Die Lösung lautet Zweiundvierzig

In der aktuellen ct’ 7/2006 vom 20.3. wird im Beitrag "Qubit-Kapriolen" auf Seite 6 allgemein über das Teleklonen und speziell über das Triplizieren eines Photons berichtet. Triplizieren ist interessanter als Duplizieren. Wird nämlich von einem Triplett ein Teilnehmer gestört („gemessen“), dann merken das die beiden anderen nicht. Das wirft einen dunklen Schatten auf die geplanten abhörsicheren Quantenübertragungskanäle. Aber so richtig schön wird es erst am Schluss des Artikels:
Aber die Forscher entdecken noch weitere haarsträubende Eigenheiten der Quantenwelt: Neuerdings soll es genügen, einen Quantenrechner einzuschalten, um das Ergebnis einer Rechnung zu erhalten - ohne dass der Quantenrechner auch nur einen Strich tut.
...
Allein die Möglichkeit, dass ein Photon einen Weg nehmen könnte, reicht für die Überlagerung von 0 und 1 aus, das Photon muss sich nicht auf den gleichzeitigen Weg in beide Richtungen machen. Ähnliches gilt für den gesamten Quantenrechner: Ohne Messung existiert er in einer Überlagerung aus den beiden Zuständen, wenn der Algorithmus läuft und wenn er nicht läuft. Allein daraus konnten die Forscher unter bestimmten Bedingungen das Ergebnis des Algorithmus konstruieren, ohne dass der Rechner tatsächlich lief - die Möglichkeit dafür reicht aus. Paul G. Kwiat, einer der beteiligten Forscher, meint dazu, dass er sich kaum vorstellen kann, dass die Quantenwelt noch verrückter werden kann als dieses Experiment, das eigentlich gar nicht stattgefunden hat.
Na gut, wir sind ja selbst aus Quanten zusammengesetzt, Teil der wunderbaren Quantenwelt. Und dort bahnt sich offensichtlich etwas ungeheuer Geniales an: Allein durch die Möglichkeit, eine bestimmte Tätigkeit zu erledigen (z.B. Hausaufgaben, Wohnung saubermachen) reicht es mental schon aus, dass ich mir eine Überlagerung des leeren und des vollen Hausaufgabenheftes, der schmutzigen und der sauberen Wohnung vorstelle. Aber eigentlich macht es sicher auch nichts, wenn ich gestehe: Ich verstehe diesen Text sowohl als auch nicht, und das schon bevor ich ihn gelesen hatte. Oder sollte ich nicht besser schreiben, „gelesen habe oder haben werde“?

Doch im tiefsten Innern, als alter, mesokosmischer Skeptiker, werde ich dem Ganzen erst wirklichen Glauben schenken, wenn auf meinem Schreibtisch eine Kiste steht und nach dem Einschalten zu mir sagt: „Ich weiß genau, welche Aufgabe du jetzt ausrechnen willst. Die Lösung lautet Zweiundvierzig.“ Vorher glaube ich erst mal gar nichts oder das Gegenteil davon.

Kategorien: Physik
Quasimotte (anonym) - 27. März, 14:37

Einen Strich tun

"... ohne dass der Quantenrechner auch nur einen Strich tut."
Bevor ich versuche, etwas vom Thema zu verstehen, wüsste ich gern, wie "einen Strich tun" in Bezug auf einen Taschenrechner definiert ist, und zwar unter Berücksichtigung aller weltlicher Möglichkeiten sowie quantenweltlicher Unmöglichkeiten.

Trackback URL:
http://kwakuananse.twoday.net/stories/1749255/modTrackback

Kommentare hier ...

Der Artikel über den Atheismus in der...
Köppnick - 19. August, 19:26
Es ist schon ein großer Unterschied...
Talakallea Thymon - 19. August, 13:09
Also der Satz, dass es irrelevant ist, dass...
steppenhund - 18. August, 14:37
Noch eine Ergänzung
Gregor Keuschnig - 18. August, 14:00
@beide
steppenhund - 18. August, 13:52
Mittelfristig ist Russland keine Grossmacht...
Gregor Keuschnig - 18. August, 10:13
Naja,
Gregor Keuschnig - 18. August, 09:21
Nachtrag
Köppnick - 17. August, 12:26
@Peter Viehrig
Köppnick - 16. August, 08:46
Ein paar Einsprüche
Peter Viehrig - 16. August, 07:41