Ich wünsche mir...

Da alle Menschen unterschiedlich sind, hat es mindestens so viele Wünsche wie Menschen. Aber da viele Menschen ähnliche Lebensstationen durchleben, gibt es auch Gemeinsamkeiten. Ich kann mich zwar nicht mehr an mein Babysein erinnern, aber wenn ich mir heute so einen Zwerg ansehe, dann scheint er abwechselnd von zwei Wünschen beseelt zu sein: "Mehr Milch!" und "Eine frische Windel!"

Bald werden diese Wünsche abgelöst durch "Neues Spielzeug!", dann folgt wahrscheinlich sehr schnell "Weniger Pickel!". Später kommt eine kurze Periode, in der Jungs sehr genau wissen, was sie wollen, "Mehr Muskeln!", während Mädchen eher unentschieden sind, "Eine größere Brust!" oder "Eine kleinere Brust!". Im nächsten Lebensabschnitt sind die Wünsche beider dann mit "Die wahre Liebe!" wieder ähnlich, worauf sich eine größere und heute gottseidank nicht mehr geschlechtsabhängige Aufspaltung ergibt, entweder "Mehr Erfolg!" oder "Artigere Kinder!".

Im Mittel-Alter vereinigen sich auch diese beiden Strömungen wieder, jetzt heißt der Hauptwunsch "Weniger Schmerzen!". Und da befinde ich mich gerade. Starke Beschwerden im linken Arm haben mich zum Orthopäden getrieben, und der verortete die Quelle des Übels in meiner Halswirbelsäule. Ein Bandscheibenvorfall ist es nicht, sagte ihm das Röntgenbild, aber es gibt ja noch Dinge zwischen Wirbel und Wirbel, die man beim Röntgen nicht sehen kann. Was ist an dieser Stelle, was dort nicht hingehört?
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Paradoxa

Ein Paradoxon, das ich im Metamagicum gefunden habe:
Protagoras hatte mit Euathlos vertraglich vereinbart, ihn in Rhetorik zu unterrichten, damit er Rechtsvertreter werden konnte. Euathlos bezahlte zunächst nur die Hälfte des reichlichen Honorars, und sie einigten sich darauf, daß dessen zweiter Teil fällig würde, sobald Euathlos seinen ersten Prozeß vor Gericht gewonnen hätte. Nach geraumer Zeit indessen hatte Euathlos noch immer nicht mit seiner Tätigkeit begonnen. Protagoras, der sich Sorgen um seinen Ruf machte und zudem sein Geld haben wollte, beschloß, vor Gericht zu gehen. Dort argumentierte er folgendermaßen:
Euathlos behauptet, er brauche mir nichts zu zahlen, aber das ist absurd. Denn angenommen, er gewinnt diesen Prozeß. Da es sein allererster Auftritt vor Gericht ist, müßte er in dem Fall zahlen, weil er seinen ersten Prozeß gewonnen hat. Angenommen andererseits, er verliert den Prozeß. Dann müßte er zahlen, weil das Gerichtsurteil so lautet. Da er nicht anders kann, als den Prozeß zu gewinnen oder zu verlieren, muß er mir das Geld zahlen.
Euathlos war ein guter Schüler gewesen und konnte dem Protagoras mit gleicher Argumentations-Münze heimzahlen:
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Douglas R. Hofstadter: Metamagicum

Kann man über ein Buch eine Rezension schreiben, wenn man erst zwei Kapitel gelesen hat? Wahrscheinlich nicht. Beim Namen Douglas R. Hofstadter werden viele (naja vielleicht einige) an das Buch Gödel Escher Bach denken, für das Hofstadter den Pulitzer-Preis erhalten hat. Aber wie viele Leute haben es bis zum Ende gelesen? Als unter meinen Bekannten das Gespräch darauf kam, gaben die meisten zu, dass sie es irgendwann beiseite gelegt haben, mit den verschiedensten Begründungen. Ich weiß nicht genau, wann ich es begonnen und aus welchem Grund ich es vorzeitig aufgegeben habe, aber jedenfalls steckt das Lesezeichen in meinem Exemplar auf der Seite 236 (von etwa 800), wo das Kapitel "Neue TNT-Regeln: Spezialisierung und Generalisierung" endet und "Der Existenzquantor" beginnt. Schwere Kost, für mich wohl zu schwere Kost.

