Die Mathematik des Unbewusstsein

Das Folgende ist speziell für Knödel, mit der ich vor einiger Zeit eine Diskussion über das Unbewusste hatte.

In Spektrum Direkt vom 8.6.2005 liest man im Artikel „Affen verfügen über abstrakten Zahlenbegriff“:
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Die Forscher spielten den Rhesusaffen Rufe einer anderen Affenart vor, bei denen sie entweder zwei oder drei Stimmen überlagert hatten. Zugleich präsentierten sie den Versuchstieren Videos, die parallel zwei beziehungsweise drei rufende Affen zeigten. Dabei schaute die überwältigende Mehrheit der getesten Tiere spontan auf den Filmausschnitt, in dem so viele Affen zu sehen waren, wie gerade riefen.
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Nach Ansicht der Forscher zeigt das Verhalten der Affen, dass Sprache nicht für die abstrakte Repräsentation von Zahlen notwendig ist. Mit einem ähnlichen Experiment wollen sie nun untersuchen, ob Kleinkinder ebenfalls abstrakt mit Zahlen umgehen, bevor sie sprechen lernen.
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Diese Experimente wurden bereits durchgeführt. In Bild der Wissenschaft 2/2006 gibt es eine Rezension zu dem Buch „Der Mathe-Instinkt“ von Keith Devlin. Ein Zitat aus der Rezension:
Als Beweis nennt der Mathematik-Professor aus Kalifornien wenige Monate alte Babys, die einfache Additionen beherrschen: Verschwanden nacheinander eine Puppe und noch eine hinter einem Schirm, schauten sie irritiert, wenn die Sichtblende weggenommen wurde und eine oder drei Puppen zu sehen waren. Folglich können sie, behauptet Devlin, 1 plus 1 rechnen und sind entsprechend erstaunt, wenn ihnen ein anderes Ergebnis als 2 vorgeführt wird.
Irgendwo habe ich Ähnliches auch von Hunden und Katzen gelesen. Bei ihnen wurden die Experimente mit Leckerlis im Futternapf durchgeführt. Stimmte die vorgefundene Anzahl nicht mit derjenigen überein, die vor ihren Augen hineingeworfen wurden, war die Reaktionszeit länger, die Tiere waren irritiert.

Insgesamt kann man also schlussfolgern, dass es eine Art unbewussten Zahlensinn bei vielen Lebewesen gibt. Mathematik kommt nicht aus dem Nichts, sondern hat sehr tiefliegende biologische Grundlagen – weil sie (siehe das Affenbeispiel ganz am Anfang) evolutionäre Vorteile bietet: Treiben drei Löwen die Affen auf einen Baum und sehen die Affen nur zwei von ihnen wieder davontrotten, dann bleibt man sicherheitshalber noch ein weiteres Stündchen auf dem Baum hocken.

Kategorien: Gehirn & Geist, Mathematik & Logik

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Kommentare hier ...

In einem Binärbaum ist die Suchdauer...
Köppnick - 13. Mai, 12:19
Ein wesentlicher Vorteil ist da noch gar...
steppenhund - 12. Mai, 21:17
Ergänzung
Gregor Keuschnig - 5. Mai, 21:58
Diagonalenproblem
Köppnick - 5. Mai, 14:12
Fehlen des besten Zuges
Köppnick - 5. Mai, 13:58
Wie man das Nash-Diagonalen-Problem löst
steppenhund - 5. Mai, 13:29