Wieviel kostet ein Stück Natur?
Auf diese Frage bin ich über einige Zwischenschritte durch einen Kommentar gestoßen. Dort findet man unter anderem:
Bei einem modernen Autowerk betragen die Personalkosten teilweise nur noch 4%.
Letztendlich bedeutet diese Aussage, dass nur noch 4% der Wertschöpfung in einem Autowerk von den dort Beschäftigten erbracht wird, alle anderen Kosten sind bereits zuvor entstanden und werden nur noch „durchgeschoben”. Zum Begriff der Wertschöpfung siehe die entsprechende Wikipedia-Seite.
Vereinfacht kann man formulieren: Die Wertschöpfung ist die Steigerung des Wertes des Produkts durch die geleistete lebendige Arbeit. In Bezug auf das obige Beispiel der 4% Wertschöpfung im Automobilkonzern gilt: Die Kunden bezahlen 100% für das fertige Auto, wobei 4% für das Zusammenschrauben in der Fabrik und 96% auf die dabei verwendeten Teile und die Abschreibung der für diese Arbeit benutzten Maschinen und Werkzeuge entfallen.
Wenn man die 96% zu den Zulieferern zurückverfolgt, dann findet man dort einen vergleichbaren Prozess: Es werden bereits vorhandene Geräte und Materialien benutzt und der Wert durch Hinzufügen menschlicher Arbeit vergrößert. Wenn man bereits fertige Dinge einsetzt, dann stellt das die bereits vergegenständlichte Arbeit anderer Menschen dar. Verfolgt man diesen Produktionsprozess rekursiv weiter, dann gelangt man über kurz oder lang zu den Rohstoffen der Produktion.
Wie berechnet sich der Wert der Rohstoffe? Ganz offensichtlich findet sich auch dort der Wert der geleisteten Arbeit wieder. Wenn es relativ gesehen leichter ist, einen bestimmten Rohstoff zu gewinnen, dann ist sein Wert geringer. Kohle kostet weniger als Gold.
Nun ist es aber so, dass außer der zur Gewinnung der Rohstoffe notwendigen Arbeit von den Produzenten Geld für die Schürfrechte oder den Grund und Boden bezahlt wurde, unter dem sich die Bodenschätze befanden, die zu Rohstoffen verarbeitet wurden. Diese Kosten werden auf den Preis des Rohstoffes umgelegt.
Das Land bzw. die Schürfrechte wurden dem vormaligen Besitzer abgekauft. Wieviel ist dieses Land wert? Sieht man von der Abhängigkeit des Preises von Angebot und Nachfrage ab (ein Stück Land mit Erdöl oder Kohle darunter ist wertvoller als eins ohne), dann setzt sich der Wert zusammen aus
Im zweiten Fall ist der Besitzer ein Verbrecher, weil er sich einen für uns alle unendlich wertvollen Teil der Natur privat angeeignet hat.
Es gibt noch eine weitere Fragestellung, die sich aus dem Verkauf eines Stücks Natur von einer Person an eine andere ergibt. Mit dem Kauf tritt der Verkäufer gegen Geld bestimmte Rechte an den Käufer ab, zum Beispiel das Recht des Betretens oder Nichtbetretens eines Grundstücks. Wieso ist eine dritte Person daran gebunden, die weder vom ersten noch vom zweiten einen Gegenwert dafür erhalten hat, um ihrerseits auf Rechte an diesem Stück Natur zu verzichten?
Letztendlich ist die entscheidende Grundfrage, inwieweit es überhaupt vertretbar ist, dass sich einzelne Menschen, Institutionen oder Staaten zum Zweck einer privaten Benutzung und Bereicherung einen Teil der Natur aneignen dürfen?
Kategorien: Visionen
Bei einem modernen Autowerk betragen die Personalkosten teilweise nur noch 4%.
Letztendlich bedeutet diese Aussage, dass nur noch 4% der Wertschöpfung in einem Autowerk von den dort Beschäftigten erbracht wird, alle anderen Kosten sind bereits zuvor entstanden und werden nur noch „durchgeschoben”. Zum Begriff der Wertschöpfung siehe die entsprechende Wikipedia-Seite.
