Außerkörperliche Erfahrungen
Heute gab es zwei Artikel, die über dieselben neuen Versuche zu außerkörperlichen Erfahrungen berichten:
Das Neue dieses Versuchs ist seine simple Wiederholbarkeit praktisch durch jeden, der über eine entsprechende Brille und eine Videokamera verfügt. Der eigentliche Effekt ist hingegen schon sehr lange bekannt. Ich habe zum ersten Mal in Paul Broks: Ich denke, also bin ich tot davon gelesen. Dort wird ein ähnlicher Versuch beschrieben:
Das Bemerkenswerte an diesen Versuchen ist, dass auch die Kenntnis des Versuchsaufbaus die Erzeugung dieser Illusionen nicht verhindern kann. Das spricht für die Hypothese, dass das Ich kein Konstrukt des Bewusstseins ist, sondern bereits im Unterbewusstsein gebildet wird. Das Selbst wird dadurch nicht zu einer Illusion, aber es rückt in den Modellen an eine andere Stelle. In normalen Alltagserfahrungen fallen der Ort des Ichs und der Ort des Körpers zusammen, weil das dem normalen Input unserer Sinnesorgane entspricht und evolutionär am zweckmäßigsten ist. Aber das ist eine Integrationsleistung des (unterbewussten) Gehirns, irgendwo zwischen den Sinnesorganen und dem Bewusstsein, welches nur noch eine Zusammenfassung der Ergebnisse erhält.
Eigentlich fallen eine Vielzahl von optischen Täuschungen in dieselbe Kategorie. Weil aber hier nicht das Selbst, sondern nur der Gesichtssinn betrogen wird, ist die Verwirrung etwas geringer. Aber auch hier gilt: Das Wissen um die Wirkungsweise einer bestimmten optischen Täuschung hilft nicht, sich derjenigen zu entziehen, weil sie vorbewusst entsteht und bewusst nur noch „abgelesen“ werden kann und hingenommen werden muss. Eine weniger bekannte optische Täuschung, aber für mich die derzeit schönste funktioniert so:


Kategorie: Gehirn & Geist
- Im Spiegel: Forscher lassen Menschen aus dem eigenen Körper fahren
- In der Telepolis: Out-of-body-Erfahrungen zum Selbermachen
Das Neue dieses Versuchs ist seine simple Wiederholbarkeit praktisch durch jeden, der über eine entsprechende Brille und eine Videokamera verfügt. Der eigentliche Effekt ist hingegen schon sehr lange bekannt. Ich habe zum ersten Mal in Paul Broks: Ich denke, also bin ich tot davon gelesen. Dort wird ein ähnlicher Versuch beschrieben:
Sie brauchen einen Freund und einen Tisch. Setzen Sie sich an den Tisch und schieben sie eine Hand darunter, so dass sie nicht mehr zu sehen ist. Jetzt soll Ihr Freund auf die Tischplatte klopfen und darüber streichen, während er gleichzeitig auf ihre verborgene Hand klopft und darüber streicht. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass Sie nicht sehen, was unter dem Tisch vor sich geht - täten Sie es, wäre die ganze Sache zwecklos. Während Sie die Hand ihres Freundes über dem Tisch beobachten, sollten Sie allmählich das Gefühl haben, die Empfindung des Klopfens und Streichens werde durch den Tisch verursacht. … Sie wissen auf der Ebene des Verstandes, dass sich die Tischplatte außerhalb Ihres Körpers befindet, aber es fühlt sich nicht so an. Die Erfahrung des Phänomens schiebt sich über die rationale Analyse.An anderer Stelle, die Quelle ist mir leider entfallen, wird über einen Versuch mit dem Antippen der Nasenspitze berichtet. Hier stehen sich zwei Personen gegenüber. Der ersten Person wird von einer dritten Person rhythmisch an die Nase getippt, aber so, dass sie das nicht sehen kann. (Wahrscheinlich mit einer Blende, die das untere Gesichtsfeld abschirmt.) Eine vierte Person tippt der zweiten Person im selben Takt an die Nase. Person 1 kann diese beiden sehen, aber nicht die Person 3, die ihr selbst an die Nase tippt. Nach kurzer Zeit hat Person 1 das Gefühl, sie würde sich im Körper von Person 2 befinden und sich selbst anschauen.
