Wie Kinder in Symbolen denken lernen

Das Spektrum der Wissenschaft Dossier „Wie Genies denken“ enthält in dem Artikel „Wie Kinder in Symbolen denken lernen“ Schilderungen von verblüffenden Beobachtungen. Puppenstuben mit verkleinerten Objekten der Realität sind ja sehr beliebt, sehr junge Kinder, so um die 2,5 Jahre, sind aber anscheinend nicht in der Lage, die dort vorhandenen Dinge als „Symbole“ von viel größeren Objekte zu begreifen:
Die Kleinen mühten sich offensichtlich allen Ernstes, mit den Spielsachen im Liliputformat dasselbe anzustellen wie zuvor mit den großen. Manche liefen zum Puppenstühlchen, stellten sich davor und ließen sich langsam und vorsichtig darauf nieder, andere thronten auf der Lehne, wieder andere setzten sich so schwungvoll, dass das Stühlchen umfiel.
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Ein paar Kinder versuchten, sich in das Miniaturauto zu setzen, öffneten genau wie bei der größeren Ausgabe die Tür und mühten sich – oft mit bemerkenswerter Beharrlichkeit -, wenigstens einen Fuß hineinzuzwängen. Ein kleines Mädchen zog sogar seinen Schuh aus, allem Anschein nach in der Hoffnung, dass es seinen Fuß dann hineinbringen würde.
Etwa ab drei Jahre verlieren sich dann diese Phänomene allmählich, die Kinder begreifen langsam die Unterschiede zwischen den Dingen der realen Welt und den symbolischen Repräsentanten. Für den Umgang mit der Sprache, die ja ebenfalls ein symbolisches System ist, und dem Bewusstsein des Selbst war mir das bereits bekannt, aber das dasselbe auch für Dinge gilt, die ihrerseits selbst nur als Symbole anderer Dinge dienen, hat mich überrascht.

Diese Untersuchungsergebnisse haben durchaus praktische Bedeutung. Beispiele:
  • Rechnen lernen mit Klötzchen. Hierbei werden Gegenstände als Repräsentationen für Zahlen verwendet. Unter Umständen erschwert man aber dadurch den Erwerb mathematischer Fähigkeiten, weil man eine weitere gedankliche Ebene einfügt. Ähnliches gilt für das Lesenlernen: Fördern oder hemmen Lesebücher den Lernfortschritt, wenn dort nicht nur die abstrakten Buchstaben, sondern zusätzlich Gegenstände oder Personen abgebildet sind, bei denen Erwachsene sofort einen Zusammenhang zwischen den Buchstaben oder Wörtern und den Abbildungen herstellen können, Kinder aber u.U. nur abgelenkt werden?
  • Aufdeckung von Kindesmissbrauch. Weit verbreitet ist es, mit Psychologen die Situation dadurch „nachzuspielen“, dass eine Puppe verwendet wird, an der das Kind zeigen soll, wo es „vom Onkel angefasst“ wurde. Hier werden sogar zwei hohe Forderungen an das kindliche Denken gestellt: Die smbolische Repräsentanz durch die Puppe und die Projektion des Selbst auf einen unbelebten Gegenstand. Wenn das Kind aufgrund seiner geistigen Entwicklung gar nicht verstehen kann, worum es dem/der UntersucherIn geht, erhält man dessen/deren eigene Wunschprojektion des Ereignisses. - In einigen Bundesstaaten der USA sind deshalb solche Untersuchungsmethoden inzwischen sogar verboten.
Kategorien: Gehirn & Geist

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Kommentare hier ...

In einem Binärbaum ist die Suchdauer...
Köppnick - 13. Mai, 12:19
Ein wesentlicher Vorteil ist da noch gar...
steppenhund - 12. Mai, 21:17
Ergänzung
Gregor Keuschnig - 5. Mai, 21:58
Diagonalenproblem
Köppnick - 5. Mai, 14:12
Fehlen des besten Zuges
Köppnick - 5. Mai, 13:58
Wie man das Nash-Diagonalen-Problem löst
steppenhund - 5. Mai, 13:29