Nobelpreisträger leben länger?
In der Morgenwelt findet man einen Artikel mit der Überschrift Nobelpreisträger leben länger. Dort heißt es:
In den letzten Jahren wurden ja eine Menge solcher Zusammenhänge gefunden, z.B. eine Korrelation der Körpergröße mit dem Einkommen und dem Intelligenzgrad. Hier kann man sich leicht überlegen, dass jemand, der größer geworden ist, im statistischen Mittel in der Jugend, der Zeit des Wachstums, bessere Bedingungen hatte, gesünder gelebt und es deshalb weiter gebracht hat.
Unlängst habe ich einen Bericht gelesen, in dem nachgewiesen wurde, dass im statistischen Mittel Chirurgen größer sind als andere Ärzte (zum Beispiel größer als Allgemeinmediziner). Auch hier wurde eine einfache Erklärung angeboten: Chirurgen sind im OP Chefs größerer Arbeitsgruppen, da bietet die Körpergröße eine Form natürlicher Autorität, die Allgemeinmediziner im Berufsalltag nicht benötigen. Unklar blieb allerdings, wie sich Medizinstudenten für welche Fachrichtung entscheiden und damit unbewusst für diese statistisch signifikanten Unterschiede sorgen.
Berücksichtigt man solcherart anthropologische Eigentümlichkeiten aus anderen Beobachtungen, dann ist die Aussage zu den Nobelpreisträgern nicht mehr so klar, wie sie in der Studie dargestellt wird. Die Wahl des Preisträgers aus einer Gruppe von Kandidaten ist ja keinesfalls vollkommen zufällig, sondern es muss außer statistisch sich herausmittelnden persönlichen Präferenzen und Animositäten auch objektive Gründe geben: Die Gewinner müssen im Mittel eine Kleinigkeit besser als der Durchschnitt der Kandidatengruppe gewesen sein, sie waren also bereits vor der Preisverleihung einen Tick erfolgreicher.
Ich würde der Eingangshypothese also zum Beispiel erst zustimmen, wenn nachgewiesen werden kann, dass Nobelpreisträger im statistischen Durchschnitt länger leben, aber gleichzeitig nicht größer als die leer ausgegangenen Kandidaten sind. Dann hat man die Korrelation a priori Erfolg (vor dem Nobelpreis) – Körpergröße – Lebenserwartung herausgerechnet, es verbleibt die Kausalität zwischen der a posteriori Anerkennung (nach dem Nobelpreis) und der Lebenserwartung.
Denn eins kann ja als sicher gelten: Zum Zeitpunkt der Preisverleihung ist das Körperwachstum der Nobelpreisträger bereits abgeschlossen. Zumindest nehme ich das an. Allerdings gibt es auch hier interessante anthropologische Studien: Studentengruppen wurden einzelne Testpersonen einmal als „Student“, dann als „Assistent“ und schließlich als „Professor“ vorgestellt. Danach sollten die Studenten die Körpergröße der Testpersonen schätzen. Der „Assistent“ war im statistischen Mittel 2 cm größer als der „Student“, der „Professor“ nochmals um durchschnittlich 2 cm größer. Erfolg lässt einen in den Augen der Anderen auch körperlich größer erscheinen.
Kategorien: Gehirn & Geist
Wenn ein Wissenschaftler Anfang Oktober einen Anruf aus Stockholm erhält, kann er auf mehr hoffen als auf Ruhm und Geld. Zwei britische Ökonomen haben ermittelt, dass mit dem Nobelpreis ausgezeichnete Forscher im Schnitt 1,4 Jahre länger leben als Fachkollegen, die lediglich auf der Kandidatenliste gestanden haben.Das mit den „sogar etwa zwei Jahre“ begreife ich zwar nicht, aber die Gesamtaussage bleibt trotzdem bemerkenswert. Liegt hier tatsächlich Kausalität vor, d.h. Nobelpreis -> länger leben, oder ist es nicht eher eine einfache Korrelation?
Betrachtet man lediglich Forscher gleicher Nationalität, beträgt der Gewinn an Lebensjahren sogar etwa zwei Jahre, fanden Andrew Oswald von der University of Warwick und sein ehemaliger Doktorand Matthew Rablen. Ihrer Ansicht nach bekräftigt dieses Resultat die Annahme, ein hoher sozialer Status wirke sich günstig auf die Lebenserwartung aus. "Wie es dazu kommt, wissen wir nicht", so Oswald.
In den letzten Jahren wurden ja eine Menge solcher Zusammenhänge gefunden, z.B. eine Korrelation der Körpergröße mit dem Einkommen und dem Intelligenzgrad. Hier kann man sich leicht überlegen, dass jemand, der größer geworden ist, im statistischen Mittel in der Jugend, der Zeit des Wachstums, bessere Bedingungen hatte, gesünder gelebt und es deshalb weiter gebracht hat.
Unlängst habe ich einen Bericht gelesen, in dem nachgewiesen wurde, dass im statistischen Mittel Chirurgen größer sind als andere Ärzte (zum Beispiel größer als Allgemeinmediziner). Auch hier wurde eine einfache Erklärung angeboten: Chirurgen sind im OP Chefs größerer Arbeitsgruppen, da bietet die Körpergröße eine Form natürlicher Autorität, die Allgemeinmediziner im Berufsalltag nicht benötigen. Unklar blieb allerdings, wie sich Medizinstudenten für welche Fachrichtung entscheiden und damit unbewusst für diese statistisch signifikanten Unterschiede sorgen.
Berücksichtigt man solcherart anthropologische Eigentümlichkeiten aus anderen Beobachtungen, dann ist die Aussage zu den Nobelpreisträgern nicht mehr so klar, wie sie in der Studie dargestellt wird. Die Wahl des Preisträgers aus einer Gruppe von Kandidaten ist ja keinesfalls vollkommen zufällig, sondern es muss außer statistisch sich herausmittelnden persönlichen Präferenzen und Animositäten auch objektive Gründe geben: Die Gewinner müssen im Mittel eine Kleinigkeit besser als der Durchschnitt der Kandidatengruppe gewesen sein, sie waren also bereits vor der Preisverleihung einen Tick erfolgreicher.
Ich würde der Eingangshypothese also zum Beispiel erst zustimmen, wenn nachgewiesen werden kann, dass Nobelpreisträger im statistischen Durchschnitt länger leben, aber gleichzeitig nicht größer als die leer ausgegangenen Kandidaten sind. Dann hat man die Korrelation a priori Erfolg (vor dem Nobelpreis) – Körpergröße – Lebenserwartung herausgerechnet, es verbleibt die Kausalität zwischen der a posteriori Anerkennung (nach dem Nobelpreis) und der Lebenserwartung.
Denn eins kann ja als sicher gelten: Zum Zeitpunkt der Preisverleihung ist das Körperwachstum der Nobelpreisträger bereits abgeschlossen. Zumindest nehme ich das an. Allerdings gibt es auch hier interessante anthropologische Studien: Studentengruppen wurden einzelne Testpersonen einmal als „Student“, dann als „Assistent“ und schließlich als „Professor“ vorgestellt. Danach sollten die Studenten die Körpergröße der Testpersonen schätzen. Der „Assistent“ war im statistischen Mittel 2 cm größer als der „Student“, der „Professor“ nochmals um durchschnittlich 2 cm größer. Erfolg lässt einen in den Augen der Anderen auch körperlich größer erscheinen.
Kategorien: Gehirn & Geist
Mittwoch, 17.Januar 2007




