Ehud Olmert soll zurücktreten,
wird in Israel gefordert, weil er, sehr durch die Blume, die Wahrheit ausgesprochen hat: Israel besitzt Atomwaffen. Damit breche er die fünfzigjährige politische Tradition Israels. Aha, wer die Wahrheit ausspricht, weicht also von der offiziellen Politik Israels ab.
Ein weiteres Muster: Atomwaffen in der Hand demokratischer Staaten sind selbstverständlich etwas anderes als die in der Hand von Diktaturen. Olmerts zählt dann auch gleich die demokratischen Staaten auf, denen sich Israel zugehörig fühlt: Amerika, England, Frankreich und Russland. Vermutlich werden das zumindest die Herrschenden in Diktaturen etwas anders sehen, wenn es um die Berechtigung zum Besitz von Atomwaffen geht und ihnen die sich selbst so klassifizierenden demokratischen Staaten atomwaffenbesitzend gegenüberstehen. Aber eine gewisse Logik ist dem ja nicht abzusprechen: Eigene Atomwaffen sind gut, fremde schlecht.
Nun zeigt sich derzeit im Irak, dass das Leben in einem demokratischen Staat, also legitimiert durch freie Wahlen, nicht unbedingt das bessere sein muss. Nach dem Demokratieexport durch das Musterland der Demokratie ist die tägliche Zahl der Toten größer als früher unter dem Diktator Hussein. Man wird wohl seitens der USA nicht umhinkönnen, mit den Diktaturen im Iran und Syrien zu paktieren, um das Problem wenigstens halbwegs zu lösen, findet jedenfalls der Bakerbericht.
Russland, von Olmert in die Liste der demokratischen Staaten aufgenommen, liefert mit der Litwinenko-Affäre gerade ein Musterbeispiel der Kombination von Demokratie und Atomtechnologie. Jetzt wird sogar die Vermutung geäußert, die Verstrahlung Unschuldiger wäre so ausgedehnt, dass es sich um Absicht handeln könnte, um falsche Spuren zu legen, man könnte sich ja durch einfaches Händewaschen vom Polonium befreien. Auch hier ein großes Aha. Ein nuklearer Fallout ist also nicht wegen des Einsatzes von Atomwaffen (von demokratischen Staaten?) so gefährlich, sondern wegen der mangelhaften Hygiene der davon betroffenen Bevölkerung. Ich bin jeden Tag aufs Neue erstaunt, welchen Blödsinn man uns noch aufzutischen versucht.
Kategorien: Politik
Ein weiteres Muster: Atomwaffen in der Hand demokratischer Staaten sind selbstverständlich etwas anderes als die in der Hand von Diktaturen. Olmerts zählt dann auch gleich die demokratischen Staaten auf, denen sich Israel zugehörig fühlt: Amerika, England, Frankreich und Russland. Vermutlich werden das zumindest die Herrschenden in Diktaturen etwas anders sehen, wenn es um die Berechtigung zum Besitz von Atomwaffen geht und ihnen die sich selbst so klassifizierenden demokratischen Staaten atomwaffenbesitzend gegenüberstehen. Aber eine gewisse Logik ist dem ja nicht abzusprechen: Eigene Atomwaffen sind gut, fremde schlecht.
Nun zeigt sich derzeit im Irak, dass das Leben in einem demokratischen Staat, also legitimiert durch freie Wahlen, nicht unbedingt das bessere sein muss. Nach dem Demokratieexport durch das Musterland der Demokratie ist die tägliche Zahl der Toten größer als früher unter dem Diktator Hussein. Man wird wohl seitens der USA nicht umhinkönnen, mit den Diktaturen im Iran und Syrien zu paktieren, um das Problem wenigstens halbwegs zu lösen, findet jedenfalls der Bakerbericht.
Russland, von Olmert in die Liste der demokratischen Staaten aufgenommen, liefert mit der Litwinenko-Affäre gerade ein Musterbeispiel der Kombination von Demokratie und Atomtechnologie. Jetzt wird sogar die Vermutung geäußert, die Verstrahlung Unschuldiger wäre so ausgedehnt, dass es sich um Absicht handeln könnte, um falsche Spuren zu legen, man könnte sich ja durch einfaches Händewaschen vom Polonium befreien. Auch hier ein großes Aha. Ein nuklearer Fallout ist also nicht wegen des Einsatzes von Atomwaffen (von demokratischen Staaten?) so gefährlich, sondern wegen der mangelhaften Hygiene der davon betroffenen Bevölkerung. Ich bin jeden Tag aufs Neue erstaunt, welchen Blödsinn man uns noch aufzutischen versucht.
Kategorien: Politik
Dienstag, 12.Dezember 2006





Broderlogik
Die Aussage,
Während Indien und Pakistan dien jeweils ihre atomare Bewaffnung als Drohung bzw. Entgegnung dieser Drohung inszeniert haben, um einen evtl. Konflikt nicht eskalieren zu lassen (bzw. - im Falle von Pakistan - ein "Gleichgewicht" zu schaffen), so führt das Eingeständnis Olmerts, dass Israel atomar bewaffnet ist (was er so ja gar nicht gegeben hat) unweigerlich zu einer Beschleunigung der Atomwaffenpläne anderer, regionaler, arabischer Staaten. Insofern schadet Israel (und der Welt) die Bombe in dem Moment, wenn sie "zugegeben" wird, da man den Rüstungswettlauf anheizt.
Das ist im Fall von Nordkorea anders. Nordkorea glaubt, sich mit der Atombombe vor Angriffen durch Dritte schützen zu können. Daher ist es hier für den Diktator sinnvoll, die Existenz einer Atombombe zuzugeben - ja, es wäre sogar sinnvoll, die Existenz zu erfinden (was natürlich glaubhaft zu geschehen hat). Das Verhaltensmuster des Iran ist übrigens ein ähnliches - auch dort gibt man lieber einen höheren technischen Stand zu, als man vermutlich derzeit hat.