Warum in Gewürzgurkengläsern keine 100-Gramm-Gurken sein können
Gestern bekam ich von einer Kollegin eine Gewürzgurkendose geschenkt (warum ist wieder eine andere Geschichte), 13 cm hoch, 5,5 cm Durchmesser. Am Nachmittag, als der kleine Hunger von zwischendurch kam, öffnete ich sie mit Hilfe der sich am Deckel befindlichen Lasche, die genau wie bei einer, dem geneigten Leser sicher besser bekannten Bierdose funktioniert. Großmütig hatte ich zuvor meinem, sich im Zimmer befindlichen Kollegen versprochen, ihm eine von den sich sicher zahlreich in der Dose befindlichen Gürkchen abzugeben.
Wie groß war jedoch meine Überraschung, als sich aus der Soße nur eine einzige Gurke erhob und mir entgegen strebte. Mein Kollege lachte sich derweil schlapp, gottseidank verzichtete er aber kurze Zeit später auf mein Angebot.
Am Deckel der Dose war ein kleines grünes Steckerchen angebracht, mit einer widerbehakten Spitze, offenbar dazu gedacht, sie in die Gurke zu stechen. Ich tat so, zog die Gurke aus der Dose und biss in sie hinein. Vorher hatte ich mich recht weit von meiner Tastatur zurückgezogen, verfüge ich doch über einige Erfahrungen im Essen von Gewürzgurken. Diese Gurken haben nämlich die Eigenart, sich während ihres langen Aufenthaltes in der Soße so richtig vollzusaugen. Beißt man hinein, dann platzt die Gurke am entgegengesetzten Ende auf und ein kräftiger Strahl aus Gewürzessig spritzt in den Raum. Computertastaturen mögen das noch weniger als Kaffee.
Nachdem ich so die Gurke verzehrt hatte, trank ich noch die Soße aus, denn ich wollte das tun, was ich aus Gründen der besseren Informiertheit hätte vorher tun sollen. „Get One!” stand in großen weißen Buchstaben auf der Dose und erklärte so nachträglich das Vorhandensein nur eines einzigen Gurkenexemplars in der Dose. Einwaage 250 Gramm, Abtropfgewicht 100 Gramm. 32 kcal je 100 Gramm Gurke. Gewürzgurken sind also offensichtlich ein recht diätisches Lebensmittel, selbst kalorienreduzierter Joghurt mit 50 kcal je 100 Gramm kann da nicht mithalten. 5 Gramm Kohlenhydrate, 0,5 Gramm Proteine, 0 Gramm Fett, dazu 150 ml Getränk. Diese Zusammensetzung ist wirklich interessant, ungefähr so soll ja die Ernährung von Sportlern zusammengesetzt sein.
Aber meine abgeschweiften Gedanken kehrten schnell wieder zu den 100 Gramm Abtropfgewicht zurück. Wenn die Hersteller nicht nur eine solche Dose herstellen, und in jeder Dose nur eine einzige Gurke ist, und das Abtropfgewicht 100 Gramm betragen soll, dann, ja dann muss sich in jeder Dose eine 100-Gramm-Gurke befinden! Sicherlich ist es kaum möglich, Gurkenfelder zu bewirtschaften, auf denen ausschließlich 100-Gramm-Gurken wachsen. Deshalb müssen diese sicher sehr seltenen Exemplare nach dem Abgurken (oder sagt man besser Entgurken?) der Gurkenpflanzen herausgesucht werden. Wird in der Konservenfabrik nun jede einzelne Gurke gewogen oder verlässt man sich ausschließlich auf das geübte Auge der Gurkhas am Fließband?
Auf jeden Fall, das ist sicher und erklärt auch den Titel dieses Berichts, in Gewürzgurkengläsern wird man keine 100-Gramm-Gewürzgurken finden. Diese werden als Sologurken in den Gewürzgurkendosen benötigt. Wer das nicht glauben mag, der wiege doch in Zukunft jede seiner Gewürzgurken ab und beweise mir dann das Gegenteil!
