IMK Report

Eine interessante Überschrift findet man auf den NachDenkSeiten:
Weltwirtschaftliche Ungleichgewichte nehmen zu – Deutschland hinkt hinterher.
Also ich fände es wirklich schön, wenn Deutschland bei der Zunahme der Ungleichgewichte hinterher hinken würde. So ist es aber in dem Beitrag nicht gemeint.

Interessant ist das in diesem Artikel verlinkte PDF-Dokument IMK Report, dort findet man z.B. auf Seite 29:
Auch im internationalen Vergleich bleibt die Entwicklung der Lohnstückkosten in Deutschland nach wie vor hinter der in den übrigen Industrieländern zurück. Erneut wird sich die internationale Wettbewerbsfähigkeit erhöhen und damit insbesondere die anderen Mitgliedsländer des Euroraums unter Druck setzen, einen ähnlichen Kurs der Lohnzurückhaltung zu verfolgen. In den Niederlanden zeichnet sich dies schon sehr deutlich ab. Auf die sehr ernsten Gefahren, die sich hieraus für die Stabilität innerhalb des Euroraums ergeben, ist mehrfach hingewiesen worden.

Ein Rätsel ist auf den ersten Blick, warum der Lohndruck nach unten gerade in Deutschland so ausgeprägt ist. Die Arbeitslosigkeit ist nur unwesentlich höher als im Durchschnitt des Euroraums oder als zum Beispiel in Frankreich, und die Gewerkschaften sind im Vergleich zu den meisten anderen Mitgliedsländern nicht besonders schwach. Auch ist die Wirtschaft Deutschlands in keinem größeren Maße dem internationalen Wettbewerbsdruck ausgesetzt als zum Beispiel die Frankreichs. Gleichwohl fielen in Deutschland die Lohnsteigerungen geringer aus. Eine der Erklärungen hierfür ist das Fehlen eines expliziten gesetzlichen Mindestlohns, den es in fast allen übrigen Ländern Europas meist schon seit langem gibt. Zwar mag argumentiert werden, dass das Arbeitslosengeld II faktisch eine Art Mindestlohn darstellt. Dieses liegt jedoch zum Teil weit unter den Sätzen anderer westeuropäischer Länder.
Der Report geht recht kritisch mit der Wirtschafts- und Finanzpolitik der Bundesregierung um. Entsprechende Simulationsrechnungen zeigen, dass nicht die Wirtschaft für das Hinterherhinken Deutschlands im europäischen Vergleich verantwortlich ist, sondern die falsche Strategie der Regierung.

Kategorien: Politik
Reh Volution - 5. April, 20:16

Ich bin zwar über machtpolitische Gewichtungen nicht informiert, aber als Laie habe ich immer vermutet, daß die Politiker oder deren Strategie schon lange von Wirtschafts- und Industriekräften gelenkt würden.

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Kommentare hier ...

Die Grünen sind links.
Metepsilonema - 22. Juli, 22:34
Aufgrund der Komplexität des Themas...
Köppnick - 22. Juli, 07:50
Irgendetwas mit der url stimmte nicht. Wie...
Metepsilonema - 22. Juli, 01:07
Deine Links funktionieren nicht,
Köppnick - 21. Juli, 12:05
Hier findet man die beiden Artikel:
Metepsilonema - 21. Juli, 01:40
Ich würde es etwas anders ausdrücken:...
Metepsilonema - 18. Juli, 21:48
Ich halte es durchaus für vertretbar,...
Metepsilonema - 15. Juli, 21:54
Ich halte es durchaus für vertretbar,...
Köppnick - 14. Juli, 22:05
Beweiskraft gibt es generell keine, denn...
Metepsilonema - 14. Juli, 19:16