Eisenbahnerstreik
Der aktuelle Streit der Eisenbahnergewerkschaft mit der Bundesbahn ist ein Musterbeispiel der Multidimensionalität von Gerechtigkeitskonflikten in einer modernen (kapitalistischen) Gesellschaft. Redblog zitiert den Schockwellenreiter, dieser wiederum man bedim len:
Interessant auch, wie schlecht informiert und vorbereitet manche Journalisten ihre Arbeit machen. Im Spiegel 29/2007 vom 16.07. liest man:
Kategorie: Politik
Ein Lokomotivführer bekommt zur Zeit maximal 2150€. Das sind bei Steuerklasse I, ohne Kinder, etwa 1400€ ausgezahlt. Wenn man 31% mehr fordert, sind das knapp 666,50€ mehr Grundgehalt. Ausgezahlt mit selben Werten 1834€. Somit 434€ mehr. Das ist nicht gerade die Welt, wobei sich der Vorstand die Gehälter ja auch um 62% erhört hat.Das sind nur genau zwei Konfliktlinien:
- Für welchen Beruf, welche Qualifikation erscheint wem welche Vergütung angemessen?
- In welchem Verhältnis sollen die Einkünfte der Eigentümer (an denen sich die Gehaltssteigerungen des Managments orientieren) zu denen der Beschäftigten stehen?
- Der Konflikt der verschiedenen Bahngewerkschaften untereinander
- Die Verträge, die dieselbe Gewerkschaft mit anderen Bahnunternehmen abgeschlossen hat
- Das Verhältnis der Eisenbahner zu den Passagieren
- Das Verhältnis der Eisenbahn zu den Passagieren
- Das Verhältnis der Eisenbahn zu anderen Unternehmen
- Das Verhältnis der Eisenbahner zu den Politikern
- Das Verhältnis der Eisenbahn zur Politik (Privatisierung)
Interessant auch, wie schlecht informiert und vorbereitet manche Journalisten ihre Arbeit machen. Im Spiegel 29/2007 vom 16.07. liest man:
Tatsächlich fallen die Gehälter, die der Staatskonzern den Piloten seiner ICE- oder regionalexpresszüge zahlt eher bescheiden aus – sogar im Vergleich zur privaten Konkurrenz, wie das Beispiel zweier Lokomotivführer zeigt.Autoren dieses Artikels waren Michael Sauga und Janko Tietz. Am 6.8. veröffentlicht Spiegel Online ein Interview mit Hartmut Mehdorn, das von den beiden Redakteuren Michael Sauga und Jörg Schmitt geführt wurde. Dort sagt Mehdorn:
...
Gemullas Grundgehalt lag im vergangenen Monat bei 2313 Euro brutto – und damit bereits 171 Euro über dem Höchstgehalt bei der Deutschen Bahn für angestellte Lokführer. Sein Kollege Mikluschka [beide haben gemeinsam ihre Ausbildung absolviert] verdient lediglich 2050,22 Euro.
Die Forderungen sind irrwitzig. Das wird es nicht geben. Die Lokführergewerkschaft will 31 Prozent erzwingen, während sie mit unseren Wettbewerbern Abschlüsse von 2 oder 3 Prozent aushandelt.Die erste Angabe ist nichtssagend, weil die prozentuale Steigerung nichts über die absolute Höhe aussagt – wenn man bei der Konkurrenz bereits mehr verdient, besteht weniger Grund für größere Steigerungen. Die zweite Aussage steht im Widerspruch zu den Recherchen desselben Redakteurs (Michael Sauga) wenige Wochen zuvor. Die dritte Aussage wiederum ist ohne Beweiskraft, weil hier das durchschnittliche mit einem minimalen Einkommen verglichen wird. Die Zahlen von man bedim len stimmen übrigens mit denen des ersten Spiegelartikels überein.
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Wir bezahlen durchschnittlich 33 000 Euro brutto pro Jahr. Bei unseren Wettbewerbern verdienen Lokführer bis zu 25 Prozent weniger.
Kategorie: Politik
Dienstag, 07.August 2007





Verblüffend
PS: Hier ist aus dem Urteil zitiert. Und ein urteil ist es letztlich auch nicht, sondern nur eine Art einstweilige Verfügung. Der Zeitrahmen ist längstens bis Ende September.