Das Bemerkenswerte an diesen Versuchen ist, dass auch die Kenntnis des Versuchsaufbaus die Erzeugung dieser Illusionen nicht verhindern kann. Das spricht für die Hypothese, dass das Ich kein Konstrukt des Bewusstseins ist, sondern bereits im Unterbewusstsein gebildet wird. Das Selbst wird dadurch nicht zu einer Illusion, aber es rückt in den Modellen an eine andere Stelle. In normalen Alltagserfahrungen fallen der Ort des Ichs und der Ort des Körpers zusammen, weil das dem normalen Input unserer Sinnesorgane entspricht und evolutionär am zweckmäßigsten ist. Aber das ist eine Integrationsleistung des (unterbewussten) Gehirns, irgendwo zwischen den Sinnesorganen und dem Bewusstsein, welches nur noch eine Zusammenfassung der Ergebnisse erhält.
Eigentlich fallen eine Vielzahl von optischen Täuschungen in dieselbe Kategorie. Weil aber hier nicht das Selbst, sondern nur der Gesichtssinn betrogen wird, ist die Verwirrung etwas geringer. Aber auch hier gilt: Das Wissen um die Wirkungsweise einer bestimmten optischen Täuschung hilft nicht, sich derjenigen zu entziehen, weil sie vorbewusst entsteht und bewusst nur noch „abgelesen“ werden kann und hingenommen werden muss. Eine weniger bekannte optische Täuschung, aber für mich die derzeit schönste funktioniert so:

- Man rolle ein Blatt Papier zu einem Zylinder zusammen, den man am besten mit Büroklammern als feste Rolle fixiert.
- Man halte diese Rolle zwischen Daumen und Zeigefinger der rechten Hand.
- Man schaue mit dem linken Auge in den Zylinder hinein, das rechte Auge sieht dann am Zylinder vorbei auf den Handrücken der rechten Hand.

Kategorie: Gehirn & Geist
Freitag, 24.August 2007





"Richtige" ausserkörperliche Erfahrungen sind anders
Ich hatte bereits derartige Erfahrungen, die übrigens nicht immer so angenehm waren, wie sich oft in der Esoterik-Literatur beschrieben werden. Das interessante ist, dass die außerkörperlichen Erfahrungen nicht etwa "traumartig", irreal erscheinen, sondern "wirklicher als sinnliche Wahrnehmungen wirken - sozusagen hyperreal.
Der Psychiater Dr. Rick Strassman von der Universität von New Mexico verabreichte in einer fünfjährigen Versuchsreihe 60 Probanten intravenös das Halluzinogen DMT - einen Stoff, der übrigens in geringen Mengen auch im Körper selbst, von der Zwirbeldrüse, gebildet wird.
Die Droge rieft tatsächlich außerkörperliche Erfahrungen hervor, allerdings seltener von den aus Nahtoderfahrungen bekannten Typus ("Tunnelreise") oder dem Typus des "über dem Körper schwebenden Ichs", als von einem Typus, der den Erlebnissen entspricht, die von angeblichen "UFO-Entführungsopfern" berichtet werden.
Außerkörperliche Erfahrungen werden auch unter dem Einfluss anderer Halluzinogenen berichtet.
Wegen ihres "hyperrealen" Chrakters ist es außerordentlich schwierig, Menschen, die so etwas ein- oder mehrmals erlebt haben, davon zu überzeugen, dass sie irgend eine psychologische Projektion oder einen intensiven Wachtraum erlebt hätten.
Es gibt übrigens einen einfachen Test, mit dem sich unterscheiden lässt, ob eine ausserkörperliche Wahrnehmung "echt" oder "nur eingebildet" ist: man legt auf eine hohes Regal, das von der liegenden Versuchsperson nicht eingesehen werden kann, eine Zettel mit einer kurzen Botschaft, die der Probant natürlich nicht kennen darf, mit der Schriftseite nach oben. Hat der Probant seinen Körper wirklich verlassen, müsste er den Text lesen können.
- Es fehlen Sinnesorgane. Dazu zählt der Gesichtssinn. Liefern die Augen Informationen, dann überlagern diese im Gehirn IMMER alle anderen Inputs. Dazu zählen auch der 6. und 7. Sinn, d.h. der Sinn für die Lage des Körpers im Raum und der für Beschleunigungen.
- Ist das Gehirn von äußeren Reizen (mit Ausnahme vielleicht des Gehörs) abgekoppelt, dann erzeugt es seinen Input selbst. So wie im Traum, wo wir Bilder sehen, obwohl die Augen nichts aufnehmen. Im Traum werden auch tatsächliche Inputs, wie Geräusche oder eine volle Blase ins Traumgeschehen einbezogen. Im Sterbeprozess läuft das Gehirn absolut frei, da seine wichtigste Aufgabe, das Sichern des Überlebens, entfallen ist.
