Metepsilonema - 16. Juni, 23:40

Schön.

Hatte ich noch nicht entdeckt. Vielleicht nehme ich das Buch zur Hand.

kesalop (Gast) - 21. Juni, 14:34

Mathematik, die universelle Modellsprachce?

Es geht darum, dass Modelldenken mit Hilfe der Mathematik immer noch angezweifelt wird, ob es denn die Realität beschreiben könne.
Das Argument ist, dass Mathematik die Komplexität der Wirtschaft nicht beschrieben kann, daher wäre Philosophie, die einiges undefiniert und mehreres vieldeutig lässt, geeigneter.

Ökonmie ist eine schwierigere empirische Wissenschaft als Ökonomie.
1. Schwammig unkonkret: Wären ökonomische Gesetze einfacher als physikalische hätte man sie früher als die physikalischen gefunden.
(ZB zu Steuern: pecunia non olet)
2. Nicht stationär: Ökonomische Gesetze sind weig zeitinvariant, auch weil die zugrundeliegende Ökonomie zeitvariabel ist.
3. Selbst-dekonstruktiv: Als Selbstbetroffene der ökonomischen Gesetze können wir jederzeit dagegen handeln, sobald etwas postuliert wird.

Fazit: Ökonomie ist eine grössere methodische Herausforderung als die Physik, wegen
1. Zeitinvaianz der Strukturen und
2. Endogenität aller Beteiligten, d.h. Objekt und Subjekt der Untersuchten.

Gibt es eine Brücke zur Quantentheorie?
Köppnick - 21. Juni, 16:05

Das Argument ist, dass Mathematik die Komplexität der Wirtschaft nicht beschrieben kann, daher wäre Philosophie, die einiges undefiniert und mehreres vieldeutig lässt, geeigneter.
Naja, Philosophie ist wohl eher das Triumvirat von Logik, Ethik und Metaphysik. Wenn mathematische Modelle die ökonomische Realität schlecht beschreiben können, liegt das sicher nicht an der Mathematik und ihren Möglichkeiten, sondern an den theoretischen und praktischen Schwierigkeiten bei der Modellbildung und den Intentionen des Modelleurs.
Als Selbstbetroffene der ökonomischen Gesetze können wir jederzeit dagegen handeln, sobald etwas postuliert wird.
Es geht in beide Richtungen. Die Vorhersage des Zusammenbruchs einer Bank treibt die Sparer dazu, ihr Geld abzuheben und verursacht oder beschleunigt zumindest tatsächlich den Zusammenbruch. Die rechtzeitige Vorhersage einer Katastrophe verhindert diese unter Umständen.

Gerade wegen der Möglichkeit der Beeinflussung der Gesellschaft durch Handeln werden doch Modelle aufgestellt und darüber gestritten.
Gibt es eine Brücke zur Quantentheorie?
Das spielt wohl auf die Rolle des Beobachters an, ist aber die einzige Analogie und noch dazu keine gute. In der Quantenphysik zwingt der Beobachter das System, eine definierte Antwort zu geben. Die Wahrscheinlichkeiten der verschiedenen Antworten standen aber schon vorher fest und hinterher auch die Antwort. In der Ökonomie wird das Verhalten bewusster Agenten analysiert, die sich unter anderem selbst Gesetze geben können bzw. sie während der Beobachtung ändern.
kesalop - 21. Juni, 18:40

Analogie - ist diffizil

"Die Vorhersage des Zusammenbruchs einer Bank treibt die Sparer dazu, ihr Geld abzuheben und verursacht oder beschleunigt zumindest tatsächlich den Zusammenbruch. Die rechtzeitige Vorhersage einer Katastrophe verhindert diese unter Umständen. "

Bei ökonomischen Gesetzen geht es i.A. nicht um die Vorhersage von Einzelfällen. Analog atomaren Verfall kann über Einzelatome nichts gesagt werden.

Beispiel: Wenn ich immer mehr Äpfel kaufe nimmt der Nutzen von Äpfel ab.


"Gerade wegen der Möglichkeit der Beeinflussung der Gesellschaft durch Handeln werden doch Modelle aufgestellt und darüber gestritten."

Das ist nicht das Ziel von Modellen sondern erfolgt als Folgerung daraus.

Analog gilt nicht : "Weil man mit A-Bomben die Welt beherrschen will, wurde das Atommodell aufgestellt."

Unbekannt: Gibt es ein Gesetz von steigenden Energiepreisen? Wenn nein, dann sind die Reaktionen jedesmal willkürlich. Wenn ja, wie sieht es aus?

"In der Ökonomie wird das Verhalten bewusster Agenten analysiert, die sich unter anderem selbst Gesetze geben können bzw. sie während der Beobachtung ändern."

Diese Art Gesetze ist nicht gemeint.
Leider ist die Ökonomie oft zu normativ: Wenn Du rational bist, dann musst Du das .... machen.


Beispiel der Problematik evolutionärer Systeme: Durch die Wirtschaftskrise verändert sich das Wirtschaftssystem, aber wie? Um gegen zu steuern, nimmt man an, dass das bisherige - unzureichende -Verständnis der Wirtschaft weiter zutrifft.
Metepsilonema - 22. Juni, 16:09

Die Funktionalität von Ökonomie gründet sich, wie Köppnick immer wieder betont, auf dem Verhalten von Individuen und auf gesellschaftlichen Konstrukten. Mir ist unverständlich warum man hier etwas wie naturwissenschaftlich Gesetzmäßigkeit erwarten sollte?
Köppnick - 22. Juni, 19:58

Naja, statistische Beschreibung bei einer genügend großen Zahl von Individuen geht schon - und bei genügend konstanten Verhältnissen, das hat schon was von einem Rauschprozess. Aber ansonsten halte ich es mit Keynes und einem Zitat, das in den letzten Wochen durch alle Medien geisterte:
Der Kapitalismus basiert auf der merkwürdigen Überzeugung, dass widerwärtige Menschen aus widerwärtigen Motiven irgendwie für das allgemeine Wohl sorgen werden.
Bertrand Russell hat Keynes mal den intelligentesten Menschen genannt, den er kenne. Und Russell kannte u.a. auch Wittgenstein, Gödel und Einstein.
Metepsilonema - 23. Juni, 00:30

Beschreiben schon ...

... aber wenn eine Gesellschaft auch ohne Geld funktionieren kann, dann kann es keine ökonomische "Naturgesetzlichkeit" geben, da die Ökonomie selbst nicht zwingend ist. Zumindest würde ich Vergleiche mit der Physik und ihren Gesetzmäßigkeiten unterlassen.
kesalop (Gast) - 23. Juni, 00:33

Ökonomie ist die Wissenschaft

vom Umgang mit knappen Gütern. Nur im Paradies lebt es sich ohne Ökonom ie.

Der Wunsch die Welt zu verstehen hat schliesslich zu einigen netten Gesetzen geführt. Was natürlich nicht heisst, dass Naturvölker Naturgesetzen freudig akzeptieren.

Götter, die den Himmel bewgen ist doch viel anschaulicher (naturnäher), als jedes Studium eines heliozentrischen Systems mit Planetengesetzen, die dann doch wieder im Chaos enden, wie Poincare aufwändig mit Mathematik zeigen konnte.

Die Hoffnung ist daher berechtigt: Auch Ökonomen können einmal von ihrer Weltformel träumen.

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Köppnick - 25. Dezember, 16:53
bitte mehr davon
Nimmersatt (Gast) - 25. Dezember, 15:33
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Köppnick - 30. November, 22:22
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Count Lecrin - 30. November, 19:53
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