PS: „Get One! Der neue Gurkensnack” stammt aus dem Spreewald. Produzent ist der Spreewaldhof. Der Heimathof für Gurkenfans. Mir persönlich schmecken allerdings die Spreewälder Gurken aus dem Glas immer noch besser als die aus der Dose.
Kategorien: Alltag
Wie groß war jedoch meine Überraschung, als sich aus der Soße nur eine einzige Gurke erhob und mir entgegen strebte. Mein Kollege lachte sich derweil schlapp, gottseidank verzichtete er aber kurze Zeit später auf mein Angebot.
Am Deckel der Dose war ein kleines grünes Steckerchen angebracht, mit einer widerbehakten Spitze, offenbar dazu gedacht, sie in die Gurke zu stechen. Ich tat so, zog die Gurke aus der Dose und biss in sie hinein. Vorher hatte ich mich recht weit von meiner Tastatur zurückgezogen, verfüge ich doch über einige Erfahrungen im Essen von Gewürzgurken. Diese Gurken haben nämlich die Eigenart, sich während ihres langen Aufenthaltes in der Soße so richtig vollzusaugen. Beißt man hinein, dann platzt die Gurke am entgegengesetzten Ende auf und ein kräftiger Strahl aus Gewürzessig spritzt in den Raum. Computertastaturen mögen das noch weniger als Kaffee.
Nachdem ich so die Gurke verzehrt hatte, trank ich noch die Soße aus, denn ich wollte das tun, was ich aus Gründen der besseren Informiertheit hätte vorher tun sollen. „Get One!” stand in großen weißen Buchstaben auf der Dose und erklärte so nachträglich das Vorhandensein nur eines einzigen Gurkenexemplars in der Dose. Einwaage 250 Gramm, Abtropfgewicht 100 Gramm. 32 kcal je 100 Gramm Gurke. Gewürzgurken sind also offensichtlich ein recht diätisches Lebensmittel, selbst kalorienreduzierter Joghurt mit 50 kcal je 100 Gramm kann da nicht mithalten. 5 Gramm Kohlenhydrate, 0,5 Gramm Proteine, 0 Gramm Fett, dazu 150 ml Getränk. Diese Zusammensetzung ist wirklich interessant, ungefähr so soll ja die Ernährung von Sportlern zusammengesetzt sein.
Aber meine abgeschweiften Gedanken kehrten schnell wieder zu den 100 Gramm Abtropfgewicht zurück. Wenn die Hersteller nicht nur eine solche Dose herstellen, und in jeder Dose nur eine einzige Gurke ist, und das Abtropfgewicht 100 Gramm betragen soll, dann, ja dann muss sich in jeder Dose eine 100-Gramm-Gurke befinden! Sicherlich ist es kaum möglich, Gurkenfelder zu bewirtschaften, auf denen ausschließlich 100-Gramm-Gurken wachsen. Deshalb müssen diese sicher sehr seltenen Exemplare nach dem Abgurken (oder sagt man besser Entgurken?) der Gurkenpflanzen herausgesucht werden. Wird in der Konservenfabrik nun jede einzelne Gurke gewogen oder verlässt man sich ausschließlich auf das geübte Auge der Gurkhas am Fließband?
Auf jeden Fall, das ist sicher und erklärt auch den Titel dieses Berichts, in Gewürzgurkengläsern wird man keine 100-Gramm-Gewürzgurken finden. Diese werden als Sologurken in den Gewürzgurkendosen benötigt. Wer das nicht glauben mag, der wiege doch in Zukunft jede seiner Gewürzgurken ab und beweise mir dann das Gegenteil!
PS: „Get One! Der neue Gurkensnack” stammt aus dem Spreewald. Produzent ist der Spreewaldhof. Der Heimathof für Gurkenfans. Mir persönlich schmecken allerdings die Spreewälder Gurken aus dem Glas immer noch besser als die aus der Dose.
Kategorien: Alltag
Mittwoch, 08.Juni 2005




