Kohlendioxidfreie Verbrennungskraftwerke

Bereits vor einiger Zeit hatte ich vom der Möglichkeit gehört, Kraftwerke, die Energie aus der Verbrennung fossiler Energieträger gewinnen, kohlendioxidfrei zu betreiben. Zunächst hielt ich das für völligen Nonsens, denn Endprodukt jeglicher Verbrennung von Kohlenstoff ist Kohlendioxid. Später erfuhr ich dann, dass man plant, das Kohlendioxid aus der Abluft zurückzuhalten und unterirdisch einzulagern. In der Ausgabe von Spektrum der Wissenschaft vom März 2006 werden das Konzept und mehrere Realisierungsmöglichkeiten vorgestellt.

Eine selektive Absorption des erzeugten Kohlendioxids ist möglich, in dem man das Abgas statt durch einen konventionellen Schornstein durch einen Waschturm schickt, der Tröpfchen mit einer organischen Stickstofflösung enthält. Diese Lösung bindet CO2. Erhitzt man die Lösung später separat, wird reines CO2 abgegeben und man erhält die Stickstofflösung zurück. Unter hohem Druck erreicht CO2 fast die Dichte von Wasser. Man kann es also in dieselben Sedimentschichten pressen, aus denen zuvor das Erdöl gefördert wurde. Tatsächlich wird dieses Verfahren schon angewandt, weil Erdgas vor der Verflüssigung von CO2 gereinigt werden muss, es existieren also z.B. inKanada und Algerien bereits Anlagen nach diesem Prinzip.

Durch die zusätzlichen Prozessschritte, den Transport und die Verfüllung des CO2 wird selbst Energie verbraucht, wodurch der Gesamtwirkungsgrad sinkt und der Energiepreis steigt. Damit die Industrie sich auf so etwas einlässt, muss die Politik die entsprechenden Rahmenbedingungen setzen und die CO2-Erzeugung entsprechend mit Strafsteuern belegen und/oder die Errichtung der CO2-Filter und deren Betrieb subventionieren.

Im Artikel werden auch die Risiken dieser Technik diskutiert. Das CO2 bleibt auch nach seiner Verdichtung leichter als Wasser, besitzt also in jeder Tiefe Auftrieb und muss deshalb durch die darüber liegenden Gesteinsschichten isoliert werden. Für die Ewigkeit kann man es nicht zurückhalten, auch wenn man hoffen kann, dass es sich im Laufe von Zehntausenden von Jahren vielleicht im dort unten vorhandenen Salzwasser auflösen wird. Aber in der derzeitigen Situation, in der die Erderwärmung außer Kontrolle zu geraten scheint, muss jedes Mittel genutzt werden, den Anstieg des CO2-Gehalts der Atmosphäre zu verringern. Auch wenn man sich so nur einen Aufschub von ein oder zwei Jahrhunderten erkauft, bis endgültig der Übergang zur ausschließlichen Nutzung erneuerbarer Energiequellen vollzogen ist.

Kategorien: Physik

Trackback URL:
http://kwakuananse.twoday.net/stories/1790426/modTrackback

Kommentare hier ...

Die Grünen sind links.
Metepsilonema - 22. Juli, 22:34
Aufgrund der Komplexität des Themas...
Köppnick - 22. Juli, 07:50
Irgendetwas mit der url stimmte nicht. Wie...
Metepsilonema - 22. Juli, 01:07
Deine Links funktionieren nicht,
Köppnick - 21. Juli, 12:05
Hier findet man die beiden Artikel:
Metepsilonema - 21. Juli, 01:40
Ich würde es etwas anders ausdrücken:...
Metepsilonema - 18. Juli, 21:48
Ich halte es durchaus für vertretbar,...
Metepsilonema - 15. Juli, 21:54
Ich halte es durchaus für vertretbar,...
Köppnick - 14. Juli, 22:05
Beweiskraft gibt es generell keine, denn...
Metepsilonema - 14. Juli, 19:16