Das Handicap-Prinzip

So zum Beispiel auch das Verhalten einer Gazelle, die einen Beutegreifer in ihrer Nähe entdeckt hat: Statt zu fliehen, springt sie oft mehrfach mit allen vier Beinen zugleich in die Luft; wenn sie dann läuft, schwingt sie ihren schwarzen Schwanz auffällig vor ihrem weißen, schwarz umrandeten Rumpf hin und her. Eine zum Beispiel von einem Auto aufgeschreckte Gazelle hingegen rast umgehend davon und nutzt alle örtlichen Gegebenheiten, um nicht gesehen zu werden. Das auf den ersten Blick unpassende Verhalten der Gazelle kann im Licht des Handicap-Prinzips umstandslos erklärt werden: Sie signalisiert ihrem Feind zum einen, dass sie ihn gesehen hat. Indem sie ihre Zeit mit Luftsprüngen „vergeudet”, statt Reißaus zu nehmen, versichert sie ihm zum anderen, dass sie in der Lage ist, ihm zu entkommen. Verzichtet der Beutegreifer nun auf einen Angriff, haben beide Energie gespart - die Gazelle muss nicht ernstlich wegrennen, und der Beutegreifer spart sich seine Kraft für eine weniger kräftige Gazelle auf.


gazelle


Am letzten Wochenende sind wir bei dem Versuch, bestimmtes menschliches Verhalten zu erklären, auf den Sozialdarwinismus gekommen. Darüber kann man in der Wikipedia nachlesen. Von dort aus führt ein Link zur Evolutionstheorie. Und von der Evolutionstheorie geht es weiter zum Handicap-Prinzip.

Hallo, du da draußen, liest du das? Vielleicht ist es doch kein Sozialdarwinist, sondern nur das menschliche Pendant der bekloppt-schlauen Gazelle!?

Kategorien: Evolution, Natur

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Kommentare hier ...

Ergänzung
Gregor Keuschnig - 5. Mai, 21:58
Diagonalenproblem
Köppnick - 5. Mai, 14:12
Fehlen des besten Zuges
Köppnick - 5. Mai, 13:58
Wie man das Nash-Diagonalen-Problem löst
steppenhund - 5. Mai, 13:29
Gefühlsmäßig würde ich...
steppenhund - 5. Mai, 01:53
Guter Kommentar
Stephan Schleim (anonym) - 4. Mai, 20:36
"ad aquam", aber ansonsten gebe ich dir recht....
Talakallea Thymon - 29. April, 19:33