Prost, Astronauten!

In Vorbereitung auf meine Marsmission habe ich recherchiert, was mit einem Menschen im Weltraum passiert, wenn sein Anzug ein Leck bekommt, man muss sich ja vorbereiten, gelle? Nach ein paar Klicks, beginnend bei Google, gelangt man zu dieser Nasa-Seite.
How would the unprotected human body react to the vacuum of outer space? Would it inflate to bursting? or would it not? or would just the interior gases hyperinflate? We are also relating this to short-term exposure only. This question primarily relates to the pressure differential problems. Temperature or radiation considerations would be interesting as well.
Die Antworten basieren auf mehreren Vorkommnissen beim Test von Raumanzügen. Also man platzt nicht, weil alle Körperflüssigkeit sofort zu sieden beginnt. Sondern:
If you don't try to hold your breath, exposure to space for half a minute or so is unlikely to produce permanent injury. Holding your breath is likely to damage your lungs, something scuba divers have to watch out for when ascending, and you'll have eardrum trouble if your Eustachian tubes are badly plugged up, but theory predicts -- and animal experiments confirm -- that otherwise, exposure to vacuum causes no immediate injury. You do not explode. Your blood does not boil. You do not freeze. You do not instantly lose consciousness.
  • Zunächst wird alle Luft aus der Lunge gesaugt. Ist sie luftleer, verliert man nach einigen Sekunden das Bewusstsein. Das wird dadurch verursacht, weil sofort ab der Luftleere kein sauerstoffreiches Blut mehr ins Gehirn gepumpt wird. Wenn man jedoch auf der Erde die Luft anhält, arbeitet die Lunge weiter und extrahiert, solange es noch geht, Sauerstoff aus der dort befindlichen Luft. Das erklärt die längere Zeitspanne unter Atmosphärendruck.
  • Die Flüssigkeit im Blut und den Zellen siedet nicht, weil die Haut und die Zellwände Gegendruck aufbauen. Es sieden nur die Flüssigkeiten, die unmittelbar dem Vakuum ausgesetzt sind, also der Speichel im Mund und die Flüssigkeit in den Lungenbläschen. Aber das schmerzt nicht, weil das Sieden ja bei den Temperaturen erfolgt, die diese Flüssigkeiten schon haben, also irgend etwas zwischen 20 und 37°.
  • Der Tod tritt wegen Sauerstoffmangel erst nach mehreren Minuten ein. Szenarien, wonach aus einem Raumschiff in den Weltraum ohne Raumanzug gebeamte Personen in ein anderes Schiff hineingebeamt werden, sind aus der Sicht des fehlenden Anzugs möglich – „nur“ das Beamen als solches funktioniert realiter nicht.
Wenn man also, wieder im Warmen, aus der Bewusstlosigkeit erwacht, hat man einen trockenen Hals und sollte sofort etwas trinken. Prost, Astronauten!

Kategorien: Physik
MMarheinecke - 17. Mai, 20:30

Der alte SF-Schinken "2001 - Odysee im Weltraum"

in dem David Bowman ohne Helm eine kurze Weile im Vakuum überlebte, stellt den Sachverhalt also richtig dar.

Köppnick - 17. Mai, 22:10

Jau.

Was ich auch gut finde, ist die Möglichkeit eines ziemlich schnellen und schmerzlosen Todes. Nach ca. 15 Sekunden im Vakuum ist man schon bewusstlos. Außerdem finde ich die Möglichkeit der Gefriertrocknung nicht schlecht, wenn man noch längere Zeit im eiskalten Vakuum verbleibt. Ein Körper, dem auf diese Weise sämtliche Flüssigkeit entzogen wurde, wird nicht mehr von Bakterien und Pilzen verzehrt, weil auch diese einer so knochentrockenen Mumie das Fleisch nicht von den Knochen nagen können. Die lieben Hinterbliebenen können einen dann problemlos lagern.

Allzu schwer ist man auch nicht mehr, wenn man vorher ca. 65% Wasser enthielt, werden aus 71 kg 24 kg. So eine schrumpelige Mumie kann man schon mal zu runden Geburtstagen oder zu Weihnachten aus dem Keller in die gute Stube zum mitfeiern tragen.

Problematisch ist nur die Durchführung des Selbstmordes. Man muss das Vakuum ja schnell herbeiführen, dazu benötigt man eine genügend große und bereits luftleer gepumpte Kammer. Aber wie ist das mit der Tür? Wenn sie nach innen aufgeht, kriegt man sie beim Betreten schnell auf, hinter sich aber nicht mehr so gut zu. Geht sie jedoch nach außen auf, kommt man in seine Kammer gar nicht erst hinein. Bleibt echt nur die Möglichkeit als Weltraumtourist. Aber was, wenn einen die anderen Astronauten beim Fummeln an der Luke erwischen?

An meiner Uni fand am letzten Freitag der Otto-von-Guericke-Versuch statt, richtig klassisch mit den beiden Halbkugeln und den Pferden. Ich war nicht dabei, aber Bekannte haben mir berichtet: Die Pferde haben es nicht geschafft.

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Ergänzung
Gregor Keuschnig - 5. Mai, 21:58
Diagonalenproblem
Köppnick - 5. Mai, 14:12
Fehlen des besten Zuges
Köppnick - 5. Mai, 13:58
Wie man das Nash-Diagonalen-Problem löst
steppenhund - 5. Mai, 13:29
Gefühlsmäßig würde ich...
steppenhund - 5. Mai, 01:53
Guter Kommentar
Stephan Schleim (anonym) - 4. Mai, 20:36
"ad aquam", aber ansonsten gebe ich dir recht....
Talakallea Thymon - 29. April, 19:33