Ich weiß nicht mehr, wie jetzt die beiden anderen Bücher "Metamagicum" und "Einsicht ins Ich", letzteres zusammen mit Daniel Dennett verfasst, in mein Bücherregal gekommen sind. Aber nachdem seit meinem Versagen bei GEB ein paar Jährchen ins Land gegangen sind, hatte ich wohl den Namen des Autors und meinen damaligen Frust vergessen. Das "Metamagicum" ist die Zusammenfassung einer Artikelserie, die er Anfang der 80er Jahre in "Scientific American" veröffentlicht hat. In der Buchform sind einige weitere Artikel hinzugekommen, ergänzt um (echte) Leserbriefe (damals gab es noch kein Netz) und einige Anmerkungen von ihm selbst.

Das erste Kapitel gibt seinen ersten Artikel in "Scientific American" wieder und ist offenbar zusammen mit den folgenden Anmerkungen eine gute Einführung in das Thema des Buchs, Fragen nach der Essenz von Geist und Struktur. Der Titel des ersten Kapitels: "Von selbstbezüglichen Sätzen". Ein paar Beispielsätze:
  1. Dieser Satz kein Verb.
  2. Damit "dieser Satz" Hand und Fuß bekommt, muss man die Anführungszeichen in "ihm" beiseite lassen.
  3. Ich schreibe gerade und werde gleichzeitig geschrieben.
  4. Ich bin der Gedanke, den du soeben denkst.
  5. Dieter Satz ist nicht selbstbezüglich, weil "diet" kein Wort ist.
  6. weil mir kein guter Anfang für ihn einfiel.
  7. Dieser Satz war in der Vergangenheitsform.
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Für Allah!

In einem Diskussionsforum wurde das Folgende gepostet:
Für ein wichtiges soziologisches Experiment wird ein Freiwilliger gesucht, der bei der Taschengepäckkontrolle vor seinem nächsten Flug seinen Rucksack aus einigen Metern Entfernung auf das Förderband wirft und dabei ruft: "Für Allah!"
Es meldete sich kein Freiwilliger, aber es kam ein weiterer Vorschlag:
  1. Quietly and calmly open up your laptop case.
  2. Remove your laptop.
  3. Start it up.
  4. Make sure the fellow traveler who is annoying you can see the screen.
  5. Close your eyes and tilt your head up to the sky and move your lips like you are praying.
  6. Play this video:
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Mobilfunk macht krank


Der Autor wäre noch glaubwürdiger, wenn er in den Fußgängerzonen großer deutscher Städte selbstbehauene Steintafeln aufstellen würde, aus ökologischem Anbau. Denn die Hauptgefahr geht vom Computerbildschirm aus, der erreicht mit seiner gefährlichen Lichtstrahlung direkt unsere Augen! Und dazu noch die Tonstrahlung, deren Frequenzen denen des Gehirns ähneln und es total desynchronisieren können. Ich kann daher nur dringend empfehlen, beim Ansehen des Videos den Bildschirm auszumachen und den Ton abzustellen. Sonst geht es vielleicht noch jemand anderem so wie mir, ich bin nämlich nach dem Konsum von nur zwei kurzen Videos jetzt völlig durcheinander:
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Abwärtsverursachung

