Aus meiner Sicht auf keinen Fall,...
Köppnick - 25. Dezember, 16:53
bitte mehr davon
Nimmersatt (Gast) - 25. Dezember, 15:33
lach.... ich bin im stern...
lach.... ich bin im stern *
rosmarin - 3. Dezember, 18:48
Oje, das mit der Halswirbelsäule...
Oje, das mit der Halswirbelsäule ist an mir vorbeigegangen. Das...
steppenhund - 2. Dezember, 11:07
Denk an meine Halswirbelsäule...
Denk an meine Halswirbelsäule und meinen schmerzenden...
Köppnick - 30. November, 22:22
Nanu, gar ken Kommentar?...
Nanu, gar ken Kommentar? :)))
steppenhund - 30. November, 20:45
Fachwörter und deren...
Die Autorin präferiert eine sehr restringierte...
Count Lecrin - 30. November, 19:53
passend zu diesen erkenntnissen:
mit 3 freust du dich, wenn du keine windeln brauchst. mit...
la-mamma - 30. November, 19:43
Ich möchte Ihnen...
Ich möchte Ihnen gehörig Respekt zollen,...
Count Lecrin - 30. November, 19:34
Mail geschickt.)
Mail geschickt.)
steppenhund - 28. November, 16:28
Nein, wir haben uns noch...
Nein, wir haben uns noch nicht bemailt. Meine Adresse...
Köppnick - 28. November, 15:46
Ich bilde mir ein, dass...
Ich bilde mir ein, dass wir schon Email-Kontakt hatten....
steppenhund - 28. November, 15:02