- Der zeitliche Bezug der einzelnen Ereignisse, sowohl der inneren als auch der äußeren, ist nicht notwendig und wird u.U. erst nachträglich, wenn das Bewusstsein bei der Befragung versucht, die inneren Speicher auszulesen, hergestellt. Wenn man sich klar macht, wie schlecht bereits das normale Gedächtnis ist und wie leicht es sich manipulieren lässt, kann man sicher sein, dass in einem sterbenden Körper die zeitliche Reihenfolge von erinnerten Ereignissen überhaupt nicht stimmen muss. Selbst bei Berichten über normale Träume, bei denen bewusst äußere Reize eingekoppelt wurden, hat man gemerkt, dass die Reihenfolge der Geschehnisse im Traum teilweise umgekehrt zur Reihenfolge der Reize war.
Wenn Menschen einen Überfall planen, dann imaginiert jeder seine eigene Position auch von oben, weil das die beste Koordination mit allen anderen Personen ermöglicht. Auch in dieser Situation spielt das Bild der eigenen Augen keine Rolle, sondern nur das innere Bild der geplanten Tat. Soweit ich weiß, sind bei keiner einzigen Befragung von Personen mit Nahtoderfahrung Details erinnert worden, die deinem Zettel auf dem Schrank äquivalent sind. Befragung nach solchen Dingen, die häufig vorhanden sind, es reichen ja beliebige Gegenstände auf Schränken, die aus der Patientenperspektive nicht sichtbar sind und auf die zum Zeitpunkt des Geschehens auch keiner der beteiligten Personen Bezug nimmt, hatten IMMER ein negatives Ergebnis. - Ein notwendiges, wenngleich natürlich nicht hinreichendes Kriterium, dass die Entkörperlichung ein rein psychisches und kein realweltliches Phänomen ist.Hinterfragt
"Im Sterbeprozess läuft das Gehirn absolut frei, da seine wichtigste Aufgabe, das Sichern des Überlebens, entfallen ist."
Wie, wann und warum entscheidet welches Ding in einem drin, dass die Aufgabe beendet ist?
Das Sichern des Überlebens
gewesen zu sein.
Das heißt, dass die Hypothese, dass das Gehirn "frei läuft", weil seine wichtigste Aufgabe, dass Sichern des Überlebens, entfallen sei, nicht stimmen kann.
Auch bei Drogenexperimenten spielt die "Sterbesituation" keine Rolle.
Ich kann mir aber gut vorstellen, dass die Zirbeldrüse in einer schweren Schocksituation massive Dosen DMT abgibt, analog der Ausschüttung körpereigener Opiate. Das wäre denn aber kein "Leerlauf, weil alles vorbei ist", sondern eine "Mobilisierung der letzten Überlebensreserven", vielleicht im Sinne eines Selbstschutzes der Gehirns bei durch Kreislaufkollaps hervorgerufene Mangeldurchblutung.
(Irgend einen Sinn muss es doch haben, dass unsere Synapsen einen DMT-Rezeptor haben, andererseits DMT im gesunden Körper praktisch augenblicklich durch MAO abgebaut wird.)
@Mirja & @MMarHeinecke
Zudem wird es selbst durch den Körper schlechter versorgt, die Nervenzellen sterben selbst ab. Wenn man dann reanimiert wird und es Erinnerungen gibt, dann sind das solche über einen absolut anormalen Zustand des Gehirns. Die Hypothese, dass die Out-Of-Body-Empfindungen daher rühren, dass es keinen Input von den Sinnesorganen gibt, stammt übrigens nicht von mir. Es ist die Hauptdeutung, wie das Erleben während einer Meditation gedeutet werden kann, wenn man sich scheinbar auflöst und eins mit dem Universum fühlt - es fehlt eben die Adjustierung durch die Sinnesorgane, die dem Gehirn sonst ständig mitteilen, wo der Körper endet und die Umwelt anfängt. Und sei es durch den Schmerz bei Berührung einer zu heißen Herdplatte.
Aber zu den beliebig, auch verdreht möglichen, zeitlichen Zuordnungen habe ich noch eine weitere Idee, beginnend bei der Frage: "Wie bekommt man das Weiße-Tunnelphänomen mit der Tatsache in Übereinstimmung, dass bei diesen Patienten nachweislich keine Hirnströme mehr vorhanden waren? - Durch die einfache Gegenfrage, "wer kann zeitlich genau datieren, zu welchem Zeitpunkt im Gehirn der Tunnel gesehen wurde?" Es ist nämlich gut möglich, dass der Tunnel erst gesehen wurde, als die Reanimation bereits erfolgreich begonnen hatte und das erste Blut wieder durch das Gehirn strömt. Oder es sind halt einfach die letzten Erinnerungen, die noch chemisch fixiert werden konnten, bevor "der Strom ausgeschaltet" wurde.