Nachdem ich vor knapp drei Wochen das Buch von Paul Davies Prinzip Chaos gelesen hatte und dort zum ersten Mal auf den Begriff "Abwärtsverursachung" gestoßen bin, hat micht das Thema nicht mehr losgelassen. In der letzten Woche wurde der Begriff dann in einem Forum diskutiert, was mich weiter hat darüber nachdenken lassen. Zunächst eine Reihe von Thesen, danach eine kurze Erläuterung.
  • Als Abwärtsverursachung wird der Effekt bezeichnet, dass man das beobachtete kausale Wirken einer höheren Beschreibungsebene auf eine niedere nicht auf die Abläufe der niederen Ebene reduzieren kann.
  • Das klassische Beispiel ist das Problem des freien Willens. Unserem offensichtlichen Eindruck, über einen freien Willen zu verfügen, steht die Erkenntnis der Neurophysiologie entgegen, dass neuronale Vorgänge streng determiniert ablaufen. Sämtliche (philosophischen) Erklärungsversuche sind entweder ungenügend (z.B. Epiphänomalismus) oder deklarieren das Problem als nicht existent (z.B. Identitätstheorie). Verschwindet ein Phänomen durch seine Bezeichnung als "Illusion"? - Wenn es entgegen anderen tatsächlichen Täuschungen unserer Sinne tatsächlich unhintergehbar ist?
  • Vorgänge, für die sich Abwärtsverursachung als Erklärungsmuster anbietet, findet man bevorzugt an Grenzen zwischen Naturwissenschaften, wie Physik/Chemie - Biologie, Biologie - Anthropologie/Neurowissenschaften, Anthropologie - Soziologie. Die Grenzen zwischen diesen Wissenschaften sind nicht zufällig entstanden, sondern sie markieren Sollbruchstellen zwischen Gruppen von Phänomenen, die sich leicht zusammenhängend erklären lassen, und solchen, für die das eben nicht gilt. Es sind die Komplexitätssprünge, die die Teilwissenschaftsgrenzen erklären.
  • Es gibt jedoch vielleicht auch innerhalb "physikalischer" Teilwissenschaften emergente Phänomene (hier bin ich mir aber nicht sicher). Denkbare Kandidaten sind das Verhältnis der Physik zur Geologie und zur Metereologie, weil auch dort komplexe selbstorganisierende Systeme beobachtet werden, deren Verhalten nur schwerlich auf die Quantentheorie und die klassische Physik (einschließlich der Relativitätstheorie) zurückgeführt werden können.
  • Die Möglichkeit einer Abwärtsverursachung anzuerkennen, setzt voraus, dass man das Prinzip der starken Emergenz akzeptiert. Das bedeutet, dass die gegenwärtige Nichterklärbarkeit einiger Phänomene nicht ein Problem des gegenwärtigen Erkenntnisstandes ist, sondern eine intrinsische Eigenschaft der damit beobachteten Naturvorgänge.
  • Wenn sich die Eigenschaften neuer, höherer Ebenen der Realität nicht aus dem aktuellen Zustand der Realität erkennen lassen, sondern sich erst im Verlauf der Selbstorganisationsprozesse herauskristallisieren, ist die Realität (das Universum) kreativ, denn es können neue Dinge entstehen und die Zukunft ist zum Teil unvorhersagbar.
  • Die Physik kann nicht als die grundlegende Naturwissenschaft betrachtet werden, weil sie nicht in der Lage ist, alle Naturvorgänge zu erklären. Der Anspruch der Physik, eine Theorie of everything (TOE) zu entwickeln, ist nicht einlösbar.
  • Natürlich können sich auf den höheren Beschreibungsebenen keine Eigenschaften entwickeln, die im Widerspruch zu Grenzen stehen, die durch Eigenschaften der niederen Ebenen gesetzt werden. Zum Beispiel wird man keine Lebewesen finden, in denen die uns bekannten physikalischen Gesetzmäßigkeiten nicht eingehalten werden. Aber diese Sichtweise ist immer a posteriori, wir können den Test darauf erst machen, wenn die höhere Ebene real existiert.
  • Abwärtsverursachung ist kein metaphysisches Konzept, denn sie kann in jedem vermuteten Fall falsifiziert werden - indem die "einfachere" der beteiligten Teilwissenschaften eine nachvollziehbare und weitgehend vollständige Erklärung der Phänomene entwickelt.
Oder, wenn man a) sagt, muss man auch b) sagen:
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Kommentare hier ...

Denk an meine Halswirbelsäule...
Denk an meine Halswirbelsäule und meinen schmerzenden...
Köppnick - 30. November, 22:22
Nanu, gar ken Kommentar?...
Nanu, gar ken Kommentar? :)))
steppenhund - 30. November, 20:45
Fachwörter und deren...
Die Autorin präferiert eine sehr restringierte...
Count Lecrin - 30. November, 19:53
passend zu diesen erkenntnissen:
mit 3 freust du dich, wenn du keine windeln brauchst. mit...
la-mamma - 30. November, 19:43
Ich möchte Ihnen...
Ich möchte Ihnen gehörig Respekt zollen,...
Count Lecrin - 30. November, 19:34
Mail geschickt.)
Mail geschickt.)
steppenhund - 28. November, 16:28
Nein, wir haben uns noch...
Nein, wir haben uns noch nicht bemailt. Meine Adresse...
Köppnick - 28. November, 15:46
Ich bilde mir ein, dass...
Ich bilde mir ein, dass wir schon Email-Kontakt hatten....
steppenhund - 28. November, 15:02
Mit dem Schreibfehler...
Mit dem Schreibfehler hast Du vollkommen recht. Vor...
steppenhund - 28. November, 14:56
Ich nehme an, dass in...
Ich nehme an, dass in deinen beiden Listen die ersten...
Köppnick - 23. November, 10:57
jööööööööööö.......
jööööööööööö.......
rosmarin (Gast) - 23. November, 03:00
Von wegen Bücher...
Von wegen Bücher können nichts verändern....
Peter42 - 23. November, 00:59