Zweimal A cappella

Vor zwei Wochen war ich bei einem A-cappella-Konzert von Get Souled, vorgestern bei 5idelity. Beiden Gruppen ist gemeinsam, dass ich sie bis dahin noch nicht kannte, sie aus meiner Heimatstadt stammen, ich von Bekannten hingeschleppt wurde und es nicht bereut habe.

Das sind aber schon die einzigen Gemeinsamkeiten der beiden.

Get Souled
habe ich bei einem Freiluftkonzert auf der Elgersburg gehört. Die Gruppe hat sich erst vor kurzem gegründet, sie setzt sich aus Leuten zusammen, die mit einer Ausnahme bereits voll im Berufsleben stehen, früher in einem Chor zusammen gesungen haben und dann fanden, dass man daraus doch mehr machen könnte. Ihr Repertoire setzt sich aus allen Leuten bekannten englischen Ohrwürmern zusammen, die sie gecovert haben. Man merkt ihnen die noch fehlende Erfahrung an, manche Moderation zwischen den Stücken war etwas unbeholfen und bei den Zugaben haben sie bereits gesungene Stücke wiederholt, aber der guten Laune beim Konzert tat das keinen Abbruch.

Besonders kunstverständige Leute bei Nensch können ja das Nachsingen bzw. Zitieren von Allbekanntem schon mal als banal bezeichnen, aber ich habe mir die Lieder ihrer ersten CD, die sie mit sichtbarem Stolz beim Konzert verkauften, trotzdem auf meinen MP3-Player gezogen und sicherlich in den letzten zwei Wochen ein paar Dutzend Mal zu Gemüte geführt. Besonders gut klingt die Musik, wenn man an einem sonnigen Abend im Biergarten sitzt, einen das Gespräch vom Nachbartisch nervt, und man mit einem einfachen Griff zum Lautstärkeregler des Players diesem Übel abhelfen kann.

Die zweite Gruppe ist 5idelity (ausgesprochen „Feifidelity”), die sich aus Studenten und Absolventen zusammensetzt. Ihr Konzert am Freitagabend fand im Audimax der Uni statt. Die Band gibt es schon seit 2002, nach einer längeren Pause sind sie seit letztem Jahr wieder zusammen. Sie singen eigene Kompositionen und haben zusätzlich einige bekannte deutsch- und englischsprachige Lieder im Repertoire. Man merkt ihnen die längere Erfahrung an, die Überleitungen zwischen den Stücken wirken sehr professionell. Im Audimax hatten sie ein Heimspiel. Auch ihre Groupies, die pubertierenden Mädchen aus der Stadt, waren in großer Zahl anwesend.

Am Ende des Konzerts flogen Kondompäckchen ins Publikum. Der neben mir sitzende achtjährige Sohn eines Bekannten konnte noch nichts Richtiges damit anfangen, aber den Erwachsenen, die ihm einreden wollten, das wären alles Luftballons, schenkte er wahrscheinlich ebenfalls keinen Glauben. Auch von dieser Gruppe gibt es eine CD, deren Stücke 2003 während eines Konzerts in Bamberg(?) aufgenommen wurden, inklusive den Moderationen zwischen ihnen.

Wie eingangs bereits erwähnt, die Gemeinsamkeiten bestehen im A-cappella-Gesang und den dafür notwendigen guten Stimmen, in allem anderen sind die Gruppen unterschiedlich: Eine fast reine Mädchen- gegenüber einer Jungengruppe, gecoverte englische gegenüber eigenen deutschen Texten, unterschiedliche Bühnenprofessionalität. Gute Konzerte haben beide gemacht, die Musik beider hat mir gut gefallen.

Zum Abschluss Hörproben beider Gruppen. Ich hoffe, dass ich damit nicht gegen das Urheberrecht verstoße, aber immerhin mache ich hier auch Reklame für die Bands und ihre CDs. Am Ende der abrupt endenden einminütigen Musikschnipsel hört man „Demoversion”, weil ich eine Demoversion vom Programm MP3 Cutter zum Schneiden verwendet habe.

Get Souled 1 min 1,4 Mbyte
5idelity 1 min 1,4 Mbyte

Kategorien: Alltag

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Kommentare hier ...

Ergänzung
Gregor Keuschnig - 5. Mai, 21:58
Diagonalenproblem
Köppnick - 5. Mai, 14:12
Fehlen des besten Zuges
Köppnick - 5. Mai, 13:58
Wie man das Nash-Diagonalen-Problem löst
steppenhund - 5. Mai, 13:29
Gefühlsmäßig würde ich...
steppenhund - 5. Mai, 01:53
Guter Kommentar
Stephan Schleim (anonym) - 4. Mai, 20:36
"ad aquam", aber ansonsten gebe ich dir recht....
Talakallea Thymon - 29. April, 19:33