Panorambild, Rom, 27. 10. 312
Ich werde in diesem Jahr für ein paar Tage nach Rom fliegen, von einer Freundin erhielt ich deshalb den Tipp, dass in Leipzig gerade ein großes Rom-Panorama zu sehen ist. Mitten in der Stadt gibt es ein altes Gasometer, dass sich hervorragend für die Ausstellung von Panoramabildern eignet. Dieses Gebäude befindet sich im Besitz der Stadtwerke und diente früher der Aufbereitung und Speicherung von Stadtgas. Im Erdgaszeitalter hat sich diese Aufgabe erledigt, man kann die alten Gebäude entweder abreißen, vergammeln lassen, wie man es bei dem zweiten Gasometer neben dem "Panorama-"Gebäude sehen kann, oder eine neue Nutzmöglichkeit dafür finden. Bereits im vorletzten Jahr gab es ein Panoramabild in diesem Gasometer zu sehen, ein 360°-Everest-Panorama.
Für das neue Bild ließ sich Yadegar Asisi von einem früheren Bild über das alte Rom inspirieren. Um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert gab es in München bereits ein solches Panoramabild, für das damals eine eigene Gesellschaft gegründet und ein Haus gebaut wurde. Dieses riesige Bild, 120 m lang und 15 m hoch, ging seinerzeit mehrfach auf Reisen, wurde unter anderem in den USA gezeigt, gilt heute aber als verschollen. Wie kann so etwas passieren, fragt man sich? Von dem alten Bild existiert nur noch eine alte Schwarzweißfotografie, die kopiert, in den Rechner übertragen und dort als Vorlage weiterbearbeitet wurde.
In der Ausstellung wird ein Film gezeigt, der den Prozess dieser Bearbeitung darstellt. Aus einer Bilddatenbank mit einer Unmenge von architektonischen Aufnahmen wurden Stücke ausgeschnitten, und, wie Teile eines gigantischen „Puzzles“, zu einer fotorealistischen Darstellung komponiert. Vieles war zu beachten: Die Abnahme der Detailschärfe und die Veränderung der Farben mit zunehmendem Betrachterabstand, perspektivische Verzeichnungen durch den geplanten ringförmigen Aufbau des Panoramabildes, der unterschiedliche Schattenwurf, und so weiter. Für viele der im Vordergrund zu sehenden Personen wurden eigens neue Fotografien erstellt. (Wer Architekturstudenten aus Berlin kennt, kann auf dem Bild vielleicht einige seiner Bekannten wiedererkennen.)
Das Panoramabild zeigt den Triumphzug von Kaiser Constantin, der am 27. 10. 312 anlässlich seines Sieges über Rom stattfand. Dieser Kaiser erhob später das Christentum zur Staatsreligion und verlegte seine Hauptstadt nach Byzanz (=Konstantinopel).
In das zylinderförmige Panometer (eine Wortschöpfung aus Panorama und Gasometer) wurde ein weiterer Zylinder eingebaut, der das eigentliche 105 m breite und 30 m hohe Panoramabild enthält. In dem Rundgang zwischen dem Bild und der Außenwand des Gebäudes ist eine Ausstellung über das alte Rom untergebracht. Wer noch wenig über die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten weiß, kann sich dort ein paar Tipps holen. Macht man zuerst zur Einstimmung diesen Rundgang, schaut sich danach den Film über die Entstehungsgeschichte des Bildes an, und besichtigt danach als Höhepunkt seines Besuches das Panorama von der mehrstöckigen Aussichtsplattform im Inneren, dann muss man mindestens zwei Stunden Besuchszeit einplanen. Wer bis zum Ende des Jahres 2006 in Leipzig zu Besuch ist, sollte einen Besuch des Gasometers in sein Programm aufnehmen.
Leider findet man im Netz noch(?) keine gute Fotografie des Panoramas, das wäre vermutlich zum jetzigen Zeitpunkt Geschäftsschädigung. In der Ausstellung selbst kann man ein Poster erwerben, ohne Rand etwa 1,20 m breit und 30 cm hoch, also im Maßstab 1:100. Einige Links liefert Google bei Eingabe der Stichwörter panorama leipzig asisi.
Kategorien: Reiseberichte
Für das neue Bild ließ sich Yadegar Asisi von einem früheren Bild über das alte Rom inspirieren. Um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert gab es in München bereits ein solches Panoramabild, für das damals eine eigene Gesellschaft gegründet und ein Haus gebaut wurde. Dieses riesige Bild, 120 m lang und 15 m hoch, ging seinerzeit mehrfach auf Reisen, wurde unter anderem in den USA gezeigt, gilt heute aber als verschollen. Wie kann so etwas passieren, fragt man sich? Von dem alten Bild existiert nur noch eine alte Schwarzweißfotografie, die kopiert, in den Rechner übertragen und dort als Vorlage weiterbearbeitet wurde.
In der Ausstellung wird ein Film gezeigt, der den Prozess dieser Bearbeitung darstellt. Aus einer Bilddatenbank mit einer Unmenge von architektonischen Aufnahmen wurden Stücke ausgeschnitten, und, wie Teile eines gigantischen „Puzzles“, zu einer fotorealistischen Darstellung komponiert. Vieles war zu beachten: Die Abnahme der Detailschärfe und die Veränderung der Farben mit zunehmendem Betrachterabstand, perspektivische Verzeichnungen durch den geplanten ringförmigen Aufbau des Panoramabildes, der unterschiedliche Schattenwurf, und so weiter. Für viele der im Vordergrund zu sehenden Personen wurden eigens neue Fotografien erstellt. (Wer Architekturstudenten aus Berlin kennt, kann auf dem Bild vielleicht einige seiner Bekannten wiedererkennen.)
Das Panoramabild zeigt den Triumphzug von Kaiser Constantin, der am 27. 10. 312 anlässlich seines Sieges über Rom stattfand. Dieser Kaiser erhob später das Christentum zur Staatsreligion und verlegte seine Hauptstadt nach Byzanz (=Konstantinopel).
In das zylinderförmige Panometer (eine Wortschöpfung aus Panorama und Gasometer) wurde ein weiterer Zylinder eingebaut, der das eigentliche 105 m breite und 30 m hohe Panoramabild enthält. In dem Rundgang zwischen dem Bild und der Außenwand des Gebäudes ist eine Ausstellung über das alte Rom untergebracht. Wer noch wenig über die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten weiß, kann sich dort ein paar Tipps holen. Macht man zuerst zur Einstimmung diesen Rundgang, schaut sich danach den Film über die Entstehungsgeschichte des Bildes an, und besichtigt danach als Höhepunkt seines Besuches das Panorama von der mehrstöckigen Aussichtsplattform im Inneren, dann muss man mindestens zwei Stunden Besuchszeit einplanen. Wer bis zum Ende des Jahres 2006 in Leipzig zu Besuch ist, sollte einen Besuch des Gasometers in sein Programm aufnehmen.
Leider findet man im Netz noch(?) keine gute Fotografie des Panoramas, das wäre vermutlich zum jetzigen Zeitpunkt Geschäftsschädigung. In der Ausstellung selbst kann man ein Poster erwerben, ohne Rand etwa 1,20 m breit und 30 cm hoch, also im Maßstab 1:100. Einige Links liefert Google bei Eingabe der Stichwörter panorama leipzig asisi.
Kategorien: Reiseberichte
Sonntag, 19.Februar 2006