Vereinfacht kann man formulieren: Die Wertschöpfung ist die Steigerung des Wertes des Produkts durch die geleistete lebendige Arbeit. In Bezug auf das obige Beispiel der 4% Wertschöpfung im Automobilkonzern gilt: Die Kunden bezahlen 100% für das fertige Auto, wobei 4% für das Zusammenschrauben in der Fabrik und 96% auf die dabei verwendeten Teile und die Abschreibung der für diese Arbeit benutzten Maschinen und Werkzeuge entfallen.
Wenn man die 96% zu den Zulieferern zurückverfolgt, dann findet man dort einen vergleichbaren Prozess: Es werden bereits vorhandene Geräte und Materialien benutzt und der Wert durch Hinzufügen menschlicher Arbeit vergrößert. Wenn man bereits fertige Dinge einsetzt, dann stellt das die bereits vergegenständlichte Arbeit anderer Menschen dar. Verfolgt man diesen Produktionsprozess rekursiv weiter, dann gelangt man über kurz oder lang zu den Rohstoffen der Produktion.
Wie berechnet sich der Wert der Rohstoffe? Ganz offensichtlich findet sich auch dort der Wert der geleisteten Arbeit wieder. Wenn es relativ gesehen leichter ist, einen bestimmten Rohstoff zu gewinnen, dann ist sein Wert geringer. Kohle kostet weniger als Gold.
Nun ist es aber so, dass außer der zur Gewinnung der Rohstoffe notwendigen Arbeit von den Produzenten Geld für die Schürfrechte oder den Grund und Boden bezahlt wurde, unter dem sich die Bodenschätze befanden, die zu Rohstoffen verarbeitet wurden. Diese Kosten werden auf den Preis des Rohstoffes umgelegt.
Das Land bzw. die Schürfrechte wurden dem vormaligen Besitzer abgekauft. Wieviel ist dieses Land wert? Sieht man von der Abhängigkeit des Preises von Angebot und Nachfrage ab (ein Stück Land mit Erdöl oder Kohle darunter ist wertvoller als eins ohne), dann setzt sich der Wert zusammen aus
- der Arbeit, die der Besitzer in das Land gesteckt hat,
- subtrahiert um den Nutzen, den er bereits erzielt hat, und den zu reparierenden Schaden (zukünftige Arbeit durch den neuen Besitzer),
- und - als wesentlichste Komponente - der Preis, den er selbst an seinen Vorbesitzer bezahlt hat.
- Das Land hatte überhaupt keinen Wert, da noch keinerlei menschliche Arbeit darin investiert wurde.
- Das Land war/ist unendlich viel wert. Das könnte man aus der unbedingten Notwendigkeit der Existenz der Erde für das menschliche Leben schlussfolgern. Ein endlicher Teil der endlich großen Erde ist unendlich viel wert, weil der Wert der Erde als Gesamtheit für die Menschheit gegen Unendlich geht.
Im zweiten Fall ist der Besitzer ein Verbrecher, weil er sich einen für uns alle unendlich wertvollen Teil der Natur privat angeeignet hat.
Es gibt noch eine weitere Fragestellung, die sich aus dem Verkauf eines Stücks Natur von einer Person an eine andere ergibt. Mit dem Kauf tritt der Verkäufer gegen Geld bestimmte Rechte an den Käufer ab, zum Beispiel das Recht des Betretens oder Nichtbetretens eines Grundstücks. Wieso ist eine dritte Person daran gebunden, die weder vom ersten noch vom zweiten einen Gegenwert dafür erhalten hat, um ihrerseits auf Rechte an diesem Stück Natur zu verzichten?
Letztendlich ist die entscheidende Grundfrage, inwieweit es überhaupt vertretbar ist, dass sich einzelne Menschen, Institutionen oder Staaten zum Zweck einer privaten Benutzung und Bereicherung einen Teil der Natur aneignen dürfen?
Kategorien: Visionen
Dienstag, 12.Juli 2005




