Intelligente Rabenvögel
![]() In Spiegel Online findet man einen Bericht über den Werkzeuggebrauch bei Krähen, die zu den intelligentesten Tieren zählen: Dass Krähen ein Werkzeug benutzen können, um an Futter zu gelangen, war bereits länger bekannt. Neuseeländische Forscher stellten den Tieren deshalb eine weitaus schwierigere Aufgabe: Sie zeigten sieben Krähen ein Stück Fleisch in einer Glasröhre. Etwa zwei Meter entfernt davon lag ein Stöckchen - vermeintlich ein Werkzeug, um an die Leckerei heranzukommen. Doch das Hilfsmittel war zu kurz. ... Ein zweiter, ausreichend langer Stock befand sich hinter einem Gitter - die Vögel konnten es nicht einfach mit den Schnäbeln greifen. Doch sie erwiesen sich als außergewöhnlich clever: Beim ersten Anlauf versuchte nur eine von sieben Krähen, sich das Fleisch mit dem zu kurzen Stock zu angeln. Alle anderen Versuchstiere seien mit dem kurzen Stab direkt zu dem Gitter gelaufen, hinter dem der längere lag. ... Die Forscher schließen aus, dass die Krähen durch bloßes Ausprobieren zufällig auf die Lösung des Problems gestoßen sein könnten. Denn ein zweites Gitter, hinter dem ein unbrauchbarer Stein lag, ignorierten alle Tiere geflissentlich. | ![]() In Spektrum der Wissenschaft 7/2007 findet sich dazu passend ein längerer Artikel über Kolkraben (Raben und Krähen gehören gemeinsam der Gattung Corvus in der Familie der Rabenvögel Corvidae an.) Hier hat man den Vögeln Leckerbissen angeboten, die an einem Faden hängen (Bild 1). Nach kurzer Überlegung und ohne Probieren kamen die Vögel zur richtigen Lösung: Auf der Stange sitzend, muss man mit dem Schnabel den Faden ein Stück hochziehen, dann mit dem Fuß festhalten, dann mit dem Schnabel tiefer greifen, wieder hochziehen, usw. Bei einem zweiten Versuch wurde die Schwierigkeit erhöht. Jetzt lief der Faden zunächst nach oben und wurde erst über einen Stab nach unten gelenkt, wo das Fleischstück hing (Bild 2). Das auf dem Bild zu sehende Gitter sollte verhindern, dass die Vögel direkt nach dem nach unten hängenden Fadenstück greifen können. Sie müssen den Faden von oben nach unten ziehen, damit sich das Fleischstück von unten nach oben bewegt. Für diese Aufgabe brauchten die Tiere deutlich länger und lernten die Lösung erst nach einigem Probieren. In dem Artikel wurde dann ausführlich über Beobachtungen bei weiteren Experimenten und aus dem Freiland berichtet. Zum Beispiel verhalten sich Raben beim Verstecken und Aufsuchen von Beute unterschiedlich, je nachdem, ob sie sich beobachtet fühlen oder nicht. Daraus kann man die Schlussfolgerung ziehen, dass sie sich in andere Artgenossen hinein versetzen können. Dieses Merkmal wird im Allgemeinen (beim Menschen und bei den höheren Primaten) so interpretiert, dass diese über ein Selbstbild, ein Ich-Bewusstsein verfügen müssen. Wie weit also ist bei den Raben oder anderen Vögel das Denkvermögen tatsächlich entwickelt? In einem früheren Artikel habe ich gelesen, dass man Raben beim Rodeln beobachtet hat. Sie haben sich an einem schneebedeckten Hang auf den Rücken gelegt und sind mit nach oben gestreckten Beinen den Berg hinunter gerutscht. Unten haben sie sich aufgerichtet, sind wieder nach oben geflogen und erneut nach unten gerodelt. Das ist, in freier Wildbahn, nun wirklich eine Tätigkeit, der man keinerlei praktischen Nutzen für ein Tier mehr zuschreiben kann. Es ist ein Spiel, Spaß am Leben. |
Kategorien: Gehirn & Geist, Natur
Freitag, 17.August 2007







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