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Mich auf dünnem Eis bewegend...
Die letzten beiden Sätze Deiner für mich sehr interessanten Rezension machen mir in dieser Hinsicht Hoffnung. Inwiefern ist aber Watzlawick dann noch ein „radikaler“ Konstruktivist? Wenn ich Dich richtig verstanden habe, gibt es für ihn nichtkonstruktivistische Parameter. Wer sagt ihm/uns aber, dass diese Parameter (wie z. B. die Zeit) nicht auch wieder konstruierte Wirklichkeiten sind?
Noch eine Frage: Gibt es jemals die Möglichkeit, dass die Laborratte ihren „Irrtum“ erkennt? Oder muss man gleich mitfragen, ob es die Möglichkeit gibt, dass der Laborleiter (also wir) einem Irrtum unterliegen und die Ratte tatsächlich recht hat?
Radikaler Konstruktivismus
Zeit und andere physikalische Tatbestände lassen sich in reproduzierbaren Experimenten immer wieder bestätigen, während menschliche Kommunikation zwangsläufig von den Beteiligten und von ihrem Standpunkt aus interpretiert wird.
Für das Paradoxon der Laborratten gibt es eine Lösung. Es ist übrigens dasselbe, das bei allen Paradoxa zur Auflösung der Widersprüche führt. Man muss auf eine Metaebene wechseln (Watzlawick nennt das "übergeordnete Wirklichkeit". Uns fällt das bei den Laborratten ganz leicht. Auf dieser Metaebene erkennt man, dass Menschen die Ratten gezüchtet und in den Käfig gesetzt haben. Und dass sie über die Macht verfügen, die Ratten auch zu töten. Ob das den Ratten auch gelingen kann? Die beiden Parteien sind in ihrem Wirken nicht gleichwertig. Es ist also die Frage, ob das Wissen ausreicht, diese Metaebene auch zu finden. Immerhin haben die Ratten in diesem Fall bereits den ersten Schritt geschafft, sie haben ihr Kommunikationsgegenüber (den Menschen) identifiziert und eine zeitliche Abfolge ihrer und seiner Handlungen entdeckt. Das ist eine ganze Menge.
Zum Metaebenenproblem am Beispiel des Gefangenendilemmas schreibt er: Es ist gut möglich, dass wir bestimmte Paradoxa niemals auflösen können (z.B. die der Quantentheorie), weil die dafür notwendige Metaebene für uns nicht erreichbar ist.