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Haiku
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Ich möchte keinen...
Das generelle Recht auf körperliche Unversehrtheit von Verdächtigen ist als Prinzip unserer Rechtsstaatlichkeit jedoch unendlich wichtiger als das Schicksal eines einzelnen Polizeibeamten in einer extremen Ausnahmesituation!
In dem Metzeler-Fall ging es eben nicht um das Schicksal eines einzelnen Polizeibeamten. Es ging darum, dass die Polizei glaubte, das entführte Kind würde noch leben, und Folter angedroht hat, damit der Entführer das Versteck verrät, da davon ausgegangen werden musste, dass das Opfer qualvoll stirbt. Es ging also um die Möglichkeit, den Entführten noch zu retten.
Auch der nachfolgende Gedanke ist unsinnig:
Analog ist das gerelle Recht auf Leben von Passagieren in einem verdächtigen Flugzeug wichtiger als das Schicksal eines einzelnen Militärs in einer extremen Ausnahmesituation.
Es geht auch hier nicht um das Schicksal des einzelnen Militärs, sondern darum, ob es legitim ist, ein Flugzeug abzuschiessen, welches sich in unmittelbarem Anflug auf ein Gebäude à la 11.09.01 befindet.
Das Schicksal des Militärs steht auch dann nicht zur Debatte, wenn das Gesetz druchgekommen wäre; massgeblich wären die politischen Entscheidungsträger gewesen.
Natürlich kann es in einem freiheitlichen Rechtsstaat kein Gesetz geben, welches Folter irgendwann gestattet. Auch der neuerliche Vorstoss von Schäuble (Luftsicherheitsgesetz), der mit dem Trick eines "Quasi-Kriegszustandes" operiert, ist schädlich und unwürdig. Tatsächlich müssen im Einzelfall die Entscheidungsträger agieren. Es wird immer Grauzonen geben.
Es gibt sogar ein plausibles Argument, das er sich gut schreiben kann: Gibt es eine eindeutige Gesetzeslage, dann fallen notwendige Entscheidungen schneller. Muss jeder Beteiligte erst nachdenken, ob er sich für sein Gewissen und gegen die Gesetze entscheidet, kann es u.U. zu spät sein. Aber meiner Meinung nach ist der durch die von ihm angestrebte Gesetzesänderung angerichtete (moralische) Schaden zu groß - im Vergleich zur Wahrscheinlichkeit, dass der so kodifizierte Ernstfall tatsächlich eintritt. Wir sind nicht im Krieg.
Zu...
Ich glaube nicht, dass JB mit der Annahme recht hat, der Entwurf des Luftsicherheitsgesetzes diente primär dazu, dem Schicksal eines einzelnen Militärs eine gewisse Sicherheit zu geben. Wie schon erläutert, wäre der Militär auch nur "Befehlsempfänger" der Politik gewesen.
Für diese Art von Placebo-Gesetzen gibt es drei Gründe: Erstens soll der Bevölkerung suggeriert werden, wir lebten unter dauernder Bedrohung (Hysterisierung). Zweitens wird dann gezeigt: 'Wir tun was!' (Besänftigung der vorher selber erzeugten Hysterisierung). Und drittens wird tatsächlich der Entscheidungsprozess beschleunigt bzw. automatisiert - und bei späteren juristischen Ansprüchen von Angehörigen der abgeschossenen Maschine gehen diese aufgrund der Gesetzeslage leer aus.
Im übrigen stimme ich dem, was Du zur moralischen Pflicht des Einzelnen sagst, zu.