Mehr Hirn im Kopf?

In der Morgenwelt findet man einen interessanten Beitrag mit dem Titel "Mehr Hirn im Kopf!" Zitat:
Innerhalb von nur 30 Generationen veränderte sich die menschliche Schädelform beträchtlich. Es sieht so aus, als habe die Evolution Platz geschaffen: Für größere Gehirne!
Im Weiteren wird über die Vermessung von Schädeln aus verschiedenen Jahrhunderten berichtet:
Im Vergleich zu ihren mittelalterlichen Vorfahren weisen die Schädel moderner Menschen weniger hervorstehende Merkmale auf. Die Stirn ist heute aber wesentlich höher als damals.
Hm, da kann man schon ins Grübeln geraten, was waren denn die hervorstehenden Merkmale der Köpfe in früherer Zeit? Das mit der höheren Stirn hingegen scheint mir plausibel. Seit mir so langsam die Haare ausgehen, wird meine Stirn auch immer höher und höher, es ist wirklich beängstigend!

In dasselbe Horn bläst der Focus in "Masse macht Klasse". Die zentrale These beider Artikel leuchtet einfach nicht, man müsste doch zuerst mal die allgemeine Größenzunahme aufgrund besserer Lebensbedingungen herausrechnen, und natürlich den höheren IQ aufgrund der besseren Lebensbedingungen, was unbestreitbar ist. Eine allgemeine Korrelation der Art Größerer Schädel -> größeres Hirn -> mehr viel schlau sein tun erscheint mir höchst zweifelhaft. Bekannte Werte für das Schädelvolumen sind:
  • Neanderthaler: 1600 cm³
  • Homo sapiens: 1200-1600 cm³, dabei Männer durchschnittlich 10% mehr als Frauen
  • Einstein: 1250 cm³, also am unteren Ende liegend.
Irgendwie erinnert mich solche Art von Forschung doch stark an den Rassenwahn der Nazis, die haben ja auch gerne Schädel vermessen, um die wahren Arier im teutschen Volke zu finden.

Kategorien: Evolution, Gehirn & Geist
Quasimotte (anonym) - 27. Januar, 11:13

Optimistisch

Sehr optimistisch, die beiden Artikel. Leider wird vergessen, dass es schon jetzt aufgrund größerer Schädel immer mehr Komplikationen bei Geburten gibt. Ich warte auf die Artikel, die postulieren, dass der Mensch aufgrund seiner Intelligenz aussterben wird.

Köppnick - 27. Januar, 18:03

Aufgrund oder trotz?

Ich glaube nicht, dass der Mensch aufgrund seiner Intelligenz zugrunde gehen muss, aber vielleicht trotz ihr. Bereits jetzt ist eine steigende Zahl von Föten so groß und schwer, dass sie nur mittels Kaiserschnitt geholt werden können. Das kann man sich durchaus für 100% der Population vorstellen. Allerdings ist man dann zu 100% auf eine lückenlos funktionierende Technik angewiesen.

Und genau hier sehe ich das Problem: Wir schaffen uns ständig neue Probleme, die wir zwar mit wachsendem Aufwand lösen können, was aber weitere, noch größere Probleme schafft. Es ist ein Wettlauf zwischen der Lösung bestehender und der Schaffung neuer Probleme. Da es niemals eine 100%ige Garantie der Lösung eines Problems gibt, ist es nur eine Frage der Zeit, bis wir an einem der vielen neuen Probleme endgültig scheitern werden.

Ohne unsere Intelligenz wären wir aber jetzt schon tot, denn das ist die ökologische Nische, die die Evolution uns zugewiesen hat. Außer Denken können wir nämlich nichts besser als andere Tiere.

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Kommentare hier ...

In einem Binärbaum ist die Suchdauer...
Köppnick - 13. Mai, 12:19
Ein wesentlicher Vorteil ist da noch gar...
steppenhund - 12. Mai, 21:17
Ergänzung
Gregor Keuschnig - 5. Mai, 21:58
Diagonalenproblem
Köppnick - 5. Mai, 14:12
Fehlen des besten Zuges
Köppnick - 5. Mai, 13:58
Wie man das Nash-Diagonalen-Problem löst
steppenhund - 5. Mai, 13:29