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Haiku
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Hm - nochmal insistiert:
Zwar bringt der konstruktivistische Blick auch einen gewissen Abstand (sowohl innerhalb einer Kultur also auch im unmittelbaren „Vergleich“ zwischen eurozentrischem Denken und anderskulturellen Werten) – letztlich bleibt jedoch das „Problem“, zum Beispiel einen des Mordes (oder Totschlags) Angeklagten zu „beurteilen“. Sprechen wir ihn frei, weil es ja auch sinnvoll sein kann, dass er seinen bösartigen Nachbarn umgebracht hat? Pointiert: Kann es denn überhaupt so etwas wie einen "Interntionalen Gerichtshof" geben und wäre es nicht absurd, nicht-westlichen Angeklagten den Prozess zu machen?
Deine Lösung des Laborratte-Paradoxons bedeutet letztlich doch, dass es Strukturen gibt, die die These der Laborratte als falsch belegen können. Sie ist nur nicht in der Lage, diese Strukturen zu erkennen – daher liegt sie falsch.
Ist es das, was mit Metaebene gemeint ist? Und: Ist dann endlich – in den „letzten Fragen“ – die Metaebene Gott?
Hier ist übrigens ein Aufsatz über Konstruktivismus, der mich jedoch mit vielen Fragen alleine lässt.
Ethik ist davon nicht betroffen
Der von Gruber wiederum bevorzugte Funkionalismus reduziert die äußere Welt (und u.U. auch die innere Sicht auf die Sicht, die für ihn auch eine äußere Sicht ist (hinreichend unverständlich?)) auf die „Schnittstelle“. Diese Philosophie ist unter KI-Leuten weitverbreitet, weil es einer mehr programm- oder informationstechnischen Herangehensweise entspricht. Neurophysiologen wiederum sind häufig Anhänger der Identitätstheorie und so weiter. Jeder sieht die Welt mit den Augen seiner Profession. (Übrigens auch ein Beweis für die richtige Beobachtung des Konstruktivismus, dass das, was wir bereits wissen, Einfluss darauf hat, was wir erkennen.)
Was aber, wenn es für uns überhaupt keine geschlossene Theorie der Welt gibt, entweder weil die Welt diesen Zusammenhang nicht hat oder wir dazu zu dumm sind oder beides? Jedenfalls muss einem deshalb um „Ethik“ nicht bang sein, unabhängig davon, ob Konstruktivismus eine „richtige“ oder „falsche“ Beschreibung menschlichen Verhaltens liefert. Denn es gilt ja, dass aus Symmetriegründen (jeder Mensch hat viele Menschen in seiner Umgebung, die er als ihm gleichartig betrachtet) die überwiegende Zahl der Menschen die (menschliche) Welt ähnlich sieht. Es ist dabei egal, ob die Ethik zusammen mit dem Menschen entstanden ist (nichtkonstruktivistisch), oder ob sie in uns aus der Weltbetrachtung entsteht (konstruktivistisch).
Das ändert nichts an der (aus denselben Symmetriegründen) notwendig geltenden Grundvoraussetzung: „Alle Menschen sind a priori gleich.“ Für Tiere gelten beginnend von den Primaten bis zu niederen Lebensformen abgestufte Rechte. Aus diesen anderthalb Prinzipien lassen sich eigentlich alle übrigen Menschen- und Tierrechte (und deren Einschränkung in Ausnahmefällen) ableiten. Einige der Ableitungen sind abhängig vom Kulturkreis, aber daran ändert Konstruktivismus als Denkansatz nichts.
Die Tatsache, dass wir die Existenz Gottes philosophisch weder beweisen noch widerlegen können, ist in meinen Augen ein deutlicher Fingerzeig darauf, dass wir die logische Geschlossenheit einer allumfassenden Welterklärung nicht hinbekommen werden. Eine für uns unerreichbare Ebene sich als Metaebene zu denken, ist aber nicht mehr wissenschaftlich, sondern ein Glaubensdingens.