Eine Frage des Prinzips
Im Spiegel 8/2006 vom 20.2. findet man einen Artikel mit dem Titel „Eine Frage des Prinzips“. Er ist dem derzeitigen Streik im öffentlichen Dienst und ganz besonders der Glaubwürdigkeit von Bsirske gewidmet, der vor seiner Arbeit als Gewerkschaftsfunktionär selbst als Personal- und Organisationsdezernent von Hannover für Entlassungen verantwortlich war. Im Folgenden soll es nicht um die Notwendigkeit von Kosteneinsparungen gehen, sondern lediglich um die Glaubwürdigkeit von Argumenten. (Häufig ist es allerdings so, dass man, wenn man die mangelhafte Logik von Argumenten feststellen konnte, sich auch das damit Begründete als fehlerhaft erwies.) Man liest:
Frage: Wie will man (bei konstant bleibenden Gehältern) Kosten einsparen, wenn keine Stellen wegfallen?
Antwort: Niemand wird entlassen, nur frei werdende Stellen werden nicht neu besetzt.
Analyse: Tatsächlich wird keinem Arbeitsplatzbesitzer gekündigt, aber auch kein Arbeitsloser erhält einen Job. So wird die Arbeitslosigkeit bei den Jungen und nicht bei den Alten gefördert, weil ständig Ältere in den Ruhestand gehen und Junge in den Arbeitsmarkt eintreten (wollen).
Fazit: Die Strategie der öffentlichen Arbeitgeber ist genau die, die sonst den Gewerkschaften vorgeworfen wird: Politik für die Arbeitsplatzbesitzer auf Kosten der Arbeitslosen.
Passt meiner Meinung nach sehr gut zu der hier geführten Diskussion über den Sinn von Gewerkschaften.
Kategorien: Politik
Das Ziel ist überall das gleiche: Kosten runter. Das gilt für die Industrie und erst recht für die öffentliche Hand. „Die Länder sind faktisch pleite", sagt Hartmut Möllring, niedersächsischer Finanzminister und Vorsitzender der Tarifgemeinschaft deutscher Länder. „Die Übernahme des TVöD würde allein das Land Niedersachsen 60 Millionen Euro mehr im Jahr kosten." Das Argument der Gewerkschaften, längere Arbeitszeiten führten letztlich zu Stellenstreichungen, lässt er nicht gelten. „Kein Mensch muss Angst um seinen Arbeitsplatz haben."Textbehauptung: Bsirske bzw. Verdi hatten ausgerechnet, dass der Arbeitszeitverlängerung im öffentlichen Dienst 250.000 Stellen entsprechen. Dem wird in den vom Spiegel angegebenen Zitaten widersprochen.
Auch für Thomas Böhle (SPD), den Personaldezernenten in München und Präsidenten der Vereinigung kommunaler Arbeitgeberverbände, ist Bsirskes Gerede vom Arbeitsplatzverlust „nicht schlüssig". Es gehe lediglich darum, „frei werdende Stellen nicht wieder zu besetzen".
Frage: Wie will man (bei konstant bleibenden Gehältern) Kosten einsparen, wenn keine Stellen wegfallen?
Antwort: Niemand wird entlassen, nur frei werdende Stellen werden nicht neu besetzt.
Analyse: Tatsächlich wird keinem Arbeitsplatzbesitzer gekündigt, aber auch kein Arbeitsloser erhält einen Job. So wird die Arbeitslosigkeit bei den Jungen und nicht bei den Alten gefördert, weil ständig Ältere in den Ruhestand gehen und Junge in den Arbeitsmarkt eintreten (wollen).
Fazit: Die Strategie der öffentlichen Arbeitgeber ist genau die, die sonst den Gewerkschaften vorgeworfen wird: Politik für die Arbeitsplatzbesitzer auf Kosten der Arbeitslosen.
Passt meiner Meinung nach sehr gut zu der hier geführten Diskussion über den Sinn von Gewerkschaften.
Kategorien: Politik
Samstag, 11.März 2006





Die Gewerkschaften...
Man gibt sich heutzutage schon zufrieden, wenn Arbeitsplätze "auslaufen", d. h. in Rente (oder Pension) gehende keine Nachfolger mehr haben. Arbeitsplätze schaffen? Davon kann auf beiden Seiten keine Rede mehr sein.